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Bad Kissinger Schifffahrt
Die Dampferle sind wieder zurück auf der Saale
Von rechts: Inhaber Dr. Helmut Fischer neben dem über 100-jährigen Dampferle „Kissingen“. Im Hintergrund steht die „Saline“. // Jürgen Wittrin
Die „Saline“ ist das jüngere der beiden Dampferle. // Jürgen Wittrin
Bad Kissingen – Bald fahren die „Kissingen“ und die „Saline“ wieder. Doch finanzielle Hürden machen der Traditionsfahrt zu schaffen. Mit diesen Schwierigkeiten hat Betreiber Helmut Fischer zu kämpfen.

Osterzeit heißt in Bad Kissingen auch: Es ist Zeit für die Schifffahrt. Die beiden Boote „Kissingen“ und „Saline“ stechen wieder in See, oder besser gesagt: in die Saale. Die traditions- und geschichtsreichen Schiffe, wurden Ende März aus ihrem Winterquartier geholt und ins Wasser gelassen.

Zurück im Wasser

Pünktlich zu Ostern soll es losgehen mit dem Personenverkehr auf der Saale – ob Karfreitag oder Ostersonntag, steht noch aus. „Das ist am Ende auch etwas wetterabhängig“, sagt Dr. Helmut Fischer, Inhaber der Saaleschiffahrt GmbH.

Wie mittlerweile jedes Jahr wurden die Schiffe mit einem Kran in die Saale gehoben. „Früher hatten wir dafür eine Slipanlage“, erklärt Fischer. Dabei handelt es sich um eine Art Rampe, mit deren Hilfe Schiffe vom Liegeplatz ins Wasser gleiten können.

Das Dampferle „Saline“ wurde als Erstes ins Wasser gehoben. // Jürgen Wittrin

Heute sieht das anders aus: Die Mitarbeiter der Saaleschifffahrt bringen die Boote zuerst auf einer Lore über Schienen aus dem Bootshaus zum Wasser. Behilflich sind dabei ein altbewährter Eicher-Traktor und eine massive Metallstange, mit denen die Dampferle nach vorn geschoben werden. Vor dem Ablassen der Boote werden an diesen Tragegurte befestigt, damit der Kran sie schlussendlich ins Wasser heben kann.

Dampferle Bad Kissingen

Sobald das erste Boot abgelassen ist, muss überprüft werden, ob auch alles dicht ist und kein Wasser eindringt. Das ist nicht immer der Fall und hat zur Folge, dass das betreffende Schiff noch einmal aus dem Wasser gehoben und repariert werden muss. Dieses Jahr lief jedoch alles wie geschmiert – vom zeitweise heftigen Regen abgesehen. Ironisch dabei: Während die Dampferle innen trocken blieben, waren alle beteiligten Helfer durchnässt. 

Außen nass, innen trocken. Während die Mitarbeiter draußen durchnässt waren, blieb das Innere der Boote trocken. // Jürgen Wittrin

Finanziell schwierige Lage

Das Unternehmen wird seit 1882 von der Familie Fischer geführt. Eine Tradition, die Helmut Fischer so lange wie möglich fortführen möchte. In den vergangenen Jahren wurde dies jedoch zusehends schwerer: Corona, wirtschaftliche Krisen und der Gradierbau.

Die Saison 2025 war finanziell schlecht, sagt Dr. Fischer. Er sieht in der Schließung des Gradierwerks den Hauptgrund für die zuletzt schwindenden Fahrgäste, denn: Bis zum Abriss des Gradierwerks waren die Passagierzahlen zufriedenstellend. Das änderte sich nach der Schließung allerdings schlagartig – ein Besuchermagnet ging verloren. (Hintergrund zum Gradierbau) 

Schwarze Null und Preiserhöhung

Die finanzielle Lage sei so angespannt gewesen, dass man überlegen musste, wie man den Betrieb noch fortführen kann. „Nur dank der Unterstützung durch die Stadt und die Stadtwerke haben wir es dieses Jahr wieder riskiert“, sagt Fischer. Dennoch musste der Inhaber Konsequenzen ziehen – auch aufgrund gestiegener Spritkosten. „Wir mussten uns dazu durchringen, die Preise zu erhöhen“, sagt er. Ein Umstand, der ihm nicht leicht gefallen sei.

