0
Umfrage in Bad Kissingen
Jugendwort 2025: „Wir verwenden es eigentlich täglich“
Jugendwort des Jahres
«Das crazy» hat knapp gewonnen. (Archivbild) // Marijan Murat/dpa
Bad Kissingen – Die Ergebnisse überraschen: Wer kennt das Jugendwort des Jahres 2025? Wer nutzt es aktiv? Eine Straßenumfrage in Bad Kissingen zeigt, wie unterschiedlich Generationen mit Sprache umgehen.

„Das crazy“ ist das Jugendwort  2025 - gewählt von Tausenden, gesprochen von Millionen. Doch wie präsent ist es wirklich im Alltag? Eine Umfrage mit Schülerinnen und Schülern sowie Erwachsenen in Bad Kissingen zeigt: Die Bekanntheit und Nutzung des Begriffs ist sehr unterschiedlich. 

Trend erkannt, Wahl verpasst 

„Der Ausdruck passt sehr gut. ,Das crazy’ verwenden wir eigentlich täglich.“ Das Ergebnis der Wahl des Jugendworts 2025 kannten Alisha Sunday (16) und Angelina Woit (16), wohnhaft in Garlitz, nicht. Bei der Nennung des Gewinners ist alles klar. Der Ausdruck werde von ihnen im Alltag häufig verwendet – ganz selbstverständlich und ohne Bezug zur öffentlichen Wahl. Gerade deshalb empfinden sie das diesjährige Jugendwort sehr passend: Der Ausdruck sei längst Teil ihrer Sprache. 

von links: Alisha Sunday und Angelina Woit
von links: Alisha Sunday und Angelina Woit // Riccarda Rascher

Favorit hat nicht gesiegt

Maximilian Friebus (17) und David Kiesel (16) aus Bad Kissingen, erinnern sich, dass sie an der Wahl teilgenommen haben: „Also mein Favorit war 'taff', das verwende ich sehr häufig und gerne. Leider hat es nicht gewonnen“, sagt Friebus. Kiesel nutze im Alltag eher den zweiten Platz „checkst du“. Beide wussten noch nicht, welcher Ausdruck gewonnen hatte, fanden „das crazy“ aber passend. „Wir verwenden es nicht so häufig, aber man hört es schon oft“, sind sich beide einig. 

„Digga geht immer“

Sowohl Julia Brux (16) als auch Charlotte Seifert (16) aus Bad Kissingen, kannten den Gewinner des Jugendworts bereits. „Das crazy" sei auch Teil ihres Vokabulars, spiele aber im Alltag nicht die Hauptrolle. „Wir sagen lieber 'Schere', 'lowkey' oder 'Digga'“, erzählt Seifert. „Ja, 'Digga' geht immer“, stimmt Brux ihr zu. Für beide sei Sprache situationsabhängig: Was gesagt wird, hänge davon ab, mit wem man spricht und wie locker die Stimmung ist. 

von links: Julia Brux und Charlotte Seifert
von links: Julia Brux und Charlotte Seifert // Riccarda Rascher

Früher war alles „cool“

Anna-Lena Bittner (37) aus Hammelburg hat vom diesjährigen Jugendwortgewinner noch nichts gehört – „Das crazy“ kennt sie nicht, deshalb spielt es in ihrem eigenen Sprachgebrauch keine Rolle. Als Jugendliche sagte sie stattdessen einfach „cool“ – ein Begriff, der damals vieles ausdrückte und bis heute überdauert hat. 

Anna-Lena Bittner
Anna-Lena Bittner // Riccarda Rascher

Fast immer „up to date“

Sonja und Norbert Moritz
Sonja und Norbert Moritz // Riccarda Rascher

„Sonst sind wir immer up to date, nur heute haben wir noch keine Zeitung gelesen“, sagt das Ehepaar Norbert (70) und Sabine (68) Moritz aus Würzburg. Im Alltag haben sie „das crazy“ noch nicht gehört. Über ihre Enkel haben sie Einblicke in die aktuelle Jugendsprache. Daher seien ihnen Begriffe wie „chillig“ oder „chill die Base“ eher vertraut.

Inhalt teilen
  • kopiert!