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Premiere in Bad Kissingen
Skurriles und Schnäppchen beim City-Flohmarkt
City-Flohmarkt Bad Kissingen
Der Rathausplatz als "Flaniermeile". // Klaus Werner
City-Flohmarkt Bad Kissingen
Skurriles nebeneinander. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Das Interesse am ersten City-Flohmarkt in Bad Kissingen ist so groß gewesen, dass nicht alle einen Standplatz bekommen haben. So war die Veranstaltung.
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Rolling Stones, Depeche Mode und Creedence Clearwater Revival – drei Schallplatten für 50 Euro sind für Doreen aus Sachsen-Anhalt die „Schnäppchen des Tages“, wobei Stones und CCR in den Plattenschrank ihres Vaters wandern und die elektronischen Synthie-Melodien von Depeche Mode ihr eigenes Heimstudio ergänzen. Zugeschlagen hat die 45-Jährige beim ersten „City-Flohmarkt für Erwachsene“ auf dem Kissinger Rathausplatz, der vom Stadtmarketing Pro-Bad Kissingen organisiert wurde – das Ziel: Das Konzept des „Kinderflohmarkts“ um eine Variante erweitern.

„Schallplatten gehen immer!“, so der O-Ton von Flohmarkt-Händler A., den es aus Berlin nach Bad Kissingen verschlagen hat. Seinen Stand hat er   im Bereich der Stadtbücherei aufgebaut.

Dort findet sich neben vier Kisten mit Schallplatten ein irres Sammelsurium an Alltags- und sonstigen Gebrauchsgegenständen: orange Spanngurte liegen neben einem Kästchen mit Messerbänkchen. An der Ecke hängen getragene Lederjacken an einem Ständer, liegen Ringe und sonstiger Schmuck in Glasvitrinen oder werden antiquarische Postkarten in Klarsichthüllen präsentiert.

Preise sind verhandelbar

Mit Preisen sind die Gegenstände selten ausgezeichnet, was aber für den Standbetreiber und „alten Flohmarkt-Hasen“ kein Problem ist. Die Preise hat man im Kopf, oder man kann die Bereitschaft des Interessenten einschätzen – und letztlich gilt: Auf dem Flohmarkt kann man handeln und wenn man mehr kauft, wird ’s dann günstiger.

City-Flohmarkt Bad Kissingen
Doreen mit ihren Schnäppchen. // Klaus Werner

Das gilt auch für Jana und Lisa aus Burkardroth, die zum ersten Mal auf einem Flohmarkt sind. Die Geschwister haben auf einem Tapeziertisch Bücher, Deko-Artikel und Spiele platziert, an zwei Ständern hängen Kleidungsstücke. Die sehen neuwertig aus, aber  – so die beiden jungen Damen – „manchmal muss man den Kleiderschrank durchforsten und rausnehmen, was man nicht mehr anzieht“. Die schmucken Textilien ziehen vor allem ein jüngeres Publikum an. Rausnehmen, hinhalten und einschätzen, ob es auch passt – dann die Frage nach dem Preis und schon wandern fünf Oberteile für 10 Euro in die mitgebrachten Taschen.

City-Flohmarkt Bad Kissingen
Sammelsurium zum Stöbern. // Klaus Werner

Gerade für die Anprobe der Textilien wünschen sich die Schwestern eine Umkleidekabine, was als Idee für den nächsten Flohmarkt abgespeichert wird. Doch auch so sind sie mit dem Absatz zufrieden, auch wenn der gegen Mittag einsetzende Regen für kurze Zeit das Einkaufserlebnis eingetrübt hat.

Für Andrea, die ihren Stand im Schatten der Jakobuskirche aufgebaut hatte, war der Regenschauer dagegen schlecht für Umsatz. Auch bei ihr gab es Kleidungsstücke, aber vor allen Kunstgegenstände, Vasen, Skulpturen, Gemälde, Mokka-Service oder verzierte Krüge – teils aus familiären Haushaltsauflösungen, teils aus dem eigenen Fundus.

City-Flohmarkt Bad Kissingen
Interessiert bei besonderen Fundstücken. // Klaus Werner

Interessierte und Neugierige gab es genug, aber leider zu wenige, die für die einst teuren Stücke das Portemonnaie zückten – und so wurde nachmittags vieles wieder in Zeitungspapier eingeschlagen, in Kisten verpackt und im Fahrzeug verstaut.

Brigitte aus Rottershausen  bot skurrile Keramik aus eigener Manufaktur auf einem Biertisch vor dem Rathaus an. Fantasievolle und farbenfrohe Figuren, ausgefallene Tee- und Kaffeetassen oder einfach nur schöner Nippes – alles entsteht hobbymäßig in Handarbeit und „manchmal muss man sich trennen, damit man Platz für Neues hat“. Erlernt hat sie das Töpfern bei einem fünfjährigen Aufenthalt in China und selbst dort war ihr besonderes Design aufgefallen, sagt sie.   Bei den Preisen orientiere sie sich an den Angeboten im Internet, wobei sie weniger als die Hälfte der dort aufgelisteten Preise verlange.

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Getöpfert - von Brigitte aus Rottershausen. // Klaus Werner

Es fehlte an Toiletten

Insgesamt war die Töpferin zufrieden, wobei sie als versierte Flohmarkt-Betreiberin einige Anregungen hatte: Man sollte angrenzende Bereiche wie den Füllbacher Hof einbeziehen, damit das Angebot größer wird und damit mehr Kunden angelockt werden. Die Werbung sollte intensiver sein – unter anderem sollte im Stadtkern mit Plakaten auf den Flohmarkt am Rathausplatz hingewiesen werden – und man solle eine Toilette anbieten.

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Jana und Lisa - Geschwister aus Burkardroth. // Klaus Werner

Beim ersten „City-Flohmarkt für Erwachsene“ als Ort für Schnäppchenjäger, Sammler von Besonderheiten und Raritäten, Fans von Vintage-Style oder Neugierige, die stöbern wollten, waren 13 Anbieter vertreten. Sie hatten neben Kleidung und Haushaltsartikeln Deko-Material, Spiele, Bücher, Sportsachen und etliche Keller- oder Dachfunde im Angebot. Die Anmeldung erfolgte über das Stadtmarketing Pro Bad Kissingen, der laufende Meter kostete fünf Euro. Die Resonanz – Geschäftstellenleiterin Ulrike Stegmann – sei ausgesprochen groß gewesen, sodass man einige Interessenten nicht berücksichtigen konnte.

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Genau hinschauen! // Klaus Werner
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