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Kissinger Sommer 2026
Die persönlichen Konzerttipps vom Kissinger-Sommer-Chef
Alexander Steinbeis, Intendant des Kissinger Sommers: Das sind seine Highlights des Festivals.
Alexander Steinbeis, Intendant des Kissinger Sommers: Das sind seine Highlights des Festivals. // Anke Zimmer
Signet des Fränkischen Tags von Alexander Steinbeis
Bad Kissingen – Der 40. Kissinger Sommer steht an. Im Programm: hochkarätige Orchester und spannende Musikformate. Intendant Alexander Steinbeis verrät, auf was er sich besonders freut. Ein Gastbeitrag.
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Am 12. Juni 2026 wird der Kissinger Sommer eröffnet. Und schon jetzt zeigt sich, wie groß die Vorfreude auf den Jubiläumsjahrgang unter dem Motto „Mazel Tov“ ist. Viele Konzerte sind bereits toll verkauft, bei manchen Abenden wird es knapp. Das freut uns. Und es zeigt, wie sehr der Kissinger Sommer inzwischen für außergewöhnliche musikalische Erlebnisse steht.

Deshalb möchte ich nicht die großen Schlagzeilen des Festivals präsentieren, sondern ganz persönliche Empfehlungen geben: Konzerte, auf die ich mich selbst besonders freue. Manche davon sind prominent besetzt, andere vielleicht eher Geheimtipps. Einige versprechen große Emotionen, andere überraschende Entdeckungen. Alle stehen exemplarisch für das, was den Kissinger Sommer ausmacht: musikalische Qualität, künstlerische Neugier und besondere Momente.

Für Fans von Kammermusik

Lena Neudauer, Sebastian Klinger & Marianna Shirinyan, 13. Juni, 15 Uhr, Rossini-Saal

Dieses Konzert ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie spannend Kammermusik sein kann. Drei Solistinnen und Solisten treffen aufeinander und widmen sich einem Programm voller Intensität und Entdeckerlust. Besonders gespannt bin ich auf das Klaviertrio von Mieczysław Weinberg, einem der faszinierendsten Wiederentdeckungen der vergangenen Jahre. Seine Musik besitzt eine enorme emotionale Direktheit und verbindet Melancholie mit großer Ausdruckskraft. Dass Weinberg mehrfach zu hören sein wird, ist kein Zufall: Er gehört unbedingt stärker ins Konzertrepertoire.

Der Rossini-Saal
Der Rossini-Saal // Hannah Becker

Für Liebhaber des Klaviers

Brahms und Schubert in Bestform, 17. Juni, 19:30 Uhr, Rossini-Saal

Piotr Anderszewski ist ein Künstler, der beim Kissinger Sommer über viele Jahre hinweg Spuren hinterlassen hat. Seine Konzerte besitzen etwas vollkommen Unaufgeregtes. Gerade daraus entsteht oft große Intensität. Sein diesjähriges Programm mit Werken von Franz Schubert und den späten Klavierstücken von Brahms verspricht einen Abend voller Tiefgang und innerer Spannung. Anderszewski spielt diese Musik nicht bloß virtuos, sondern denkt und durchlebt sie hörbar. Genau solche Abende bleiben lange im Gedächtnis.

Für Opernfans

Kissinger Opern- und Operettengala, 19. Juni, 19:30 Uhr, Max-Littmann-Saal

Diese Gala verbindet musikalischen Glanz mit Bad Kissinger Musikgeschichte. Das Münchner Rundfunkorchester bringt gemeinsam mit Sopranistin Vera-Lotte Boecker und Tenor Daniel Behle Arien und Duette von Komponisten auf die Bühne, die selbst einst in Bad Kissingen zu Gast waren – von Gioachino Rossini bis Richard Strauss. Mich begeistert die Idee, die Geschichte unseres Kurorts über Musik lebendig werden zu lassen. 

Der Max-Littmann-Saal
Der Max-Littmann-Saal // Hanna Becker

Für alle, die selbst Musik machen

Der „Symphonic Mob“, 20. Juni, Probe 12:30 Uhr, Konzert 14 Uhr, Kurgarten

Der „Symphonic Mob“ gehört fest zum Kissinger Sommer. Und ich liebe dieses Format, weil es zeigt, dass klassische Musik keine Zuschauerveranstaltung sein muss. Alle können mitmachen – instrumental oder im Chor, jung oder alt, Profi oder Amateur. Gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester entsteht Bayerns größtes Spontanorchester. Wer dabei sein möchte, muss sich unter symphonic-mob.de anmelden. Wir gehen ins fünfte Jahr dieses Formats und jedes Mal entsteht eine ganz besondere Energie.

Für Chansonliebhaber

„Sehnsucht“, 23. Juni, 19:30 Uhr, Kurtheater

Dagmar Manzel gehört für mich zu den ganz großen Sänger-Darstellerinnen unserer Zeit. Viele kennen sie natürlich als fränkische Tatort-Kommissarin – auf der Bühne aber entfaltet sie eine unglaubliche Mischung aus Witz, Melancholie und Exzentrik. Gemeinsam mit ihrer Band widmet sie sich Liedern und Chansons von Kurt Weill, Hanns Eisler, Paul Abraham und vielen anderen Komponisten der 1920er-Jahre. Das wird kein nostalgischer Abend, sondern ein leidenschaftliches Musiktheater voller Atmosphäre und Persönlichkeit.

