Osterzeit heißt in Bad Kissingen auch: Es ist Zeit für die Schifffahrt. Die beiden Boote „Kissingen“ und „Saline“ stechen wieder in See, oder besser gesagt: in die Saale. Die traditions- und geschichtsreichen Schiffe, wurden Ende März aus ihrem Winterquartier geholt und ins Wasser gelassen.
Zurück im Wasser
Pünktlich zu Ostern soll es losgehen mit dem Personenverkehr auf der Saale – ob Karfreitag oder Ostersonntag, steht noch aus. „Das ist am Ende auch etwas wetterabhängig“, sagt Dr. Helmut Fischer, Inhaber der Saaleschiffahrt GmbH.
Wie mittlerweile jedes Jahr wurden die Schiffe mit einem Kran in die Saale gehoben. „Früher hatten wir dafür eine Slipanlage“, erklärt Fischer. Dabei handelt es sich um eine Art Rampe, mit deren Hilfe Schiffe vom Liegeplatz ins Wasser gleiten können.
Heute sieht das anders aus: Die Mitarbeiter der Saaleschifffahrt bringen die Boote zuerst auf einer Lore über Schienen aus dem Bootshaus zum Wasser. Behilflich sind dabei ein altbewährter Eicher-Traktor und eine massive Metallstange, mit denen die Dampferle nach vorn geschoben werden. Vor dem Ablassen der Boote werden an diesen Tragegurte befestigt, damit der Kran sie schlussendlich ins Wasser heben kann.
Dampferle Bad Kissingen
Sobald das erste Boot abgelassen ist, muss überprüft werden, ob auch alles dicht ist und kein Wasser eindringt. Das ist nicht immer der Fall und hat zur Folge, dass das betreffende Schiff noch einmal aus dem Wasser gehoben und repariert werden muss. Dieses Jahr lief jedoch alles wie geschmiert – vom zeitweise heftigen Regen abgesehen. Ironisch dabei: Während die Dampferle innen trocken blieben, waren alle beteiligten Helfer durchnässt.
Finanziell schwierige Lage
Das Unternehmen wird seit 1882 von der Familie Fischer geführt. Eine Tradition, die Helmut Fischer so lange wie möglich fortführen möchte. In den vergangenen Jahren wurde dies jedoch zusehends schwerer: Corona, wirtschaftliche Krisen und der Gradierbau.
Die Saison 2025 war finanziell schlecht, sagt Dr. Fischer. Er sieht in der Schließung des Gradierwerks den Hauptgrund für die zuletzt schwindenden Fahrgäste, denn: Bis zum Abriss des Gradierwerks waren die Passagierzahlen zufriedenstellend. Das änderte sich nach der Schließung allerdings schlagartig – ein Besuchermagnet ging verloren. (Hintergrund zum Gradierbau)
Schwarze Null und Preiserhöhung
Die finanzielle Lage sei so angespannt gewesen, dass man überlegen musste, wie man den Betrieb noch fortführen kann. „Nur dank der Unterstützung durch die Stadt und die Stadtwerke haben wir es dieses Jahr wieder riskiert“, sagt Fischer. Dennoch musste der Inhaber Konsequenzen ziehen – auch aufgrund gestiegener Spritkosten. „Wir mussten uns dazu durchringen, die Preise zu erhöhen“, sagt er. Ein Umstand, der ihm nicht leicht gefallen sei.
Mittlerweile ist er schon froh, wenn er am Ende auf eine schwarze Null kommt. Alles, was an Einnahmen hereinkommt, fließt wieder in die Restaurierung der Boote.
Mit der voraussichtlichen Fertigstellung des Gradierbaus in diesem Jahr hofft Helmut Fischer auf einen Wiederanstieg bei den Gästezahlen, damit die „Kissingen“ und die „Saline“ noch lange über die Saale schippern können.
Fahrzeiten und Preise
Fahrzeiten
Ab Ostern findet der Schiffsverkehr zu folgenden Zeiten statt:
Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr immer zur vollen Stunde ab der Haltestelle am Rosengarten. Die Rückfahrten von der Anlegestelle Saline sind entsprechend jeweils zur halben Stunde.
An Wochenend- und Feiertagen gelten abweichende Zeiten. Montag bis Mittwoch findet kein Fahrtbetrieb statt.
Preise
- Einfache Fahrt
- Erwachsene: sieben Euro
- Kinder (bis 14 Jahre): drei Euro
- Hin- und Rückfahrt
- Erwachsene: zehn Euro
- Kinder (bis 14 Jahre): fünf Euro
Kleinkinder bis drei Jahre fahren kostenlos mit.
Zugriff auf die aktuellen Fahrpläne und Preise erhalten Sie unter saaleschiffahrtgmbh.de.
Hintergrund zum Gradierbau (zurück zum Text)
Im September 2024 wurde das Gradierwerk geschlossen und abgerissen. Das geht auf eine Entscheidung des Staatlichen Bauamts Schweinfurt zurück, da das Gebäude akut einsturzgefährdet war. Nach jetzigem Stand sollen die Arbeiten im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Die Investitionen für dieses Bauprojekt werden auf etwa drei Millionen Euro geschätzt.






























