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Osternacht
Ostern in Bad Kissingen: Hoffnung im Dunkel
Zeit für Menschen nach sich der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Anschluss an die Osternachtsfeier. Im Bild Hermine und Fritz Schrey, die ihre Diamantene Hochzeit begehen.
Zeit für Menschen nach sich der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Anschluss an die Osternachtsfeier. Im Bild Hermine und Fritz Schrey, die ihre Diamantene Hochzeit begehen. // Marion Eckert
Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm feierte gemeinsam mit Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk die Osternacht in der Erlöserkirche.
Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm feierte gemeinsam mit Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk die Osternacht in der Erlöserkirche. // Marion Eckert
Heinrich Bedford-Strohm predigte in der Osternacht
Heinrich Bedford-Strohm predigte in der Osternacht // Marion Eckert
Beinahe mystisch erschein der Kirchenraum.
Beinahe mystisch erschein der Kirchenraum. // Marion Eckert
An der Osterkerze wurden die vielen Kerzen der Gläubigen entzündet.
An der Osterkerze wurden die vielen Kerzen der Gläubigen entzündet. // Marion Eckert
Der Landesbischof spendete den Ostersegen.
Der Landesbischof spendete den Ostersegen. // Marion Eckert
Voll besetzt war die Erlöserkirche.
Voll besetzt war die Erlöserkirche. // Marion Eckert
Vorbereitung zum Abendmahl.
Vorbereitung zum Abendmahl. // Marion Eckert
Für die Fernsehübertragung wurde die Kirche in blaues Licht gehüllt.
Für die Fernsehübertragung wurde die Kirche in blaues Licht gehüllt. // Marion Eckert
“Brot des Lebens für Dich gegeben.“
“Brot des Lebens für Dich gegeben.“ // Marion Eckert
Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk sprach von einer ganz persönlichen Auferstehungserfahrung.
Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk sprach von einer ganz persönlichen Auferstehungserfahrung. // Marion Eckert
“Gebete der Nacht“ nannte Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk die Texte zu Beginn der Osternacht.
“Gebete der Nacht“ nannte Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk die Texte zu Beginn der Osternacht. // Marion Eckert
Beginn der Osterliturgie am Osterfeuer vor der Kirche.
Beginn der Osterliturgie am Osterfeuer vor der Kirche. // Marion Eckert
Bad Kissingen – Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm : Die Auferstehungsbotschaft gibt Kraft und Zuversicht für das Leben.

Das Osterfeuer brannte vor der Erlöserkirche. Von der benachbarten katholischen Stadtpfarrkirche waren die Glocken zu hören, die zur Osternacht einluden. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk freuten sich über dieses Zeichen der Ökumene in der Kurstadt.

Dann wurde es für die Geistlichen ernst. Die evangelische Osternacht wurde live im Bayerischen Fernsehen übertragen. „Ein bisschen aufgeregt war sich schon“, bekannte Barraud-Volk im Anschluss.

Volle Kirche

Lange vor Gottesdienstbeginn war die Erlöserkirche voll besetzt. Nicht jeder, der den Gottesdienst gerne besucht hätte, konnte eingelassen werden. Da half nur der Hinweis, schnell nach Hause zu fahren und die Übertragung anzusehen.

Mystisch wirkte das blaue Licht im Altarraum. „Das ist Fernsehdunkel, es wirkt wie Nachtblau“, versicherte Kirchenrätin Melitta Müller-Hansen (Beauftragte Evangelischen Kirche in Bayern für Hörfunk und Fernsehen).

Die Liturgie der Osternacht begann am Osterfeuer. „Wir feiern Christus, unser Licht. Aus der Dunkelheit des Todes nimmt er uns mit ins Licht des Lebens. Und pflanzt eine tiefe Hoffnung in unser Herz“, sagte Bedford-Strohm.

Osternacht in Bad Kissingen mit dem Gospelchor „PraiSing“ in der Erlöserkirche

Hoffnung im Dunkel der Welt

Diese Hoffnung auf Licht und Leben prägte die Osternacht. Doch zunächst der Abstieg in die Dunkelheiten der Welt. „Gebete in der Nacht“, nannte Pfarrerin Barraud-Volk diese Gedanken, die nahe an der Lebenswirklichkeit so vieler Menschen waren, die Sorgen, Nöte, Schmerzen und Leid in Worte fassten.