Mittlerweile ist er schon froh, wenn er am Ende auf eine schwarze Null kommt. Alles, was an Einnahmen hereinkommt, fließt wieder in die Restaurierung der Boote.

Mit der voraussichtlichen Fertigstellung des Gradierbaus in diesem Jahr hofft Helmut Fischer auf einen Wiederanstieg bei den Gästezahlen, damit die „Kissingen“ und die „Saline“ noch lange über die Saale schippern können.

Die „Saline“ (links) und die „Kissingen“ (rechts) wurden erfolgreich ins Wasser gelassen. // Jürgen Wittrin

Fahrzeiten und Preise

Fahrzeiten

Ab Ostern findet der Schiffsverkehr zu folgenden Zeiten statt:  

Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr immer zur vollen Stunde ab der Haltestelle am Rosengarten. Die Rückfahrten von der Anlegestelle Saline sind entsprechend jeweils zur halben Stunde.

An Wochenend- und Feiertagen gelten abweichende Zeiten. Montag bis Mittwoch findet kein Fahrtbetrieb statt.

Preise

  • Einfache Fahrt
    • Erwachsene: sieben Euro
    • Kinder (bis 14 Jahre): drei Euro
  • Hin- und Rückfahrt
    • Erwachsene: zehn Euro
    • Kinder (bis 14 Jahre): fünf Euro

Kleinkinder bis drei Jahre fahren kostenlos mit.

Zugriff auf die aktuellen Fahrpläne und Preise erhalten Sie unter saaleschiffahrtgmbh.de.

Dampferle sind zurück (2026)
Die jüngere der beiden Dampferle, die „Saline“, wurde als Erstes zu Wasser gelassen. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Das alte Dampferle „Kissingen“ wurde im Jahr 2024 100 Jahre alt und feierte somit ein ganz besonderes Jubiläum. Es ist zudem eines der letzten mit Stahl genieteten Boote. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Das alte Dampferle „Kissingen“ wurde im Jahr 2024 100 Jahre alt und feierte somit ein ganz besonderes Jubiläum. Es ist zudem eines der letzten mit Stahl genieteten Boote. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Die Dampferle werden über Schienen auf einer Lore aus dem Bootshaus an die Saale geschleppt. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Jedes Jahr werden die Dampferle von einem Kran ins Wasser gelassen. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Jedes Jahr werden die Dampferle von einem Kran ins Wasser gelassen. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Jedes Jahr werden die Dampferle von einem Kran ins Wasser gelassen. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Inhaber der Saaleschifffahrt, Dr. Helmut Fischer, neben der über 100-jährigen „Kissingen“. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Inhaber der Saaleschifffahrt, Dr. Helmut Fischer, neben der über 100-jährigen „Kissingen“. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
In strömendem Regen wurden die Dampferle vom Kran in die Saale gelassen. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Hier legt der Chef noch selbst Hand an. Dr. Helmut Fischer inspiziert das Dampferle. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Innen trocken, außen Regen. Die Mitarbeiter der Saaleschifffahrt wurden nass, während das Innere der Dampferle schön trocken blieb. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Die zwei Dampferle „Saline“ und „Kissingen“ befinden sich wieder auf der Saale. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dampferle sind zurück (2026)
Die zwei Dampferle „Saline“ und „Kissingen“ befinden sich wieder auf der Saale. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin

Hintergrund zum Gradierbau (zurück zum Text)

Im September 2024 wurde das Gradierwerk geschlossen und abgerissen. Das geht auf eine Entscheidung des Staatlichen Bauamts Schweinfurt zurück, da das Gebäude akut einsturzgefährdet war. Nach jetzigem Stand sollen die Arbeiten im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Die Investitionen für dieses Bauprojekt werden auf etwa drei Millionen Euro geschätzt.

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