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OB-Wahlarena Bad Kissingen
Die häufigsten Publikumsfragen: Vogel und Kiesel antworten
Wahlarena: Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen?Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen
Podiumsdiskussion mit den Bad Kissinger OB-Kandidaten Dr. Dirk Vogel (SPD) und André Kiesel (CSU) am 19. Januar 2026 im Max-Littmann-Saal. // Rüdiger Schwenkert
Bad Kissingen – Bei der OB-Wahlarena wollten viele ihre Fragen loswerden. Doch das Interesse war zu groß, um alles zu klären. Was treibt die Kissinger um? Die Kandidaten beantworten acht häufige Fragen.

 Bei der Wahlarena in Bad Kissingen zur Oberbürgermeisterwahl war nicht nur der Besucherandrang groß: Die Leute wollten viele Fragen an die beiden Kandidaten, André Kiesel (CSU) und OB Dirk Vogel (SPD), loswerden. 40 bis 50 davon wurden vorab per E-Mail bei unserer Redaktion eingereicht und während der Veranstaltung auf Zetteln notiert – zu viele, um sie alle bei der Publikumsrunde behandeln zu können. Was treibt die Bad Kissinger um? Die Kandidaten beantworten acht häufige Fragen.

Frage 1: Eine Teenagerin will wissen, ob die Kandidaten sich für zusätzliche Angebote für Kinder einsetzen. Gibt es Chancen für einen Trampolin- oder einen Indoor-Funpark in Bad Kissingen?

Dirk Vogel: Na klar! Wir erneuern im Moment sieben Spielplätze. Am Westring entsteht ein Spielplatz mit Pumptrack und multifunktionalem Mini-Spielfeld für ältere Kinder und Jugendliche. Wenn wir die Eishalle wieder besitzen und ein Eishallenbetrieb nicht funktioniert, wäre für mich eine Umnutzung als Indoorspielplatz oder Trampolinhalle eine wunderbare Möglichkeit.

Wahlarena: Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen?Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen
Der Amtshinhaber: Bad Kissingens Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (SPD). // Rüdiger Schwenkert

André Kiesel: Es ist mir sehr wichtig, dass es wieder mehr Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Bad Kissingen gibt. Aus diesem Grund hat der Bau eines Hallenbades für mich eine große Bedeutung. Einen Trampolin- oder einen Indoor-Funpark könnte ich mir im Gebäude der Eishalle vorstellen.

Frage 2: Nicht jedes Haus sei für Wärmepumpen geeignet, auch nicht durch Umbauten. Wie stellen sich die Kandidaten die Wärmeversorgung der Stadtteile vor?

Vogel: Wir haben unsere Wärmeplanung für das Stadtgebiet abgeschlossen. Klare Botschaft ist: Fernwärme wird in den Stadtteilen derzeit nicht gebaut, weil es zu teuer ist. Wo es bereits Fernwärme gibt, zum Beispiel am Sinnberg, prüfen wir mit den Stadtwerken einen Ausbau. Bitte lassen Sie sich von den hiesigen Handwerksbetrieben beraten, was bei Ihnen technisch und wirtschaftlich Sinn macht. Wir wollen als Stadtwerke in Zukunft auch „Wärme-Contracting-Verträge“ anbieten. Das dürfte insbesondere für diejenigen interessant sein, die aktuell nicht so viel investieren wollen, aber zum Beispiel aus technischen Gründen ihre Heizung wechseln müssen.

Kiesel: Nach meiner Kenntnis wäre der Ausbau eines Nah- und Fernwärmenetzes nur im Bereich der Altstadt realistisch. Für die Stadtteile steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Daher obliegt es jedem Bürger, eigenverantwortlich für sich die beste Wärmeversorgung zu finden. Hier werden wir sie als Stadt Bad Kissingen unterstützen.

Frage 3: Bleibt die Vereinsförderung trotz der angespannten Haushaltslage im bisherigen Umfang erhalten?

Vogel: Ja. Derzeit sind es 55.000 Euro Investitionsförderung, 45.000 Euro Grund- und Jugendförderung und nochmal 50.000 Euro für die Sportplätze.

Kiesel: Die Vereine leisten einen entscheidenden Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Die Vereinsförderung im bisherigen Umfang wird sicher erhalten bleiben. Zudem werde ich mich für eine kostenfreie oder vergünstigte Nutzung Kissinger Hallen, Räume und Plätze einsetzen. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Kissingen und ihren Vereinen möchte ich verbessern.

Frage 4: Was wird der künftige Oberbürgermeister machen im Hinblick auf das Klima?

