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Abenteuer & Allrad 2025
Wieso die Camp-Area für vier Offroader unverzichtbar ist
Thomas Waldmann, Jochen Wagner, Renate und Stefan Mönnich und Familie Sixt berichten, was sie an der Camping-Area entlang der B286 so besonders finden.
Thomas Waldmann, Jochen Wagner, Renate und Stefan Mönnich und Familie Sixt berichten, was sie an der Camping-Area entlang der B286 so besonders finden. // Benedikt Borst
Bad Kissingen – Die Camp-Area füllt sich, 10.000 Menschen werden während der Messetage hier erwartet. Vier Besucher verraten, warum der Campingbereich eine ganz eigene Welt ist. 

Am Donnerstag, 19. Juni, startet mit der Abenteuer und Allrad 2025 in Bad Kissingen eine der größten Offroad-Messen weltweit. Einen Tag vorher sind die ersten Reise- und Expeditionsmobile aus aller Welt in der Kurstadt zu sehen. Mittwochs beginnt die Anreise für die Messebesucher. Und dass echte Offroader nicht in Hotels übernachten, sondern in der Natur, ist offenkundig: Tausende Besucher nutzen ihre Unimogs, PickUp-Wohnkabinen und Buschtaxis, um in Bad Kissingen zu campen.

Bis zu 10.000 Camper in Bad Kissingen erwartet

So verwandeln sich während der Messetage die Wiesen und Äcker entlang der B286 zwischen der Kläranlage und Arnshausen zu einer großen Offroad-Stadt. Die Messeveranstalter weisen dort insgesamt vier Camping-Bereiche aus, auf denen die Besucher unterkommen. 4.000 bis 5.000 Fahrzeuge werden erwartet mit bis zu 10.000 Campierenden – eine beeindruckende Zahl für eine Stadt mit rund 24.000 Einwohnern.

Abenteuer und Allrad 2025: Mittwoch ist Anreisetag für die Messebesucher, die Camp-Area in Richtung Arnshausen füllt sich mit Reise- und Expeditionsmobilen.
Abenteuer und Allrad 2025: Mittwoch ist Anreisetag für die Messebesucher, die Camp-Area in Richtung Arnshausen füllt sich mit Reise- und Expeditionsmobilen. // Benedikt Borst

Im Lauf der Jahre hat sich die Camping-Area zu einer Parallelwelt entwickelt, die für die Besucher beinahe genauso wichtig ist, wie die Messe selbst. „Sie ist eine Art Woodstock der Offroad-Szene und eines der größten Fernreisetreffen der Welt“, sagt Thomas Schmitt vom Veranstalter Prolog. Inzwischen gibt es auf dem Camp eine Bühne mit Livemusik am Abend, einen Cateringbereich, an dem die Camper sich mit Lebensmitteln, Snacks und Getränken versorgen sowie sanitäre Anlagen wie Toilettenwagen, Dixie-Toiletten und Duschen.

Auf dem Campinggelände gibt es jeden Abend Live-Musik
Auf dem Campinggelände gibt es jeden Abend Live-Musik // Benedikt Borst

Hier sitzt man am Abend mit Gleichgesinnten zusammen, tauscht Geschichten aus und teilt seine Träume vom Zauber ferner Welten. Diese Redaktion hat sich unter vier Besuchern der Camping-Area umgehört, was den Reiz dort ausmacht.

1. Thomas Waldmann aus Mainz: „Menschen finden, die das, was ich im Kopf habe, schon gemacht haben“

Thomas Waldmann (67) aus Mainz besucht zum fünften Mal die Offroad-Messe in Bad Kissingen.
Thomas Waldmann (67) aus Mainz besucht zum fünften Mal die Offroad-Messe in Bad Kissingen. // Benedikt Borst

Der 67-jährige Thomas Waldmann hat seit seiner Jugendzeit ein Faible für Abenteuerreisen, sei es auf dem Motorrad durch Marokko oder in der Bahn durch Russland. Aktuell träumt er davon, in seinem Landrover durch den Iran bis nach Indien zu fahren. Die Offroad-Messe und insbesondere der Austausch auf der Camp-Area sind da für ihn wichtig. Er genießt den Austausch mit Gleichgesinnten. „Das ist ein besonderer Menschenschlag. Sie sind offen, angstfrei und freundlich.“

„Ich mache mich ein bisschen schlau. Die Abenteuer und Allrad ist meine Infotheke, um die Pläne, die ich im Kopf habe, auf die Realität abzuchecken“, erklärt er. Er sucht Menschen, die das, was er vorhat, schon gemacht haben und die ihm von ihren Erfahrungen berichten. „Man will da ja nicht blauäugig reingehen. Fehler, die andere schon gemacht haben, muss man nicht selbst noch einmal machen.“ Der Austausch fängt bei technischen Details an und hört bei der Routenplanung auf. Waldmann besucht zum fünften Mal die Messe in Bad Kissingen.