Für Jazzfans

Jazzrausch Bigband, 25. Juni, 19:30 Uhr, Max-Littmann-Saal

Die Jazzrausch Bigband gehört zu den aufregendsten Ensembles der deutschen Musikszene. Hier trifft die Kraft einer klassischen Bigband auf die Dynamik eines modernen Konzertabends – rhythmisch hochpräzise, klanglich überwältigend und voller Überraschungen. Das Münchner Ensemble versteht Jazz nicht als Stilrichtung mit festen Regeln, sondern als offene musikalische Haltung. Ihr Programm „Bangers Only!“ trägt den Titel zu Recht. Dieses Konzert wird den Konzertsaal zum Beben bringen.

Für Fans des großen Orchestersounds

WDR Sinfonieorchester & Cristian Măcelaru, 28. Juni, 19:30 Uhr, Max-Littmann-Saal

Es gibt Werke, die im Konzertsaal eine geradezu körperliche Wirkung entfalten. Rachmaninoffs „Symphonische Tänze“ gehören unbedingt dazu. Dieses Stück verbindet orchestrale Farbenpracht mit tiefer Melancholie und rhythmischer Wucht. Cristian Măcelaru kennt das WDR Sinfonieorchester wie kaum ein anderer, und mit Isabelle Faust steht zudem eine der faszinierendsten Geigerinnen unserer Zeit auf der Bühne. Für mich ist das ein Konzert für alle, die den großen sinfonischen Klang lieben.

Für Neugierige auf die Stars von morgen

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen & Alon Kariv, 5. Juli, 19:30 Uhr, Max-Littmann-Saal

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist für mich eines der elektrisierendsten Orchester Europas. Ihre Auftritte besitzen immer eine besondere Energie und Präzision. Dazu kommt in diesem Konzert ein junger Solist, auf den man unbedingt achten sollte: Alon Kariv aus Israel, Gewinner des Kissinger KlavierOlymps 2025. Er interpretiert Chopins erstes Klavierkonzert – ein Werk voller romantischer Eleganz und pianistischem Glanz. Solche Begegnungen  machen den Reiz unseres Festivals aus.

Für Fans des Musiktheaters

Berliner Ensemble mit „Fremder als der Mond“, 7. & 8. Juli, 19:30 Uhr, Kurtheater

Dass wir das Berliner Ensemble beim Kissinger Sommer begrüßen dürfen, freut mich außerordentlich. Diese Theaterkompanie gehört zu den bedeutendsten im deutschsprachigen Raum. Regisseur Oliver Reese bringt mit „Fremder als der Mond“ eine musikalisch-theatrale Hommage an Bertolt Brecht nach Bad Kissingen, mit der großartigen Katharine Mehrling und Paul Herwig. Brechts Texte, die Musik von Hanns Eisler und die besondere Atmosphäre des Kurtheaters.

Für alle, die das Spektakel lieben

Jubiläumskonzert „Carmina Burana“, 12. Juli, 19:30 Uhr, Open Air am Turniergebäude

Dieses Konzert wird ein Ereignis. Sir Simon Rattle dirigiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Dazu kommen Solisten und über 500 Chorsängerinnen und -sänger aus ganz Bayern. Gemeinsam interpretieren sie Carl Orffs monumentale „Carmina Burana“ unter freiem Himmel vor dem frisch sanierten Turniergebäude. Ich bin überzeugt: Das wird einer jener Abende, über die man in Bad Kissingen noch lange sprechen wird. 

Das Turniergebäude
Das Turniergebäude // Julia Milberger

Für Fans von Cecilia Bartoli

Drei Abende mit einer Ausnahme-Künstlerin, 16.–18. Juli, jeweils 19:30 Uhr, Max-Littmann-Saal

Cecilia Bartoli gehört zur Geschichte des Kissinger Sommers wie kaum eine andere Künstlerin. Zehn Jahre lang war sie nicht zu Gast. Zum 40. kehrt sie gleich mit drei exklusiven Konzertabenden zurück nach Bad Kissingen. Am 16. Juli präsentiert sie mit Les Musiciens du Prince – Monaco ihr Programm „Queen of Baroque“ voller barocker Opernraritäten. Am 17. Juli folgt ein intimer Lieder- und Arienabend mit dem französischen Pianisten David Fray. Und zum Abschluss am 18. Juli steht Glucks „Orfeo ed Euridice“ in halbszenischer Aufführung auf dem Programm: eine Oper über die Macht der Musik selbst. Schöner kann ein Festival eigentlich kaum enden.

Für Nachtschwärmer und Technofans

Festival-Rave im Kurtheater, 18. Juli, ab 22 Uhr

Auch das gehört zum Kissinger Sommer. Nach fast sechs Wochen intensivster Festivalzeit verwandeln DJs der europäischen Technoszene das Kurtheater in einen Club. Der Rave hat sich zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt und ist vielleicht die schönste Art, gemeinsam Abschied vom Festival zu feiern: tanzend bis in die frühen Morgenstunden. Ich selbst werde bis zum Schluss bleiben!

Tickets: kissingersommer.de

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