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Alltag aktiv gestalten
Bad Kissinger Seniorenbeirat sucht Kandidaten
Seniorenbeirat Bad Kissingen
Hermann-Josef Dresbach (72; rechts), Vorsitzender des Bad Kissinger Seniorenbeirats, und 2. Stellvertreter Thomas Menz (54), Stadtratsbeauftragter für Seniorinnen und Senioren. // Sigismund von Dobschütz
Bad Kissingen – Die Kissinger Senioren sind fit für die Zukunft und gestalten ihren Alltag aktiv mit – jetzt sind weitere Mitmacher gefragt. Wer Ideen für Alltag und Freizeit hat, kann das Gremium mit seinem Einsatz bereichern.

Aktuell läuft die Suche nach Kandidaten, die sich ehrenamtlich für die Interessen und Belange älterer Mitbürger im Bad Kissinger Seniorenbeirat aktiv einbringen wollen. Das Mindestalter von 60 Jahren und der Wohnsitz im Stadtgebiet Bad Kissingen sind die beiden einzigen Voraussetzungen für die Kandidatur. Anmeldeschluss ist Freitag, 19. Juni. Die anschließende Wahl zur Mitgliedschaft im Seniorenbeirat läuft als Briefwahl ab Montag, 29. Juni, bis Freitag, 17. Juli. Wahlberechtigt sind alle Kissinger ab 18 Jahren.

Elf gewählte Mitglieder

„Wir haben jetzt schon 13 Kandidaten“, freut sich Beiratsvorsitzender Hermann-Josef Dresbach (74). „Je mehr Kandidaten sich zur Wahl stellen wollen, umso besser.“ Jene elf Kandidaten, die bei der anschließenden Wahl die meisten Stimmen bekommen, bilden dann den neuen Bad Kissinger Seniorenbeirat. „Wir sind kein Verein und haben keine Vereinskasse“, betont Dresbach im Pressegespräch. Der im Sommer 2003 eingeführte Bad Kissinger Seniorenbeirat setzt sich aus elf gewählten Mitgliedern zusammen, die aus ihrem Kreis den Vorstand wählen. Zweiter Stellvertretender Vorstand ist amtsbedingt immer der vom Stadtrat jeweils bestimmte Stadtratsbeauftragte für Senioren. Diese Aufgabe hat seit Mai SPD-Stadtrat Thomas Menz (54) übernommen. Weitere nicht stimmberechtigte Mitglieder im Seniorenbeirat sind der Oberbürgermeister und die Vertretung des Referats Jugend, Familie und Soziales.

„Die Arbeit unseres Seniorenbeirats besteht aus zwei Säulen“, beschreibt der Vorsitzende das ehrenamtliche Engagement des Gremiums – Beratung und Unterhaltung. Die jeweiligen Inhalte bestimmen die Beiratsmitglieder grundsätzlich selbst. „Einerseits beraten wir die Stadtverwaltung und den Stadtrat in allen seniorenspezifischen Fragen.“ Zwar hat der Beirat keinen direkten Zugriff auf den Stadtrat, aber die Mitgliedschaft des Stadtratsbeauftragten sieht Dresbach als „Scharnierfunktion, um für uns Wichtiges aus der Verwaltung zu hören und um selbst gehört zu werden“.

Früh um Einschätzung gebeten

Dies gilt vor allem, um bei anstehenden Projekten schon im Vorfeld eingebunden zu werden. Natürlich kann nicht jeder Wunsch erfüllt werden, weiß Stadtratsbeauftragter Menz. Mit seiner inzwischen zwölfjährigen Erfahrung als Stadtrat könne er aber den Beiratsmitgliedern verständlich machen, „was machbar ist und was – auch haushaltsbedingt – manchmal nicht geht“. „Wir haben es geschafft, dass die Mitwirkung unseres Beirats in der Stadtverwaltung automatisiert ist“, freut sich Vorsitzender Dresbach über die aktuelle Zusammenarbeit. Seit einigen Jahren werde der Seniorenbeirat tatsächlich schon frühzeitig bei Projektplanungen um seine Einschätzung gebeten. „Wir sind inzwischen ein wenig an die Stadtverwaltung angedockt“, ist Dresbach dafür dankbar. „Das war nicht immer so.“ Aus dieser „freundschaftlichen Verbundenheit“ mit der Verwaltung habe sich im Beirat inzwischen auch das Gefühl „Wir sind Stadt“ gefestigt.