2. Jochen Wagner aus Maikammer: Jungfernfahrt für neuen MAN-Expeditionstruck

Jochen Wagner aus der Pfalz nutzt die Messe, um seinen Reiselaster auf Herz und Nieren zu testen.
Jochen Wagner aus der Pfalz nutzt die Messe, um seinen Reiselaster auf Herz und Nieren zu testen. // Benedikt Borst

Dreimal war Jochen Wagner mit einem Unimog zur Messe gekommen, dieses Mal fährt er einen umgebauten MAN-Sattelschlepper. Die Wohnkabine des Offroad-Fahrzeugs hat er selbst ausgebaut. Das ist für das Auto die Jungfernfahrt. „Was gibt es Schöneres, als dorthin zu fahren, wo es uns schon drei Mal sehr gut gefallen hat“, sagt er. Ihm geht es darum, den Laster in Betrieb zu nehmen und zu sehen, ob er irgendwo Probleme macht. „Wenn etwas nicht funktioniert, finde ich hier auf jeden Fall jemanden, der die Lösung kennt.“

Ihm gefällt die entspannte Stimmung auf der Camp-Area. „Die Leute haben alle denselben Nagel im Kopf“, sagt der 50 Jahre alte Pfälzer. „Wenn man Kontakt sucht, findet man ihn hier leicht. Wenn man seine Ruhe haben will, kann man sich in die Privatheit zurückziehen.“ Das unterscheide die Messe in Bad Kissingen von anderen Fernreisetreffen.

3. Renate Mönnich aus Kempen (Niederrhein): Vorfreude auf Austausch und Vorträge

Renate Mönnich und Mann Stefan haben ihr erstes Offroad-Fahrzeug 2017 nach ihrem ersten Messebesuch noch in Bad Kissingen gekauft.
Renate Mönnich und Mann Stefan haben ihr erstes Offroad-Fahrzeug 2017 nach ihrem ersten Messebesuch noch in Bad Kissingen gekauft. // Benedikt Borst

2017 hat Renate Mönnich zum ersten Mal die Abenteuer und Allrad besucht und war direkt Feuer und Flamme. „Wir haben uns unmittelbar nach der Messe in einem Restaurant in Bad Kissingen über das Handy unsere Mercedes G-Klasse gekauft“, erzählt sie. Seitdem haben sie und Mann Stefan den Wagen nach eigenen Vorstellungen umgebaut und waren damit in Südost-Europa, den Alpen und den Pyrenäen unterwegs.

„Das schöne hier ist der Austausch. Man redet viel und kann sie alle möglichen Fahrzeuge und die technische Entwicklung angucken“, findet sie. Heuer will sie sich gezielt zum Thema Wasseraufbereitung unterwegs informieren. „Da kann man viel falsch machen“, sagt sie. Sowohl die Camp Area, als auch die Messe findet sie gut organisiert. Besonders freut sich Mönnich auf die Reisevorträge auf der Messe.

4. Familie Sixt aus Hilpoltstein: Traum vom robusten Offroader für Weltreisen

Holger Sixt, Frau Tanja, Tochter Olivia und Sohn Henry gehen im Urlaub immer campen, egal ob mit Reisemobil oder außerhalb Europas mit Zelt.
Holger Sixt, Frau Tanja, Tochter Olivia und Sohn Henry gehen im Urlaub immer campen, egal ob mit Reisemobil oder außerhalb Europas mit Zelt. // Benedikt Borst

„Wir fahren seit 15 Jahren Wohnmobil. In der Zukunft wollen wir uns ein Allradfahrzeug zulegen, aber das ist im Moment finanziell nicht darstellbar“, sagt Holger Sixt. Das Thema Fernreisen und Offroad reizt die Familie allerdings sehr: „Die Vorstellung, jenseits der ausgetretenen Pfade zu fahren mit einem robusten und Allradfahrzeug, das für eine Weltreise taugt, das reizt uns sehr“, sagt er.

Er kenne keinen besseren Ort, um sich zum Thema Offroad und Fernreisen zu informieren, als die Messe in Bad Kissingen. Das fange bereits auf der Camp-Area an. „Wir wollen schauen, was hier für Fahrzeuge stehen, mit den Leuten ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen. Außerdem wollen wir eine Vorstellung bekommen, was gebrauchte Fahrzeuge im Verkauf kosten“, erklärt er weiter.

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