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Sanierung
Kissinger Freibad: Doch bauen und baden?
Unser Archivbild zeigt das Freibad vor der Sanierung des Nichtschwimmerbereichs (links). Im kommenden Jahr sind Sprung- und Schwimmerbecken an der Reihe.
Unser Archivbild zeigt das Freibad vor der Sanierung des Nichtschwimmerbereichs (links). Im kommenden Jahr sind Sprung- und Schwimmerbecken an der Reihe. // Ralf Ruppert/Archiv
Bad Kissingen – 2024 wird der Schwimmerbereich erneuert. Die Nichtschwimmerbecken sind es schon, trotzdem wollte die Stadt das Bad zu lassen. Das könnte sich ändern.

Den Kissinger Schwimmern und Familien droht nächstes Jahr ein Sommer komplett ohne Abkühlung im Schwimmbad: Das Hallenbad wurde im Herbst 2021 für immer geschlossen, wann das neue an der Kisssalis-Therme gebaut und geöffnet wird, ist ungewiss – sicher ist nur, dass es nicht bis 2024 fertig wird.

Gleichzeitig steht die Generalsanierung des Terrassenfreibades an, die das ganze nächste Jahr dauern wird. Das Bad soll in dieser Zeit geschlossen bleiben, auch wenn das große Nichtschwimmerbecken mit 85 Meter langer Rutsche sowie das Babyplanschbecken bereits vor vier Jahren erneuert wurden.

Zum Hintergrund: Die anstehenden Arbeiten betreffen den Schwimmerbereich: Das 50-Meter-Schwimmbecken sowie das Sprungbecken werden erneuert. Zusätzlich wird das Kassengebäude modernisiert, das Kassensystem digitalisiert und das ganze Bad barrierefrei erschlossen.

Argumente für saisonale Schließung des Terrassenschwimmbades

Bisher war die klare Haltung vom Bauamt und von Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) dazu, dass das Terrassenschwimmbad während der Arbeiten eine Saison zubleibt.

Begründet wurde das unter anderem damit, dass es technisch schwierig ist, den Nichtschwimmerbereich offen zu halten: Umwälzpumpen und Heizkessel müssen zum Beispiel getauscht werden – sie versorgen aber auch die Nichtschwimmerbecken. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken, finanzielle Aspekte und auch Sorgen, dass sich dadurch die Arbeiten in die Länge ziehen und der Badebetrieb insgesamt länger beeinträchtigt ist.

Betrieb technisch möglich?

Nun hat ein Umdenken eingesetzt. In der Haushaltsberatung am Mittwoch erklärte Oberbürgermeister Vogel, dass er es doch befürwortet, wenn der Nichtschwimmerbereich geöffnet bleibt. Ob das möglich ist, werde aktuell ausgelotet.

„Das wäre vor allem für Kinder und Jugendliche ein tolles Angebot im Sommer“, sagt Rathaussprecher Thomas Hack auf Nachfrage unserer Zeitung. Er verweist auf die technischen Aspekte. Es müsse gewährleistet werden, dass die Nichtschwimmerbecken ungeachtet der Bauarbeiten funktionieren. „Wir prüfen derzeit noch mit den beteiligten Ingenieuren, ob das technisch machbar ist. Von daher ist eine finale Aussage zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht möglich“, sagt Hack.

Stadtrat Bad Kissingen: Für Familien offen halten

Im Stadtrat stößt das Umdenken auf großen Zuspruch. „Wir sehen das Signal, alles zuzumachen, als das falsche“, meint beispielsweise Steffen Hörtler (CSU). Die Stadt dürfe nicht einen Sommer lang das Freibad komplett schließen, zumal sie kein Hallenbad anbietet. „Das kann kein Zustand für Bad Kissingen sein und passt auch nicht zu dem Anspruch, den Bad Kissingen haben muss“, findet er. Es sei zudem wichtig und notwendig, dass die Stadtwerke den Hallenbadneubau schnell realisieren.

„Am Ende ist die Frage, ob es sich wirtschaftlich darstellen lässt. Dann ist es wichtig, das Angebot zu machen“, meint Bernd Czelustek (SPD). Es müssten belastbare Zahlen dafür vorliegen, dann könne der Stadtrat sich mit der Frage befassen.

Richard Fix (Grüne) ist der Ansicht, dass sich der Badebetrieb im Nichtschwimmerbereich von den Bauarbeiten abtrennen lässt. Umkleiden, Toilette und Weizenturm seien in jedem Fall vorhanden. „Ich finde es gut, wenn es offen bleibt und kenne Schwimmer, denen es so wichtig ist, dass sie auch das Nichtschwimmerbecken nutzen würden“, sagt er. Er schränkt ein, dass das für den Großteil der Schwimmer zwar eher uninteressant sei, „aber vielleicht sind ja die Familien dankbar“.

Kinder und Jugendliche nicht benachteiligen

„Wenn sich eine Möglichkeit findet, das Bad offen zu halten und gleichzeitig die Baustelle zu betreiben, sind wir dafür offen“, sagt auch Alexander Koller (DBK). Der Betrieb des Freibades ist ein Verlustgeschäft, in das die Stadt viel Geld steckt. „Für uns Stadträte ist es deshalb wichtig, wenn es offen ist“, meint er.

Für ihn ist noch ein Argument wichtig: Der Nichtschwimmerbereich war schon während der Sanierung 2018/2019 einen Sommer gesperrt, während der Schwimmerbereich geöffnet hatte. Würde der Nichtschwimmerbereich ein zweites Jahr geschlossen bleiben, sieht er das als Benachteiligung von Familien mit Kindern und Jugendlichen. „Wenn wir die Möglichkeit haben, den Familien etwas Gutes zu tun, dann sollten wir das machen“, betont Koller.

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