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Hochwasserschutz
Wie Bad Kissingen Radwege vor Fluten schützen will
Der Weg beim Sportplatz in Hausen wird bei Hochwasser regelmäßig überflutet.
Der Weg beim Sportplatz in Hausen wird bei Hochwasser regelmäßig überflutet. // Marion Eckert
Bad Kissingen – Jährlich überflutet die Saale den Radweg bei Hausen. Die Stadt prüft Maßnahmen gegen die Wassermassen. Außerdem geht es um Bad Kissingens Himmelsleiter und den Kanal in der Rosenstraße.

Der Weg zum Sportplatz Hausen und der Radweg nach Kleinbrach sind regelmäßig von Überflutungen betroffen, da sie im Überflutungsgebiet der Saale liegen. Diese Wege werden gerne von Spaziergängern und Radfahrern genutzt und dienen als Zugang zum Sportplatz, der jedoch alternativ auch über Kleinbrach oder die Nordbrücke erreichbar ist.

In der Vergangenheit fanden bereits zahlreiche Diskussionen zu diesem Thema statt, unter anderem bei Bürgerversammlungen, im Stadtrat und mit dem Wasserwirtschaftsamt. Nun auch im Bauausschuss der Stadt. 

Größere bauliche Maßnahmen, um eine Überflutung zu verhindern, seien schwierig umsetzbar, heißt es aus dem Rathaus. Es müsse zudem davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Überflutungen trotz baulicher Maßnahmen und hoher finanzieller Investitionen zwar verringert, aber nicht vollständig verhindert werden könne.

47 Überflutungen pro Jahr

2022 stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung. Damals konnte die Häufigkeit der Überflutungen nicht genau bestimmt werden. Daher beschloss der Bauausschuss im Juli 2022, die Überflutungen am Weg zum Sportplatz in Hausen über einen Zeitraum von zwei Jahren zu beobachten.  

Die Verwaltung wurde durch Stadtrat Wolfgang Lutz aus Hausen dabei unterstützt, eine Fotodokumentation zur Überflutung anzulegen.

Die Auswertung ergab, dass der Weg im Zeitraum vom 20. Juli 2022 bis 20. Juli 2024 an 94 Tagen überflutet war, was einer durchschnittlichen Häufigkeit von 47 Überflutungen pro Jahr entspreche.

Diese Daten korrelieren mit dem Pegel am Prinzregentenbau, der ab 2,20 Meter für eine Überflutung relevant ist, erläutert Bauamtsleiterin Christine Schwind. Die Überflutungen treten hauptsächlich in der Hochwassersaison von Dezember bis März auf, wobei das Wasser entweder aus einem parallel zur Saale verlaufenden Graben oder direkt aus der Saale stammt.

Treffen vor Ort geplant

Welche Maßnahmen nun ergriffen werden können, um die Überflutung des Weges zu verhindern oder zu minimieren, soll in einem Vor-Ort-Termin mit den Stadträten, Vertretern der Verwaltung und des Wasserwirtschaftsamtes erörtert werden.

Bei allen baulichen Veränderungen seien es Stege, Brücken, Gitterroste oder eine Erhöhung des Weges, sei nicht nur mit hohen Investitions- und Betriebskosten zu rechnen, es müssen auch die Auswirkungen auf die Saale berücksichtigt werden. Eine sogenannte hydraulische Nachrechnung der Saale sei in solch einem Fall erforderlich, die mit 20.000 Euro veranschlagt wird.

Eine Himmelsleiter für Bad Kissingen

Im Volksmund wird der Fußweg zwischen der Karl-Streit-Straße und der Tilman-Riemenschneider-Straße als Himmelsleiter bezeichnet. Dieser Name wurde im Bauausschuss beschlossen, und der Gehweg wurde durch Widmung formell der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, in deren Bereich sich ein Teilstück befindet, habe dem zugestimmt, informierte Schwind.

Kanalaustausch in der Rosenstraße

Der Oberflächenkanal in der Rosenstraße weist auf einer Länge von 60 Metern gravierende Schäden auf, die durch eine Kamera-Befahrung festgestellt wurden. Risse, Scherben und starker Wurzeleinwuchs haben den Kanal beschädigt.

„Reinigen und Wurzelfräsen würde keinen Erfolg bringen. Es besteht Einsturzgefahr des Kanals“, so die Mitteilung aus dem Rathaus. Auch eine Linersanierung sei nicht möglich, weshalb ein Rohraustausch in offener Bauweise erforderlich wird.

Wie Bauamtsleiterin Schwind erklärte, sollen die vorhandenen Betonrohre entfernt und durch größere Betonrohre ersetzt werden, um den Rohrdurchmesser aufgrund hydraulischer Überlastung zu vergrößern. Der Kanal dient zur Ableitung von Oberflächenwasser aus dem Außenbereich. Die Maßnahme soll noch im November dieses Jahres umgesetzt werden. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 150.000 Euro.  

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