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Reiterverein Bad Kissingen
Verein nimmt Reitanlage und Reitschule selbst in die Hand
Der Reiterverein Bad Kissingen und Pächterin Julia Hobusch gehen nach zehn Monaten getrennte Wege. Der Verein will die Reitanlage an der Oberen Saline ab sofort in Eigenregie betreiben.
Der Reiterverein Bad Kissingen und Pächterin Julia Hobusch gehen nach zehn Monaten getrennte Wege. Der Verein will die Reitanlage an der Oberen Saline ab sofort in Eigenregie betreiben. // Benedikt Borst
Reiterverein Bad Kissingen
Reiterverein Bad Kissingen // Reiterverein Bad Kissingen
Signet des Fränkischen Tags von Benedikt Borst
Bad Kissingen – Nach nur zehn Monaten gehen die Kissinger Reiter und Pächterin Julia Hobusch getrennte Wege. Weil es zuletzt oft Pächterwechsel gegeben hat, zieht der Verein Konsequenzen.

Am frisch sanierten Turniergebäude in der Au läuft derzeit der Aufbau für das Rakoczy-Reitturnier (Freitag, 1., bis Sonntag, 3. August). Doch der Reiterverein Bad Kissingen hat aktuell nicht nur mit dem großen Turnier allerhand zu tun, sondern auch auf der Reitanlage in der Oberen Saline.

Denn dort hat er einmal mehr keinen Betreiber für die Anlage und die Reitschule. Nach zehn Monaten gehen der Verein und Pächterin Julia Hobusch getrennte Wege.

Fünf Pächter in zehn Jahren

Zu den Hintergründen geben weder der Verein in Person des Vorsitzenden Horst Waldner noch Hobusch Auskunft. Sie verweisen auf eine vertraglich geregelte Verschwiegenheitspflicht. Dem Vernehmen nach ist der Pachtvertrag nach einem Jahr ausgelaufen und es wurde sich gegen eine Verlängerung entschieden.

Hobusch hatte den Betrieb der Anlage im Oktober vergangenen Jahres übernommen. Die Pferdewirtin hatte zuvor acht Jahre lang einen Pferdestall in Thüringen geführt und zog mit ihren Kindern nach Bad Kissingen, außerdem brachte sie neun Pferde für die Reitschule mit. Ziel war eine langfristige Zusammenarbeit. Im Gespräch mit dieser Redaktion bewertet sie die grundsätzliche Entwicklung von Anlage und Reitschule als positiv. Wie es für sie weitergeht, stehe noch nicht fest.

Julia Hobusch hatte den Betrieb der Anlage im Oktober 2024 übernommen.
Julia Hobusch hatte den Betrieb der Anlage im Oktober 2024 übernommen. // Benedikt Borst

Dem Verein ist es zuletzt nicht gelungen, Kontinuität in den Betrieb zu bringen. Hobusch war die fünfte Pächterin innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Daraus ziehen die Kissinger Reiter nun Konsequenzen. „Der Reiterverein wird ab 1. August die Anlage und die Reitschule selbst betreiben“, erklärt Vorsitzender Waldner.

Das ist keine geringe Aufgabe: Zu der Anlage gehören neben dem Stallgebäude die Reithalle, der angrenzende Reitplatz, Koppeln, Winter-Paddocks sowie eine Wohnung. „Leider hat das jetzt ein paar Mal aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert. Wir hoffen, dass wir das jetzt besser in den Griff kriegen, wenn wir es selbst machen“, betont er. Die Anlage gehört der Stadt. Der Verein hat sie gepachtet und für den Betrieb unterverpachtet.

Mitarbeiter kümmert sich um tägliche Aufgaben

Der Verein hat einen Mitarbeiter eingestellt, der sich um die tägliche Arbeit kümmert. Unterstützt wird er von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern beim Tagesgeschäft und beim Reitunterricht. „Zusätzlich werden wir mit externen Reitlehrern zusammenarbeiten. Für die Reitschüler wird sich außer dem Ansprechpartner nichts ändern“, erklärt Waldner. Der Fokus der Reitschule liege weiterhin auf der Jugendarbeit. Für Kinder und Jugendliche wird es neben klassischem Reitunterricht auch Voltigieren geben, zusätzlich biete man Unterricht für Fortgeschrittene und Sportreiter.

Vereinseigenen Pferdebestand aufbauen

Handlungsbedarf gibt es bei den vereinseigenen Pferden, die für die Reitschule gebraucht werden. Der Verein hatte bis vor kurzem ein einziges Pferd, hat inzwischen aber zwei neue angeschafft und will weiter investieren. „Wir werden unseren Pferdebestand neu aufbauen“, sagt er.

Den Verein sieht der Vorsitzende als „sehr gut aufgestellt“. Er habe ein engagiertes Vorstandsteam und motivierte Mitglieder. „Wir wuppen auch das Rakoczy-Reitturnier, das inzwischen wieder eine gewisse Größe erreicht hat, nur mit Ehrenamtlichen und Freiwilligen“, sagt er. Der Verein sei gut vorbereitet und stürze sich nicht unüberlegt in ein Abenteuer.

Horst Waldner
Der Vorsitzende Horst Waldner mit einem der Schulpferde des Bad Kissinger Reitervereins. // Milena Meder

„Wir wollen einen Beitrag für die Stadt und die Gesellschaft leisten“, betont er. Die Quadrille am Rakoczy-Fest sei sehr gut besucht gewesen und auch das Reitturnier entwickle sich erfolgreich. Die Teilnehmerzahlen in diesem Jahr haben sich im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. Zudem gibt es drei Springen in der höchsten Wertungsklasse S sowie die Franken-Meisterschaft. Der Reiterverein blicke optimistisch nach vorn.

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