„Aus der Nachtseite der Welt komme ich zu Dir. In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht“, betete Barraud-Volk stellvertretend für die vielen Menschen, die Tag für Tag in Dunkelheit, Krieg, Krankheit und Ängsten leben.

Gospelchor führte zur Osterfreude

Musikalisch wurden die Worte und Gebete vom Gospelchor „PraiSing“ aus der Klage hin zur Osterfreude geführt. Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche leitet den Chor, Andre Müller spielte Saxophon. Denn im Leid bleibt es nicht. Ostern ist Auferstehung, ist Hoffnung. Die Dunkelheit weicht dem Licht.

„Christus unser Licht“ wurde beim Einzug der Osterkerze gesungen, die als Symbol für Christus als Sieger über den Tod steht. Von ihr breitete sich das Licht zu den vielen kleinen Osterkerzen der Gottesdienstbesucher aus.

Osternacht Bad Kissingen: "Christ ist erstanden"

„Christ ist erstanden“

„Christus ist auferstanden. Sein Licht vertreibt das Dunkel des Todes“, rief der Bischof zum Licht der Osterkerze in die dunkle Kirche. „Christ ist erstanden! Halleluja!“

Das Wissen um die Osterbotschaft gebe Hoffnung und Zuversicht, betonte der Bedford-Strohm in seiner Predigt.

„Der Tod hat nicht gesiegt. Das ist am Grab bei Jesus so. Und das wird auch bei mir so sein. Und das wird am Ende auch die ganze Welt erfahren.“

Viele Menschen haben in schweren Zeiten gesagt: „Wenn ich nicht von Ostern wüsste, dann könnte ich nicht weitermachen. Wenn ich durch die Dunkelheit hindurch das Licht nicht schon sehen würde, dann wäre meine Kraft am Ende.“

Auferstehung: Ein Wunder

Unglaubliches sei damals passiert, so unglaubliches, dass schließlich eine weltweite Hoffnungsbewegung daraus entstand. Bei allen Fragen um die Auferstehung, eines sei sicher: „Dass die Jüngerinnen und Jünger Jesu, die doch völlig am Boden waren, Erfahrungen gemacht haben, die alles geändert haben, die in ihnen große Freude und große Zuversicht ausgelöst haben.“

Auferstehung sei ein Wunder, solche Ostermomente könne jeder, auch heute noch im eigenen Leben erfahren.

Auferstehungserfahrung im eigenen Leben

Von solch einer ganz persönlichen Auferstehung sprach Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk in ihrer Predigt. Vor 30 Jahren erlitten sie und ihr Mann einen Schicksalsschlag und mussten durch ein tiefes Dunkel gehen. „Narben bleiben, aber die Wunden sind verheilt. In dieser Zeit hat Christus mich getragen. Es ausgehalten mit mir, in allen Tiefen.“ Heute gehören zur Familie zwei Töchter. „Aus der Tiefe ist Neues geworden. Das ist meine ganz persönliche Auferstehungserfahrung.“

Selbst solch eine Tiefe erlebt zu haben, gebe die Kraft, die Tiefen anderer mitzutragen.

Zeit für Menschen

Nach dem Abendmahl, vielen Dankesworten und dem Segen standen Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk bis Mitternacht vor der Kirche und waren für die Menschen da. Händeschütteln, persönliche Worte, Autogramme und eine Buchwidmung. Segensworte für Paare, die seit langem verheiratet sind.

Der Bischof strahlte und lachte. „Weil es mir einfach Freude macht. Das ist das Schönste am Amt, vielen Menschen zu begegnen.“ Reich beschenkt gehe er nach solchen Begegnung nach Hause. „Ich weiß, dass die Kirche nicht immer so gut gefüllt ist. Als Bischof darf ich oft solche wunderschönen Gottesdienste feiern. Die volle Kirche ist ein Geschenk der Gemeinde an den Bischof“.

Im Juni kommt der Landesbischof wieder nach Kissingen

Nach Bad Kissingen wird der Landesbischof in wenigen Woche erneut kommen. Am 18. Juni wird er im Rahmen des Kissinger Sommers, beim Kantatengottesdienst in der Erlöserkirche predigen.

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