Die Kälte hat die Region im Griff. Um das Wochenende herum soll es laut Deutschem Wetterdienst nächtliche Tiefstwerte im zweistelligen Minusbereich haben. Von den Folgen sind vor allem Obdachlose betroffen.
Kälte und Obdachlosigkeit
Der Paritätische Gesamtverband hat wegen der anhaltenden Kälte bereits eine Warnung ausgesprochen – Obdachlose seien vom Kältetod bedroht. Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft ergaben, dass 2024 mehr als eine Million Menschen in Deutschland wohnungslos waren (Eine Erklärung des Begriffs „wohnungslos“ finden Sie unten). Von den Betroffenen lebten knapp 56.000 ganz ohne Unterkunft auf der Straße.
Für Betroffene im Landkreis gibt es Anlaufstellen durch Städte und Hilfsorganisationen.
Anlaufstellen und Hilfen
Bad Kissingen
Die Stadt hält in der Peter-Heil-Straße eine Notunterkunft für Obdachlose vor. „Wer obdachlos und mittellos ist, hat Anspruch auf die Unterbringung in der Notunterkunft, damit Leib und Leben gerade bei winterlichen Temperaturen nicht gefährdet werden“, teilt die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit.
Die Inanspruchnahme der Unterbringung erfolgt durch eine persönliche Kontaktaufnahme. Betroffene müssen aktiv auf die Stadtverwaltung zugehen.
Menschen in Notsituationen finden außerdem Hilfe bei der KIDRO. Diese betreibt unter anderem eine Wärmestube in der Maxstraße. Dort können Menschen gegen wenig Geld Kaffee und warmes Essen bekommen. „Es herrscht aber kein Konsumzwang“, sagt Christian Fenn, Sozialpädagoge und Vorstandsvorsitzender des Vereins.
Es gibt auch die Möglichkeit zu duschen, Wäsche zu waschen (inklusive Trocknen) und Klamotten zu tauschen. Die Wärmestube hat Montag bis Freitag von acht bis 14 Uhr geöffnet. Die Betriebskosten, sowie die Miete übernimmt die Stadt Bad Kissingen.
Die KIDRO bietet zudem vier Schlafplätze in ihrem Möbellager an. Nachfrage und Anmeldung können bereits tagsüber erfolgen. Am Morgen des Folgetages muss der Schlafplatz wieder geräumt werden. Hilfsbedürftige Jugendliche werden priorisiert.
Die KIDRO-Mitarbeiter sind überdies stets auf Wohnungssuche für ihre Klienten. „Es gibt immer mehr Mieter, als Mietangebote. Wir benötigen vor allem Menschen, die unmittelbar auf uns zukommen, und Wohnungen anbieten, um diese zu reaktivieren“, sagt Christian Fenn. Ein zunehmendes Problem sei nämlich, dass Menschen Wohnraum nicht mehr vermieten wollen.
Bad Brückenau
In Bad Brückenau gibt es mitunter für solche Wetterlagen eine Obdachlosenunterkunft. Diese wird von der Stadt unterhalten. „Am Wochenende oder nachts können sich Personen bei der örtlichen Polizeiinspektion melden, die Polizei kann die Betroffenen übergangsweise in die Unterkunft einweisen“, teilt die Stadt mit.
Im Laufe der vergangenen Jahre beobachtete Bad Brückenau einen generellen Anstieg an Betroffenen. Derzeit halten sich in der Unterkunft vier Personen auf.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegen noch keine Informationen aus den Städten Münnerstadt und Hammelburg vor. Sobald verfügbar, werden die Informationen hier nachgereicht.
Hintergrund: „Als wohnungslos werden alle Menschen bezeichnet, die über keinen mietvertraglich abgesicherten oder eigenen Wohnraum verfügen, obdachlos sind, vorübergehend bei Verwandten oder Bekannten untergekommen sind in Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege oder in kommunalen Einrichtungen leben. Als obdachlos werden Menschen bezeichnet, die im öffentlichen Raum wie beispielsweise in Parks, Gärten, U-Bahnhöfen, Kellern oder Baustellen übernachten oder über die jeweiligen Ländergesetze der Sicherheit und Ordnung vorübergehend untergebracht sind.“ – Quelle: Diakonie Deutschland.













