Drei großartige Stimmen huldigten Luciano Pavarotti im Max-Littmann-Saal des Regentenbaus. Johannes Groß, Oscar Marin und Sebastiano Lo Medico präsentierten sich als stimmgewaltige Tenöre, die den italienischen Ausnahmekünstler mit Arien aus Tosca, Rigoletto oder La Boheme ein musikalisches Denkmal setzten. Unterstützt wurden sie von Claudia Hirschfeld an der Orgel. Moderator Thomas Gerres schmückte den Abend mit Geschichten und Anekdoten zu Luciano Pavarotti aus.
Luciano Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren, er starb am 6. September 2007 – und fast 20 Jahre nach seinem Tod ist der Jahrhundert-Tenor immer noch eine Legende, die über die Welt der klassischen Musik von Verdi oder Puccini hinaus bekannt ist. 45 Jahre stand er auf den Bühnen der Welt und „hat die Klassik in die Wohnzimmer gebracht“, so Thomas Gerres.
Der bekannte TV- und Rundfunkmoderator informierte die rund 450 Gäste über die Biographie und das Lebenswerk Pavarottis. Er erwähnte die Auftritte des „Genussmenschen“ mit Placido Domingo und José Carreras als „Die drei Tenöre“ oder sein Benefiz-Engagement mit „Pavarotti & Friends“.
Stets in roten Socken
Gerres präsentierte sich als charmanter Plauderer, der Anekdoten zu den „roten Socken“ des Meisters oder über einen „krummen Nagel“ als Glücksbringer berichtete. Als kenntnisreicher Freund der Arien und Lieder versorgte er die Gäste auch mit Informationen zum Komponisten und zum Inhalt.
Begleitet wurden die drei Tenöre von Claudia Hirschfeld an einer weißen Orgel als „kleinstes Orchester der Welt“. Eigene musikalische Akzente setzte sie mit dem „Intermezzo Sinfonico“ aus der Oper „Cavalleria Rusticana“, mit „Gloria all‘́Egitto“ oder „Marcia Trionfale“ von Guiseppe Verdi.
Dem Weltstar der Klassik wurde auf der Bühne mit einem überdimensionalen Foto gedacht. Das war aber leider das einzige dekorative Element auf der großen Bühne im Max-Littmann-Saal, einige Blumen oder Pflanzen hätten der Atmosphäre gut getan.
Doch jenseits dieser Rahmenbedingungen brillierten die aus Deutschland, aus Spanien und aus Sizilien stammenden Sänger, die mit ihrem Stimmvolumen den Kissinger Konzertsaal füllten – „und dieser liegt auf Platz fünf im weltweiten Akustikranking“, so Thomas Gerres mit einem Lob für den Max-Littmann-Saal.
Der Startschuss für den klassischen Abend erfolgte mit „La donna é mobile“, dem bekannten Kanzone aus der Oper „Rigoletto“, bei dem sich die Drei schon mal von ihrer besten Seite zeigten. Danach ging es im fliegenden Wechsel weiter.
Oscar Marin stellte seine gesanglichen Qualitäten unter anderem mit der zerbrechlichen Arie „E lucevan le stelle“ aus Puccinis Tosca oder mit dem beschwingten „Mattinatta“ von Rugero Leoncavallo oder dem temperamentvollen „Granada“ unter Beweis – letzteres aufgepeppt mit einem lautstarken „Olé“ des Publikums.
Zum 10. Todestag
Eine musikalische Verbeugung vollführte er mit dem Lied „Luciano“, das von Claudia Hirschfeld anlässlich des 10. Todestages von Pavarotti komponiert wurde.
Sebastiano Le Medico eroberte die Herzen der Pavarotti-Fans mit der eindrucksvollen Arie „Che gelida manina“ aus Puccins „La Boheme“, mit dem getragenen „Ave Maria“ von Franz Schubert und mit „Caruso“, eine Hommage an den Enrico Caruso.
Heldentenor Johannes Groß vervollständigte den Abend mit der Arie „Vesti la giuppa“ aus der Oper „Bajazzo“ (Leoncavallo), mit einer Liebeserklärung und dem passenden Stück „Vergißmeinnicht“ (Non ti scordar di me) sowie das neapolitanische Lied „Core ́ngrato“ (Catari, Catari). Mal überzeugten die Sänger im Duett mit „Dein ist mein ganzes Herz“, mal brillierten sie als Gemeinschaft bei der venezianischen Hymne „O sole mio“ und „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ (Puccini).
Nicht verwunderlich, dass die begeisterten Gäste mit Standing Ovations eine Zugabe einforderten. Dieser Wunsch wurde von den musikalischen Akteuren unter anderem mit dem volkstümlichen Lied „Funiculi, Funiculá“ erfüllt, das im Jahr 1880 in neapolitanischer Sprache anlässlich der Eröffnung der Standseilbahn auf den Vesuv geschrieben wurde.









