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Guter Grund zum Feiern
Starkes Netzwerk für Generationen
Karen Pohle, die zweite Vorsitzende des MGH-Trägervereins Generationen-Netz Landkreis Bad Kissingen, bei ihrer Begrüßung der Jubiläumsgäste.
Karen Pohle, die zweite Vorsitzende des MGH-Trägervereins Generationen-Netz Landkreis Bad Kissingen, bei ihrer Begrüßung der Jubiläumsgäste. // Sigismund von Dobschütz
Bad Kissingen – Das Mehrgenerationenhaus Bad Kissingen ist 20 Jahre alt. Was bietet die Initiative heute?

Mit einem fröhlichen Straßenfest feierte das Bad Kissinger Mehrgenerationenhaus (MGH) im Beisein einiger Ehrengäste und vieler Besucher sein 20-jähriges Bestehen. An Stehtischen kamen Vertreter der im MGH aktiven Selbsthilfegruppen mit Interessenten ins Gespräch und Kursleiter präsentierten ihre Angebote.

Der Würzburger Magier Ju Vega verblüffte auch Landrat Thomas Bold (CSU) und Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) mit seinen Tricks. Für die Musik sorgte das Tiefblech-Trio der städtischen Musikschule mit Julian Engelhardt (Tuba) sowie Jonas Greubel und Musiklehrer Roman Riedel (beide Posaune).

Das Tiefblech-Trio der städtischen Musikschule mit Julian Engelhardt (Tuba) sowie Jonas Greubel und Musiklehrer Roman Riedel (beide Posaune) trat auf.
Das Tiefblech-Trio der städtischen Musikschule mit Julian Engelhardt (Tuba) sowie Jonas Greubel und Musiklehrer Roman Riedel (beide Posaune) trat auf. // Sigismund von Dobschütz

Im Namen des Trägervereins Generationen-Netz Landkreis Bad Kissingen erinnerte dessen zweite Vorsitzende Karen Pohle an die Gründungsphase des Mehrgenerationenhauses: „Die Anfänge vor 20 Jahren waren holperig und manchmal sah es nicht so aus, als würde das MGH überleben.“

Das Mehrgenerationenhaus Bad Kissingen ließ sich und die Gäste von einem Magier verzaubern.
Das Mehrgenerationenhaus Bad Kissingen ließ sich und die Gäste von einem Magier verzaubern. // Sigismund von Dobschütz

Alles begann im Jahr 2000 mit der Idee zur Gründung eines landkreisweiten Netzwerks für „Frauen aller Konfessionen und politischen Richtungen“. Zwei Jahre später wurde einem Antrag an das Bundesfamilienministerium zur Förderung der Einrichtung eines Generationenhauses im heutigen Amtsgerichtsgebäude in der Maxstraße zugestimmt. Bald wurde ein erster Delegationsvertrag mit dem Landkreis zur Ausbildung und Vermittlung von Tagespflegekräften geschlossen. „Dieser Delegationsvertrag war der Grundstein für unsere Arbeit und die Tragfähigkeit des Vereins.“

Mehrmals umgezogen

Mehrmals musste die Einrichtung in den folgenden zwei Jahrzehnten umziehen, da das Leistungsangebot stetig wuchs, nachdem aus dem Frauennetzwerk das Generationen-Netz und aus dem Generationenhaus das heutige Mehrgenerationenhaus geworden war. Pohle: „Wir hatten verstanden, dass wir alle Generationen und Geschlechter mit in unsere Arbeit einbeziehen müssen.“ Mit seiner ersten Vorsitzenden Ebba Karina Sander und Geschäftsführerin Iris Hönig kamen Trägerverein und Mehrgenerationenhaus dann richtig in Fahrt.

Enge Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit Landkreis und Stadt nahm zu, das Leistungsspektrum wurde breiter und die Zahl der Besucherinnen und Besucher stieg stetig. Im Jahr 2019 hatte das MGH, das sich seit 2014 im Haus Von-Hessing-Straße 1 befindet und dessen Raumzahl erst kürzlich wieder vergrößert werden musste, dank erfolgreicher Arbeit etwa 13 000 Besucher.

Landrat Thomas Bold ( links) und Oberbürgermeister Dirk Vogel im Gespräch.
Landrat Thomas Bold ( links) und Oberbürgermeister Dirk Vogel im Gespräch. // Sigismund von Dobschütz

Durch Corona sank die Zahl zwischenzeitlich auf nur 8 000 im Jahr 2022. Auf diese Bandbreite hatten sich auch Landrat und Oberbürgermeister festgelegt, als sie, statt ein obligatorisches Grußwort zu sprechen, im lockeren Gespräch mit Karen Pohle zur Schätzung aufgefordert wurden.

Welche Angebote?

Nicht einig waren sie dagegen in ihrer Antwort auf die Frage, welches der vielen MGH-Angebote sie denn wahrnehmen würden. „Ich würde mal beim Gedächtnistraining mitmachen“, meinte Landrat Bold, versicherte allerdings sofort, dass er dies eigentlich nicht nötig hätte.

 

Oberbürgermeister Vogel interessierte sich mehr für den Sprachunterricht. Auch er habe dieses Angebot zwar nicht nötig, würde aber gern „angesichts der vielen Zuwanderer in der Stadt mal dabei sein“.

Dank für Engagement

Reger Andrang herrschte an den Ständen des Mehrgenerationenhauses Bad Kissingen.
Reger Andrang herrschte an den Ständen des Mehrgenerationenhauses Bad Kissingen. // Sigismund von Dobschütz

Vogel dankte den vielen Akteuren im MGH für ihre Arbeit und die „Vielfalt der sozialpolitischen Leistungen mitten in unserer Stadt“. Für die unterschiedlichen Einwohnergruppen wie Senioren oder Neubürger sozial benachteiligte Menschen oder Migranten „brauchen wir eine solche Einrichtung“.

Mehrere Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig im Mehrgenerationenhaus treffen, präsentierten beim MGH-Jubiläumsfest ihre ehrenamtliche Arbeit.
Mehrere Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig im Mehrgenerationenhaus treffen, präsentierten beim MGH-Jubiläumsfest ihre ehrenamtliche Arbeit. // Sigismund von Dobschütz

Landrat Bold fand „phantastisch, wie breit gefächert das Angebot im MGH heute ist“. Er sei gern Mitglied im Mehrgenerationenhaus geworden, „nachdem wir Männer nicht mehr diskriminiert wurden“, erinnerte er an dessen Start als Frauennetzwerk. Gemeinsam mit dem damaligen Kreisjugendamtsleiter Siegbert Goll habe er sich als „Mann der ersten Stunde“ immer um die langfristige Tragfähigkeit des MGH bemüht.

Die Lebensversicherung für die Zukunft

Die seit dem ersten Vertrag zur Ausbildung und Vermittlung von Kindertagespflegekräften nachfolgend geschlossenen Delegationsverträge sieht Thomas Bold als „Lebensversicherung des MGH“ für dessen Bestehen in weiterer Zukunft.

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