Als Dörte Hansens Roman „Altes Land“ 2015 auf den deutschen Buchmarkt kam, hatte er sofort Erfolg bei den Leserinnen und Lesern. Dabei schien eine Familiengeschichte, die unter Obstbauern und Geflüchteten im „Alten Land“ bei Hamburg in der Nachkriegszeit spielt, nicht unbedingt bestsellertauglich zu sein. Wider Erwarten wurde der Roman zum Jahresbestseller.
Trockener Humor
Das Ensemble des Ohnsorg-Theaters gastiert mit diesem ernsthaften, aber dank einiger skurril-norddeutschen Figuren und dank der bildreichen, trockenen und zugleich humorvollen Erzählweise des auch heiteren Stücks am Montag, 28. Oktober, beim Kissinger Theaterring. Beginn der Vorstellung ist um 19.30 Uhr im Kurtheater.
Es geht um vier Frauenschicksale aus zwei Generationen auf einem alten Bauernhof im Alten Land. Und es geht um die auch heute durchaus aktuelle Problematik von Geflüchteten, die sich in eine ihnen unbekannte Gesellschaft einleben müssen.
Raues gesellschaftliches Klima
Das junge Mädchen Vera Eckhof ist nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Mutter zu Fuß aus Ostpreußen zu Verwandten auf einen alten Hof südlich der Elbe geflohen. Willkommen ist sie dort nicht, richtet sich aber mit harter Arbeit ein zwischen den Apfel- und Kirschbäumen, in dem rauen Klima und den ebenso skurrilen wie misstrauischen Nachbarn. Als ihre Mutter sie irgendwann für ein besseres Leben in Hamburg verlässt, bleibt Vera allein zurück in ihrem neuen Zuhause, das ihr immer fremd bleiben wird.
Nach vielen Jahren stehen plötzlich wieder zwei Heimatsuchende vor der Tür des alten Reetdachhauses: Veras Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn Leon, die das Leben im Hamburger Nobelvorort Ottensen zwischen Musikalischer Früherziehung und penetranten Schickimicki-Müttern hinter sich lassen will. Auch für sie ist das Leben auf dem Land eine Herausforderung, und die Dorfbewohner begegnen ihnen mit Argwohn.
Es geht anfangs auch nicht wirklich gut mit den beiden so unterschiedlichen Frauen. Schließlich finden Vera und Anne jedoch zusammen und gründen, was sie nie gewollt hatten, so etwas wie eine neue Familie in dem altehrwürdigen Haus.
Julia Bardosch und Cornelia Ehlers haben die Bühnenfassung des Romans für das Hamburger Ohnsorg-Theater erstellt, die Inszenierung besorgte Julia Bardosch. Es spielen Kerstin Hilbig, Ruth Maria Kröger, Kristina Nadj und Florian Miro.
Karten für die Vorstellung gibt es bei Kissingen Ticket, Tel.: 0971/80 48 444, und in der Tourist-Information im Arkadenbau im Kissinger Kurgarten sowie an der Abendkasse.
Gerhild Ahnert ist Intendatin des Kissinger Theaterrings.









