An unzählige Erlebnisse und viele Kinder aus ihrer 40-jährigen Laufbahn erinnert sich die ehemalige Grundschullehrerin Hildegard Karl (72) noch heute gern. Vielleicht mag im damaligen Moment des Geschehens nicht alles gleich zum Lachen gewesen sein, doch mit Abstand von Jahrzehnten lässt sich über vieles nur noch schmunzeln.
Erlebnisse mit einem ganz besonderen Kind hat Hildegard Karl in ihrem Buch „Matthias – das unmögliche Kind“ zusammengefasst, das im Juli im Frieling Verlag erschien. In Kürze wird die Autorin erstmals daraus in Bad Kissingen und Bad Bocklet vorlesen.
Wahre Gegebenheiten
Das 88-seitige Taschenbuch über Matthias, von der Autorin selbst illustriert, ist bereits Karls 3. literarisches Werk. „Die meisten der 16 Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten“, versichert die Autorin. „Der Ur-Matthias hat mich dazu angeregt, weil er wirklich manchmal unmöglich war“, bestätigt sie rückblickend. Doch für ein ganzes Buch reichten die Erlebnisse mit diesem Jungen nicht aus, weshalb sie ihm noch ein paar andere aus ihrer Schulzeit zugeschrieben hat, „die nicht der Norm entsprachen“.
Sturkopf
Matthias ist ein Sturkopf, extrem lebhaft, kann sich oft nicht entscheiden und hat noch öfter recht merkwürdige Ideen. Er mag keine Äpfel, will nicht zum Zahnarzt und bringt mit seiner Sturheit seinen Religionslehrer, einen Schuhverkäufer und manche anderen Menschen seiner Umgebung zur Verzweiflung.
Schimpfworte und Nachtangst
Wie Matthias seine Nachtangst überwindet, wie es ihm ergeht, als er sich mit Schimpfwörtern versucht und noch einiges mehr erzählen die kleinen Geschichten über diesen quicklebendigen Jungen, den manche „unmöglich“ finden. Vielleicht ist er es tatsächlich manchmal, wenn auch nur auf den ersten Blick. „Matthias ist andererseits auch ein recht lieber Junge, sehr hilfsbereit und lustig“, beschreibt Hildegard Karl ihren kleinen Protagonisten.
Für Erst- und Zweitklässler
Eine ganz andere Figur spielt in „Hase Mümmel“, Hildegard Karls erstem literarischen Werk, die zentrale Rolle. „Ich habe immer schon gern Geschichten erfunden und erzählt.“ Deshalb verfasste sie vor 15 Jahren zwölf kurze Abenteuergeschichten für Erst- und Zweitklässler, die noch heute zur Schullektüre an ihrer früheren Arbeitsstätte gehören, der Grundschule in Bad Bocklet, aber bislang noch nicht als Buch veröffentlicht wurden.
Selbst erlebt
„Alle Geschichten habe ich so oder ähnlich selbst erlebt“, versichert die Autorin, denn der Hase Mümmel hoppelte früher in ihrem eigenen Garten und musste sich oft mit den Katzen der Nachbarn herumplagen. Da sich ihre einfach formulierten Geschichten auch zur Leseförderung eignen, konnte sie sogar selbst vor zwei Jahren ihre Mümmel-Geschichten nutzen, um nach Corona als Aushilfslehrerin an der Bad Bockleter Grundschule bei leseschwachen Kindern das durch Homeschooling erlittene Defizit wieder auszugleichen.
Auch Gedichte
Dass Hildegard Karl nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch eigene Gedichte verfassen kann, erfuhr die Öffentlichkeit spätestens vor drei Jahren nach Erscheinen ihres 50-seitigen Limerick-Bandes „Kleine Freude für alberne Leute“, ebenfalls von ihr selbst illustriert. „Ich habe schon immer gern mit Kindern aus lauter Freude viel gedichtet“, erzählt Karl. Aber auch zu Geburtstagen und anderen Familienfesten hat sie meist selbst verfasste Gedichte beigetragen.
Merkwürdiges und Skurriles
Im Laufe ihres langen Lebens hat Hildegard Karl viel erlebt und dabei auch Merkwürdiges und Skurriles beobachten können. So ist es kein Wunder, dass sie schon an einem neuen Werk arbeitet und – so ihre eigenen Worte – „Geschichten über eigenartige Menschen“ zusammenstellt, die sie vielleicht irgendwann mal unter dem Titel „Die Leute aus der Frankenstraße“ als Buch veröffentlichen wird.
Es sind Geschichten mit und über Menschen, die ihr im Leben begegnet sind. „Aber alle werden in den Geschichten stark verfremdet und erkennen sich bestimmt nicht wieder“, beruhigt die Autorin vorsorglich.
Geplante Lesungen
Für die nächste Zeit stehen aber erst einmal einige Lesungen aus ihrem neuen Buch „Matthias – das unmögliche Kind“ im Kalender, denn ihr Buch eignet sich nicht nur für Schulanfänger zum Lesen, sondern natürlich ebenso zum Vorlesen: Am Freitag, 29. September, liest die Autorin in der Bad Kissinger Buchhandlung „seitenweise“ vor Grundschülern aus Oberthulba.
Eine öffentliche Lesung für Jung und Alt gibt es am Montag, 2. Oktober, um 17 Uhr im Bücher-Pavillon Bad Bocklet. Geplant, aber noch unbestimmt ist ein Termin für die Lesung mit Hildegard Karl an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte, der Grund- und Mittelschule in Bad Bocklet.
Informationen zum Buch
Hildegard Karl: „Matthias – das unmögliche Kind“, Frieling Verlag, Taschenbuch, 88 Seiten, Preis: 13,90 Euro, ISBN 978-3828037953
Wer noch mehr Lust auf Lesen hat:











