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Sprachdiplome erhalten
Deutschbüffeln lohnt sich
Berufsintegrationsklasse
Ein Grund zum Feiern: Der Jahrgang 2025/2026 der Berufsintegrationsklassen hat beim Deutschen Sprachdiplom gut abgeschnitten. // Anke Schmitt-Gundelach
Signet des Fränkischen Tags von Anke Schmitt-Gundelach
Bad Kissingen – Die Bad Kissinger Integrationsschüler feiern ihre Sprachdiplome – und eine stilvolle Abschlussparty.

Ungewohnt feierlich war der Zeugnistag in diesem Jahr für die beiden Berufsintegrationsklassen (BIK) an der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen. Gemeinsam mit ihren Klassenleiterinnen Katharina Reinig und Aileen Bögner hatten sie entschieden, dem Anlass einen edlen Rahmen zu geben – inklusive Musik, Buffet und festlicher Garderobe. So erschienen etliche der jungen Herren mit Hemd und Krawatte, die Damen im langen Kleid zur Abschlussparty im Schulrestaurant.

Freude und Aufbruchstimmung lagen in der Luft, aber auch ein Hauch von Wehmut, denn für diese Schülerinnen und Schüler ist die Berufsschule Bad Kissingen in den letzten zwei bis drei Jahren zu einer zweiten Heimat geworden. Hier haben sie als junge Migranten unter anderem aus Afghanistan, der Ukraine, Syrien, der Türkei oder Gambia im deutschen Bildungssystem Fuß gefasst, Freunde gefunden und vor allem Deutsch gelernt – unterstützt von einem Team von Fachlehrkräften und Sozialpädagoginnen des bfz Schweinfurt.

Über den bundes- und dem bayernweiten Durchschnitt

Die deutsche Grammatik mag mancher zwischendurch verflucht haben. Die Anstrengung hat sich jedoch gelohnt. 14 Schülerinnen und Schüler haben dieses Jahr die Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom DSD I PRO bestanden und damit offiziell das Sprachniveau B1 erreicht. Zehn weitere waren immerhin in einzelnen Prüfungsbereichen erfolgreich und erhielten entsprechende Bescheinigungen. Sichtlich stolz nahmen alle ihre Urkunden nun entgegen, und fast noch stolzer waren ihre Lehrkräfte, denn es war ein erfolgreicher Jahrgang.

Die Berufsschule Bad Kissingen hatte bei dieser bundesweit einheitlichen Sprachprüfung der Kultusministerkonferenz (KMK) in den vergangenen Jahren stets das Niveau des bayerischen Durchschnitts erreicht, der regelmäßig über dem bundesweiten Durchschnitt lag. Diesmal wurde sogar der bayerische Durchschnitt übertroffen.

„Es war das bisher beste Ergebnis unserer Schule“, freute sich die Prüfungsbeauftragte Naira Stumpf. Sie lobte die Schüler für ihre Arbeit und ihr Durchhaltevermögen und versicherte ihnen: „Dieses Diplom ist nicht nur ein Stück Papier. Es kann der Schlüssel zu einer qualifizierten Ausbildung sein und auf dem Arbeitsmarkt Türen öffnen. Nutzt die Chance und glaubt an Euch. Wir glauben an Euch!“

Die Lehrerin spricht aus Erfahrung. Sie selbst war 2008 aus Usbekistan zum Studium nach Deutschland gekommen. Zusammen mit ihrer Kollegin Michaela Schröter hatte sie die BIK-Klassen intensiv auf die Sprachprüfung vorbereitet und mitgefiebert.

Der BIK-Abschluss entspricht bei entsprechenden Noten dem deutschen Mittelschulabschluss und befähigt damit zu einer Berufsausbildung. Die meisten der diesjährigen BIK-Schüler haben ihre Ausbildungsverträge nun auch bereits in der Tasche. Einige haben sogar den Quali geschafft und wechseln an eine Fachoberschule. So sieht erfolgreiche Integrationsarbeit aus.

Bewegende Abschiedsrede

Die Klassen ließen es sich nicht nehmen, sich ihrerseits mit einer bewegenden Abschiedsrede an ihre Lehrkräfte zu wenden. Stellvertretend für alle dankte der 20-jährige Hamayon aus Afghanistan ihnen für die Geduld und Unterstützung in den vergangenen Jahren. Er selbst wird nun eine Ausbildung zum Maler und Lackierer beginnen. Dmytro (19) aus der Ukraine startet eine Ausbildung als Elektriker für Betriebstechnik. Mariam (18) aus Afghanistan wird zahnmedizinische Fachangestellte und Hevi (16) aus der Türkei will Friseurin werden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Rückkehr als Azubi

Und wie war die Zeit für sie an der Berufsschule Bad Kissingen? Mit den Worten von Dmytro: „Super! So eine Schule wie diese gibt es nie wieder. Es war viel Arbeit, aber wir hatten auch viel Spaß.“ Die anderen stimmten ihm zu, und die Mädchen ergänzten: „Am besten waren die Lehrerinnen.“ Sie alle werden diese Zeit in Bad Kissingen niemals vergessen. Einige von ihnen werden freilich im Herbst an die Schule zurückkehren und dann als Azubis in einer Fachklasse sitzen.

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