Vogel: Viel, die Kläranlage wird energieautark, die Wärmeversorgung an der Kisssalis-Therme wird mit intelligenter Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und mit unserem Programm „Wir machen’s uns grüner“ werden weitere Flächen entsiegelt und in der Innenstadt straßennah werden weitere Bäume zur Verbesserung des Mikroklimas gepflanzt. Die Stadtwerke werden stärker in die Energieerzeugung einsteigen, um mit Windenergie- und Photovoltaikanlagen sowie Batteriespeichern in Zusammenarbeit mit dem Landkreis ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Wahlarena: Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen?Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen
Der Herausforderer: André Kiesel (CSU). // Rüdiger Schwenkert

Kiesel: Ich werde natürlich die bisher begonnenen klimafreundlichen Projekte der Stadt Bad Kissingen fortführen. Zudem werden wir bei zukünftigen Quartiersplanungen den Aspekt besonders berücksichtigen. Ein weiterer Punkt ist, den ÖPNV attraktiver zu machen. Schließlich werden wir für Ideen der Bürger ein offenes Ohr haben.

Frage 5: Muss das Kurgebiet geändert werden, um Leerstände zu vermeiden und Wohnungen zu ermöglichen?

Vogel: Im Moment: Nein. 25 Prozent Wohnen sind möglich. Eine Ausweitung dieser Regelung würde die Gefahr erhöhen, dass sich bisher im Fremdenverkehrswesen tätige, erfolgreiche Eigentümer von ihren Objekten trennen und andere Nutzungen zulassen, vor allem „nur“ Wohnen. Damit entgingen Kurtaxeinnahmen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort. Eine „Schlafstadt“ im Kurgebiet möchte ich nicht.

Kiesel: Das Sondergebiet Kur dient der Gesundheit, Erholung und Ruhe. Wir werden prüfen, ob eine Modernisierung der Satzung dem Wohle von Bad Kissingen dient. Vorstellbar wäre eine Öffnung für betreutes Wohnen.

Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen
550 Besucher kamen zur Wahlarena in den Regentenbau zum Duell zwischen Amtsinhaber Dirk Vogel (SPD) und André Kiesel (CSU) und nutzten die Gelegenheit, um Fragen an die beiden Kandidaten loszuwerden. // René Ruprecht

Frage 6: Welche Ideen haben Sie, den Radverkehr und ÖPNV weiterzuentwickeln und die Verbindung Bahnhof-Stadtmitte zu verbessern?

Vogel: Da der ÖPNV sehr teuer ist und Busfahrer fehlen, können wir den ÖPNV nicht einfach ausweiten. Stattdessen sollten wir Verbesserungen vornehmen, also etwa dort weniger fahren, wo es niemand oder sehr wenige nutzen. Und dort erhöhen, wo die Taktung zu gering und die Nachfrage zu hoch ist. „Heiße Luft“ sollten wir nicht durch Bad Kissingen fahren. Das Anliegen in Bezug auf die Taktung Bahnhof – Innenstadt bitte konkretisieren.

Kiesel: Wir werden prüfen, ob eine Taktverdichtung zu Hauptzeiten zwischen Bahnhof und Innenstadt mit dem neuen Betreiber möglich ist und ob der Fahrplan optimiert werden kann. Mein Ziel wäre es, die Lücken im Radwegenetz zu schließen und bei Straßenerneuerungen auch Radwege mit zu berücksichtigen.

Frage 7: Wann werden die Trauerhallen an den Friedhöfen saniert?

Vogel: In Albertshausen haben wir mit unserem Servicebetrieb jüngst neu gestrichen und Verbesserungen in Poppenroth mit einer Rampe an der Aussegnungshalle erzielt. So geht es weiter. Am Parkfriedhof haben wir in der Tat grundsätzlicheren Modernisierungsbedarf. Wir schauen uns das an und werden in Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten Verbesserungen in den nächsten Jahren erzielen.

Kiesel: Sobald ich Oberbürgermeister bin, werde ich mir die Trauerhallen an den Friedhöfen genauer ansehen und je nach baulichem Zustand zeitnah handeln. Kleinere Sanierungen können vom Servicebetrieb übernommen werden.

Frage 8: Haben Sie sozialpolitische Ideen für die Stadt?

Vogel: Das wichtigste Thema ist die Integration in Bad Kissingen. Wir als Stadt wollen, dass die Menschen zusammenleben, arbeiten und lernen. Ich erwarte von allen Menschen, die zu uns gekommen sind, dass sie mitmachen. Das allein reicht nicht aus. Wir müssen als Staat und Stadt diese Menschen fördern und fordern. Dann kann das richtig gut werden.

Kiesel: Gemeinsam mit der GEWO müssen wir mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Weiter werden wir die Einführung von sozialen Tarifen und Seniorentarifen beim ÖPNV prüfen. Ich möchte Gemeinschaft fördern durch Stärkung des Ehrenamtes und mich für eine barrierefreie Stadtplanung einsetzen.

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