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OB-Wahl in Bad Kissingen
Dirk Vogel will Wachstum: „Die Stadt hat Kraft“
Dirk Vogel (SPD) will zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister von Bad Kissingen gewählt werden.
Dirk Vogel (SPD) will zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister von Bad Kissingen gewählt werden. // René Ruprecht
Bad Kissingen – Der SPD-Politiker strebt eine zweite Amtszeit an und setzt auf nachhaltiges Wachstum und wirtschaftliche Stabilität. Welche Ideen für ihn für Bad Kissingen im Fokus stehen.

Für Dirk Vogel (SPD) ist es der zweite Wahlkampf zum Oberbürgermeister von Bad Kissingen. Wenn es nach dem 48-jährigen, promovierten Sozialwissenschaftler geht, wird der Wahlkampf 2026 nicht der letzte sein. Er denkt langfristig: Zwei bis drei weitere Amtszeiten könne er sich vorstellen, „wenn die Kraft reicht und die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern da ist.“

Vogel will langfristig Oberbürgermeister bleiben

Wird er gefragt, wieso er im Amt bleiben möchte, betont er die Verbundenheit. Für seine Heimatstadt – Vogel ist hier aufgewachsen und hat hier Abitur gemacht – wolle er etwas bewegen. „Das ist nach wie vor die Motivation für mich. Ich will weitermachen, denn ich bin der festen Überzeugung, dass es kein Zufall war, dass wir in den letzten Jahren so viel hinbekommen haben“, sagt er.

Vogels großes politisches Ziel ist langfristig angelegt: Die Stadt will er später so hinterlassen, „dass sie in Balance ist“, erklärt er. Sprich: Bad Kissingen soll wirtschaftlich und finanziell so gut aufgestellt sein, dass es Spielraum für Investitionen gibt, anstatt anhaltender Spardiskussionen.

Nach der Wahl 2020 hat Vogel mit seiner Frau und beiden Kindern alle Zelte in Hessen abgebrochen und Bad Kissingen wieder zum Lebensmittelpunkt gemacht. Neben dem Amt steht für ihn die Familie im Mittelpunkt. „Wenn ich mit meiner Familie und meiner Frau harmonische Zeiten habe, wenn wir mit den Kindern draußen unterwegs sind, macht mich das auf jeden Fall glücklich“, sagt er.

Familie, Sport und True-Crime

Der OB ist als Privatmensch an vielen Dingen interessiert, egal ob es um die Erziehung des Familienhundes geht, True-Crime-Podcasts, harte Rockmusik und Sport. In der Jugend aktiver Fußballer beim Post SV Bad Kissingen, hat Vogel später Kampfsport trainiert. Das reizt ihn bis heute. „Wenn ich genug Zeit dafür hätte, würde ich sie beim Sambo oder beim Boxen investieren“, sagt er.

Weil im Alltag nicht viel Raum für regelmäßige Hobbys bleibt, läuft es aktuell auf Trainings in den späten Abendstunden hinaus: entweder beim Joggen oder beim Krafttraining im Fitnessstudio. „Danach ist der Kopf einfach anders und ich fühle mich gut“, sagt er. Private und berufliche Interessen vermischen sich. Vogel liest gern, dann aber weniger unterhaltende Literatur, sondern - ganz der Sozialwissenschaftler - akademische Fachthemen.

Wahlarena: Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen?Wer wird Oberbürgermeister in Bad Kissingen
Podiumsdiskussion mit den Bad Kissinger OB-Kandidaten Dr. Dirk Vogel (SPD) und André Kiesel (CSU) am 19. Januar 2026 im Max-Littmann-Saal. // Rüdiger Schwenkert

Im Rückblick auf die erste Amtszeit nennt er es als Erfolge, die Kitaplatz-Not weitgehend gelöst und den Neubau der Henneberggrundschule begonnen zu haben sowie das bald fertig sanierte Terrassenfreibad. „Die Großprobleme sind in geordneten Bahnen“, meint er.

Wachstum für Bad Kissingen

Er wolle sich nicht dem allgemeinen Pessimismus in Deutschland anschließen. Die Ausgangslage, um Bad Kissingen voranzubringen, sei gut. „Die Stadt hat Kraft. Wir haben die höchsten Steuereinnahmen jemals, inflationsbereinigt im Vergleich zu 2019 um 25 bis 30 Prozent mehr“, sagt Vogel. Er setzt auf Wachstum, sowohl für Unternehmen als auch für Einwohner, als Basis für die weitere Entwicklung. Das neue Gewerbegebiet in der Kaserne-Nord genießt deshalb Priorität. Für den Wohnungsbau „wollen wir den Bauturbo nutzen und in zweiter Reihe bauen lassen. Wir werden offensiv städtische Baugrundstücke anbieten.“

Er unterstreicht, dass Bad Kissingen gute Chancen hat, Unternehmen und Menschen anzuziehen. Metropolregionen würden an Wachstumsgrenzen stoßen. „Wir verbinden alle Vorteile von Urbanität und ländlichem Raum, und ich glaube, damit können wir punkten“, ist er sicher.

Den Bau eines neuen Hallenbades sowie die Entwicklung der Kisssalis-Therme mit eben dem Hallenbad, Wohnmobilstellplätzen sowie einem Hotel sieht Vogel als wichtige Projekte.

Sondervermögen: „Alles in die Straßen“

Bei der Eishalle zeigt er sich zuversichtlich, dass die Stadt die Klage gewinnt und das Objekt zurückerhält. Was dann passiert, „ist mit einem großen ,Schauen wir einmal‘ versehen.“ Die Stadt werde die Eishalle nicht allein betreiben. „Wir müssen über Kosten und Beteiligungen reden und dann sehen wir, ob ein Betrieb möglich ist.“ Alternativ hält er dort eine Padel-Tennisanlage oder eine Trampolinhalle für denkbar, letzte Option wäre, sie für den Servicebetrieb als Lager zu nutzen.

Straßenerneuerungen stehen ebenfalls auf der Agenda. Vogel dämpft die Erwartungen: „Ich werde nichts versprechen, das ich nicht halten kann. Ich werde es in 18 Jahren nicht einholen können, dass vorher 30 Jahre zu wenig gebaut wurde.“ Er setzt auf das Sondervermögen des Bundes: Das soll komplett in die Infrastruktur fließen. Zudem verweist er auf anstehende Großvorhaben des Staatlichen Bauamts mit dem Neubau der Südbrücke, der Sanierung der Schlachthofkreuzung und dem Bau der B 286 neu von Bad Kissingen zur A 71.

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