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Ron Williams in Bad Kissingen
Motown bringt den Saal zum Beben
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Die Show The Sound of Classic Motown verwandelte den Max-Littmann-Saal in einen Tanzpalast. // Klaus Werner
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Ron Williams als kundiger Moderator. // Klaus Werner
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The Sound of Classic Motown im Regentenbau. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Ron Williams und exzellente Musiker begeistern mit weltbekannten Hits von „The Temptations“, Marvin Gaye oder „Diana Ross & The Supremes“ und anderen.
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Bad Kissingen – feel the heat! Time to dance!“ Diese Aufforderung musste Ron Williams bei der Tribute-Show „The Sound of Classic Motown“ im Max-Littmann-Saal nicht zweimal sagen. Schon mit dem Intro „Papa Was A Rolling Stone“ erfasste die Gäste der „Groove of Black Music“, der den ehrwürdigen Saal in einen Tanzpalast verwandelte.

Garanten hierfür waren nicht nur DJ Ron Williams, sondern auch die elf exzellenten Musiker sowie die zehn Sängerinnen und Sänger, die in wechselnden Formationen mal „The Temptations“, mal Marvin Gaye und mal „Diana Ross & The Supremes“ auf die Bühne darstellten.  

Motown, Stax oder Atlantic Records – das waren die Plattenlabels, die den groovigen Soul-Sound der sechziger und siebziger Jahre kreierten und damit den „schwarzen Rhythmus als Antwort gegen Rassismus und Hetze“ zu Weltruhm verhalfen, so Ron Williams in seiner Anmoderation bei der ausverkauften Tribute-Show im Max-Littmann-Saal. Im Zentrum stand aber die Historie von Motown Records, einem Plattenlabel, das um 1960 von Berry Gordy in der Autostadt Detroit (Motor-Town) gegründet wurde, viele Talente entdeckte und „funky Musik für ein junges Amerika“ salonfähig machte.

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The Sound of Classic Motown im Regentenbau. // Klaus Werner

Ein charmanter Plauderer

Ron Williams präsentierte sich als kundiger Moderator und unterhaltsamer Plauderer. Im schwarzen Sakko und mit dunkler Brille war der mittlerweile 84-Jährige Charakterkopf der „rote Faden“ des Konzerts, denn als „DJ on Air“ kündigte er die Stücke nicht nur an, sondern erzählte kleine Anekdoten zu den Musiktiteln im Kontext einer Zeit, als „schwarze Radiosender nur schwarze Musik spielten und weiße Radiosender nur weiße Musik“.

Er informierte im charmanten, deutsch-amerikanischen Kauderwelsch über die Künstlerinnen und Künstler sowie über deren Erfolge, schilderte die Entwicklung der Plattenlabels und ihren Einfluss auf die Bürgerrechtsbewegung oder inkludierte dazwischen kleine politische Botschaften, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit richteten.  

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The Sound of Classic Motown im Regentenbau. // Klaus Werner

Mehrere Glanzpunkte

Mit elf exzellenten Musikern in der Besetzung der legendären Funk Brothers – inklusive fünfstimmigem Bläsersatz und groovender Rhythmusgruppe – sowie zwei ausgezeichneten Background-Sängerinnen präsentierte sich der musikalische Hintergrund auf der großen Bühne.

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Ron Williams führte durch The Sound of Classic Motown im Max-Littmann-Saal. // Klaus Werner

Die Glanzpunkte waren einerseits die Auswahl der Musikstücke, was bei 110 Motown-Top-Ten-Hits nicht einfach war, und andererseits die Qualität der acht Sängerinnen und Sänger, die dank ihrer Choreographie, meist den Original-Interpreten nachempfunden, ihrer publikumsnahen Bühnenpräsenz und ihren kraftvollen Stimmen die Gäste aus der bequemen Sitzposition in den Tanzmodus katapultierten.

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The Sound of Classic Motown im Regentenbau. // Klaus Werner

Mal waren es die The Four Tops mit „Reach Out I’ll Be There“ oder „I Can’t Help Myself“, mal war es Marvin Gaye mit „I Heard It Through The Grapevine“, mal war es „Midnight Train To Georgia“ von „Gladys Knight & the Pips“, mal war es „Money – That’s What I Want“ (Barret Strong) als erster Hit von Motown Records, die nicht nur den Mitklatsch-Impuls beim Publikum auslösten, sondern die These von Ron Williams bestätigten: „Soul ist ein Rhythmus für den ganzen Körper.“ Weitere Glanzpunkte auf der „Seelen-Straße“ waren die Ballade „Easy Like Sunday Morning“ von den Commodores oder das groovige „My Guy“ von Mary Wells oder die beiden Evergreens „I Wish“ und „Superstition“ von Stevie Wonder.  

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Zahlreiche Hits waren im Max-Littmann-Saal zu hören. // Klaus Werner

Ausgiebig gefeiert – sowohl auf der Bühne wie auch im Saal und auf der Empore – wurden die beiden Motown-Super-Gruppen „Diana Ross & The Supremes“ und „The Temptations“. Im glitzernden Abendkleid begeisterten die drei Damen mit „Where Did Our Love Go“, „Stop! In The Name Of Love“, „Someday We’ll Be Together“ oder dem latino-rockigen „Love Child“. Als „erste Boygroup“ titulierte Ron Williams das Vokalquintett „The Temptations“, das sich 1960 gründete und über zehn Jahre Hit an Hit reihte und durch seine Bühnenchoreografie begeisterte. Den Beweis für die tanzbaren, soul-poppigen und sehr melodiösen Rhythmen lieferten die vier Sänger mit „My Girl“, „Get Ready“ oder der lautstark geforderten Zugabe „Papa Was A Rolling Stone“, die den Max-Littmann-Saal für fünfzehn Minuten nochmals zum Beben brachte.  

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