Schon viel bewirkt

„Wir wollen die Verwaltung nicht belehren, sondern mit unserem gesunden Menschenverstand beraten.“ Immerhin verfüge der Seniorenbeirat mit seinen elf gewählten Mitgliedern – sofern man 25 Jugendjahre jeweils unberücksichtigt lässt – „insgesamt über 550 Jahre Lebenserfahrung – privat und beruflich“. Es sind nicht immer die „großen Dinge“, die für Senioren wichtig sind. Oft sind es scheinbare Kleinigkeiten, bringt Dresbach ein Beispiel: Als in der Stadt neue Bänke installiert werden sollten, empfahl der Seniorenbeirat, deren Sitzfläche fünf Zentimeter höher anzusetzen. Die Stadt folgte dieser Empfehlung, und der Beirat hat schon positive Rückmeldungen von Senioren bekommen. Ein ungelöstes Problem sei noch immer die Situation in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz. Zwar habe die Stadtverwaltung im Zusammenwirken mit Polizei und kommunalem Ordnungsdienst schon manches bewirkt, aber vor allem die Radler und E-Scooter-Fahrer seien noch immer ein Problem. Der Bevölkerungsanteil der über 60-Jährigen liegt in Bad Kissingen mit einem Drittel generell schon höher als der Bundesdurchschnitt (26 Prozent), „aber auf dem Marktplatz ist der Seniorenanteil sicher bei 60 Prozent“, schätzt Dresbach. Die zweite Säule der Beiratsaufgaben ist die Organisation von Informations- und Unterhaltungsveranstaltungen für ältere Mitbürger. Dresbach: „So inhomogen die Altersgruppe der Senioren ist, so variantenreich sollen auch unsere Veranstaltungen sein.“

Als Beispiele nennt er Vorträge zu Gesundheitsthemen, zur elektronischen Patientenakte oder Internet- und Handy-Nutzung, aber auch Schnupperkurse auf dem Golfplatz oder das traditionelle Sommerfest, das diesmal am 8. Juli ab 14 Uhr im Heiligenhof unter dem Motto „Sommer, Freude, Schmetterlinge“ stattfindet. Themen oder Art der Veranstaltungen sind vom Phantasierreichtum der Beiratsmitglieder abhängig. Nach Zustimmung des Gremiums darf der Ideengeber dann sein Projekt eigenverantwortlich organisieren und durchführen, wie es bei der aktuell laufenden Reihe von Lesungen der Fall ist.

Bewerbung bis 19. Juni

„Es kommt auf die Mischung unseres Seniorenbeirats an“, hofft der Vorsitzende auf Anmeldung engagierter Kandidaten. „Gerade die Zusammensetzung aus jüngeren und älteren Senioren, aus neu zugezogenen und alteingesessenen Einwohnern ist eine phantastische Sache. So macht das Ehrenamt Spaß.“

Kandidieren kann jeder Kissinger Einwohner ab 60 Jahren; Anmeldung bis Freitag, 19. Juni 2026, im Rathaus, Dachgeschoss, Zimmer 20 (Referat Jugend/Familie/Soziales); Telefon 0971/807 43 02; Mail: jugfamsoz@stadt.badkissingen.de. Wahlberechtigt ist jeder Kissinger Einwohner ab 18 Jahren; Wahlunterlagen gibt es ab Montag, 29. Juni 2026; Kontakt wie oben; Abgabe des Wahlscheins bis spätestens Freitag, 17. Juli 2026, möglich.

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