Am 30. Mai 1953, als das Richtfest für das Bad Kissinger Terrassenschwimmbad gefeiert wurde, lichteten sich die Wolken nach dem Schmuddelwetter und die Sonne kam heraus. Dasselbe Wetterphänomen zeigte sich auch mehr als 70 Jahre später: bei der Wiedereröffnung des frisch sanierten Freibads. „Jetzt steht das Schwimmbad wieder in voller Blüte“, sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) zu den rund 200 Besucherinnen und Besuchern, für die der Eintritt an diesem Tag frei war.
Die Kinder, Frauen und Männer, allerdings in Regenjacken und nicht in Bademode gekleidet, konnten mit eigenen Augen sehen, was sich verändert hat. Die Stadt hat das sanierungsbedürftige Freibad instandgesetzt, zwischen 2017 und 2019 den Nichtschwimmerbereich und zwischen 2024 und 2026 das übrige Gelände. Dabei hatte das Freibad auch in den vergangenen Sommern geöffnet, aber nur in dem Bereich, der nicht saniert wurde.
Für die Gäste waren also vor allem das Eingangsgebäude und der Schwimmerbereich neu. So wurden Schwimm- und Sprungbecken, die früher gefliest waren, mit Edelstahl verkleidet. Außerdem hat die Stadt den Sprungturm saniert, die Damendusche neu gefliest, ein neues Kassensystem installiert und das Gelände größtenteils barrierefrei umgebaut. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Aber nicht alle Veränderungen sind sichtbar. Zum Beispiel beheizen drei Wärmepumpen die Becken und eine Fotovoltaikanlage erzeugt Strom.
Das sind die Bilder des Nachmittags:
Dirk Vogel betonte, dass auch die Stadt – neben Bund und Land – einen beachtlichen Teil des rund acht Millionen schweren zweiten Sanierungsteils gestemmt hat. Dabei stehe es Gemeinden und Städten frei, ob sie eine Badeanstalt betreiben. „Meine Bitte ist es deshalb, Schwimmbäder als kommunale Pflichtaufgaben zu sehen!“, forderte Vogel.
Auch künftig will die Stadt dafür sorgen, dass der Eintrittspreis nicht zu hoch ist, denn: „Das Terrassenbad war und ist ein Ort des gesellschaftlichen Zusammenhalts. In der Badehose sehen wir alle gleich aus.“
Dann kamen Bad Kissinger zu Wort, die vom früheren Terrassenschwimmbad erzählten. So Hannelore Meinberger. Als 14-Jährige beobachteten sie mithilfe eines Spiegels einen jungen Burschen, der später ihr Mann werden sollte, auf der legendären Ami-Wiese. Nächstes Jahr feiert das Paar die eiserne Hochzeit. Ins Terrassenschwimmbad geht Hannelore Meinberger immer noch.
Auch die Rosenkönigin Laura Pfülb hat im Terrassenschwimmbad die Sommer ihrer Kindheit und Jugend verbracht. „Es ist ein Wohlfühlort!“ Ihre Tochter, auch fleißige Schwimmbadgängerin, hat sich dieses Jahr vorgenommen, einen Rückwärtssalto vom Zehner zu trauen.
Artur Bömmel, der 43 Jahre lang die Gastronomie im Weizenturm betrieb, erinnerte sich, dass er das Kleingeld in Eimern zur Bank brachte, er Senfbrötchen „als billiges Essen für die einfachen Leute“ verkaufte und Touristen aus Berlin und dem Ruhrgebiet immer sagten, wie schön doch das Bad Kissinger Freibad sei.
Vier Taucher des Tauchclubs Nixe Bad Kissingen holten vom Grund des Sprungbeckens ein Banner und einen Rettungsring. Anschließend segneten der katholische Pastor Gerd Greier und die evangelische Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk das Schwimmbad.
Für das Highlight sorgten sicherlich die Turmspringer des Schwimmerbunds Bayern 07 aus Nürnberg. Sie sprangen im klassischen Stil und im Splashdive, sprich Arschbomben-Stil, vom Einser, Dreier, Fünfer und Zehner.
Das Jugendmusikkorps begleitete die Veranstaltung musikalisch.
















