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Holzbildhauer in Bad Kissingen
Sie haben ein besonderes Gespür für Holz
Quellengeist
Die am Symposium „Quellengeist“ teilnehmenden Absolventen der Berufsfachschule Holzbildhauer. // Milan B. Adams
Bad Kissingen – Kunstwerke im historischen Solereservoir Bad Kissingen: Fünf junge Talente präsentieren beim Symposium ihre kreativen Skulpturen. Sie verraten, was sie inspiriert.

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr wird es vom 29. Mai bis 6. Juni im historischen Solereservoir (Salinenstraße 8) ein zweites Symposium mit Absolventen der staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer (Bischofsheim) geben. Vier Schülerinnen und ein Schüler der Abschlussklasse werden, unterstützt von der Bad Brückenauer Künstlerin Annette Scheder, zum Motto „Quellengeist“ ihrer Kreativität freien Lauf lassen und anschließend am Samstag, 6. Juni, ab 11 Uhr ihre während der Woche geschaffenen Kunstwerke im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur im Reservoir“ in einer Vernissage der Öffentlichkeit präsentieren. Schon zwei Tage zuvor dürfen interessierte Besucher am Donnerstag, 4. Juni, ab 14 Uhr den Künstlern bei der Arbeit zuschauen.

Schon im Jahr 1788 wurde an der Unteren Saline die von Fachleuten als Natrium-Chlorid-Säuerling bezeichnete Solequelle entdeckt und für die Salzgewinnung erschlossen. Die für die damalige Zeit ungewöhnliche runde Fassung gab dem Runden Brunnen am Gradierbau seinen späteren Namen. Seine Sole wurde ab 1841 auch zum Baden genutzt und speist heute das dortige Kneippbecken. Die Sole hat sehr viel Kohlensäure, sodass sie ähnlich einem Geysir brodelt und in Intervallen nach oben spritzt.

Unruhiger Quellengeist

„Da liegt doch der Gedanke nahe, dass unten am Grund des Brunnens ein Quellengeist sitzt, der das Brodeln und Gurgeln verursacht“, erklärt Mitveranstalter Raymund Müller, Eigentümer des denkmalgeschützten Solereservoirs, seine Idee für das diesjährige Motto des Bildhauer-Symposiums. „Jedes Mal, wenn die Sole nach oben sprudelt, scheint der Geist zu niesen.“

Dieser unruhige Quellengeist soll nun während des Symposiums nicht nur bei den Kunstschaffenden Frieda Glückler, Felicitas Kienlin, Isabel Polmann, Louisa-Sophia Perle und Milan Balthasar Adams sowie der Bad Brückenauer Künstlerin Annette Scheder die kreativen Ideen sprudeln lassen, sondern ist auch Protagonist eines viertelstündigen Hörspiels über die Abenteuer des niesenden Brunnengeistes Hatschi, das beim Symposium erstmals zu hören sein wird.

Über die Herkunft der Sole

„Wir wollen dem Zuhörer auf lockere Art die interessante Geschichte über die Herkunft der Sole und die Abläufe von der Quelle bis zur Badewanne schildern“, erzählt Ideengeber und Produzent Müller. Musikalisch ist das Hörspiel passend mit der „Soole-Sprudel-Gavotte“ des Bad Kissinger Komponisten Cyril Kistler (1848 bis 1907) aus dem Jahr 1891 unterlegt. Als Sprecherin konnte Müller die in Bad Kissingen geborene Schauspielerin Katharina Försch gewinnen, für den Ton ist Sounddesigner Arkady Gavrilov verantwortlich, und Konzeption, Text und Regie übernahm die aus Oberthulba stammende Regisseurin und Filmemacherin Lea Friedrich, die wie Försch und Gavrilov seit Jahren in Berlin lebt. Die Produktion des Hörspiels „Hatschi, der Brunnengeist“, das demnächst am Tor des Solereservoirs über einen QR-Code abrufbar sein wird, wird von der Bezirksregierung Unterfranken gefördert.

Seine öffentliche Premiere wird das Hörspiel im Rahmen des Bildhauer-Symposiums am Donnerstag, 4. Juni, um 15 Uhr haben. Bereits ab 14 Uhr haben Besucher an diesem Tag die Möglichkeit, im Solereservoir den jungen Kunstschaffenden bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Um 15.30 Uhr hält Gastgeber Raymund Müller im Musoleum, dem museal eingerichteten Dachgeschoss des Reservoirs, einen halbstündigen Vortrag über das „Solereservoir als Bestandteil der Heilwasser-Infrastruktur Bad Kissingens“.

Ein gemeinsamer Termin zum Abschluss

Zum Abschluss des einwöchigen Symposiums werden am Samstag, 6. Juni, ab 10 Uhr Leitung und Lehrkräfte ihre Bischofsheimer Berufsfachschule für Holzbildhauer den Besuchern vorstellen, bevor schließlich die Künstler ab 11 Uhr in einer Vernissage im Hof des Reservoirs ihre dort geschaffenen Skulpturen der Öffentlichkeit präsentieren und ihre Ideen dazu erläutern. Nach Abschluss des Symposiums werden alle Kunstwerke im Foyer des Landratsamts zur Besichtigung ausgestellt.

Die Veranstaltung

Symposium: „Quellengeist“ der staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer, Solereservoir, Salinenstraße 8; öffentliche Besuchstage: Donnerstag, 4. Juni, ab 14 Uhr, Samstag, 6. Juni, ab 10 Uhr; freier Eintritt an beiden Tagen.

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