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Lebenshilfe Bad Kissingen
Susan Stade übernimmt
Lebenshilfe Bad Kissingen
Corinna Schneider (von links) und Margarete Heusinger wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt; im Bild mit Monika Fella. // Klaus Werner
Lebenshilfe Bad Kissingen
Der neu gewählte Aufsichtsrat (von links): Horst Schottky, Maria Seitz, Antje Rink, Monika Fella, Frank Dittrich, Jacqueline Barraud-Volk, Helga Markart, Susan Stade (geschäftsführende Vorsitzende) und Christian Keul – es fehlen auf dem Foto Sebastian Krause und Claudia Beck. // Klaus Werner
Bad Kissingen –  Nachdem der langjährige geschäftsführende Vorstand Alex Iffert verabschiedet wurde, hat es Probleme beim Übergang zu seinem Nachfolger gegeben. Doch jetzt ist der Verein wieder in guten Händen.

75 Erwachsene in drei stationären Einrichtungen, 39 Erwachsene in ambulanter Betreuung sowie 80 Kinder und Jugendliche in Schule und Kindergarten – alle zusammen befinden sich unter dem Dach des Vereins „Lebenshilfe Bad Kissingen“ und werden betreut durch 130 Mitarbeiter sowie viel ehrenamtliches Engagement. In der jüngsten Mitgliederversammlung des seit 56 Jahren bestehenden Vereins ging es darum, diese umfangreiche Arbeit zu würdigen und den Aufsichtsrat neu zu wählen.

In der Aula der Franz-von-Prümmer-Schule begrüßte Aufsichtsratsvorsitzende Monika Fella die 60 stimmberechtigten Mitglieder sowie weitere Gäste. Sie berichtete von Problemen beim Übergang im Vorstandsbereich, nachdem Alex Iffert verabschiedet wurde und die neue Führungskraft kurzfristig abgesagt hatte. Erfreulicherweise übernahm Susan Stade, die bereits drei Jahre mit Herrn Iffert zusammengearbeitet hatte, die Position des geschäftsführenden Vorstands mit umfangreichen Aufgabengebieten – „die Lebenshilfe Bad Kissingen ist wieder in guten Händen“, so das Fazit von Monika Fella.

Arbeit mit viel Engagement

In ihrem Rückblick streifte sie die verschiedenen Felder der Lebenshilfe, unter anderem die Franz-von-Prümmer-Schule als Förderzentrum und heilpädagogische Tagesstätte. Sie würdigte das tolle Zirkusprojekt als „super Leistung der ganzen Schulgemeinschaft“ und die aufwändige, weil europaweite Ausschreibung für die Schulbeförderung, „damit alle morgens da sind und später wieder sicher nach Hause kommen“.

Dann lobte sie das Monatsprogramm der „Offenen Behindertenarbeit“ (OBA) mit Schwimmen, Singen oder Wandern, womit der Alltag der Menschen mit Behinderung bereichert werde. Viele Ehrenamtliche seien hier engagiert, so dass auch Städtetouren oder Reisen an die Nordsee oder in die Berge organisiert werden konnten – zur Freude der Teilnehmer, aber auch als Entlastung für deren Familien.

Damit verbunden sei TENE (Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) als teilstationäre Tagesbetreuung von Menschen, die nicht mehr in den Werkstätten arbeiten und trotzdem ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen möchten. Diesem Bereich müsse man in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken, da immer mehr Bewohner ins Rentenalter kommen – in Zusammenarbeit mit dem Regierungsbezirk werden hierfür leistbare Möglichkeiten gesucht.

Dreier-Wohngemeinschaft

Als weiteres Aufgabengebiet sei das „Ambulant unterstützte Wohnen“ (AUW) ein wichtiger Schritt für ein selbstständiges Leben. Monika Fella berichtete von einer Dreier-Wohngemeinschaft, in der jeder sein eigenes Zimmer habe, Gemeinschaftsräume nutze und eine Unterstützung nach Bedarf erfolge, zum Beispiel in der Haushaltsführung oder bei Arztbesuchen.

Damit leitete Fella auf die drei Wohnstätten – das Haus Spitzwiese, das Haus Au-Blick (beide Bad Kissingen) und das Haus Hollerbusch (Nüdlingen) – über, in den 75 Klienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren in sieben Gruppen betreut werden.

In diesem Zusammenhang betonte Monika Fella, wie wichtig gutes Personal sei, von der Gruppenleitung bis zu den Praktikanten, und bedankte sich für den engagierten Einsatz für die fast 200 zu betreuenden Personen. Dies zeige sich nicht nur in den täglichen Aufgaben und Tätigkeiten, sondern auch bei gemeinsamen Festen.

Ehrenmitglieder ernannt

Die Mitgliederzahl des Vereins bezifferte Monika Fella auf 181 Personen, und erfreulicherweise konnte man Ewald Schmitt (Reichenbach) und Maria Mahlmeister (Nüdlingen) die Urkunden für 50-jährige Mitgliedschaft überreichen.

Als geschäftsführender Vorstand präsentierte Susan Stade die Bilanz des Vereins für 2024, wobei sie sehr detailliert die einzelnen Positionen der Aktiv- und Passivseite erläuterte. Für 2024 ergab sich aufgrund notwendiger Instandhaltungsaufwendungen und einer geringeren Auslastung ein Defizit, wobei die finanziellen Rücklagen gesichert seien, erklärte sie. Der Hinweis auf den uneingeschränkten Prüfvermerk der Wirtschaftsprüfer wurde mit Applaus bedacht, die beantragte Entlastung erfolgte einstimmig.

Detailliert ging Susan Stade auf die angestrebte Änderung der Satzung ein, die durch Vorgaben des Finanzamtes notwendig wurde und dabei auch den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst wurde. Nach einigen Rückfragen, Korrekturen und Diskussionen wurde die vorgelegte, mit dem Finanzamt und der evangelischen Landeskirche abgestimmte Satzung bei drei Enthaltungen angenommen.

Vor den Neuwahlen wurden zwei langjährige Aufsichtsratsmitglieder verabschiedet und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Margarete Heusinger und Corinna Schneider, beide von 2016 bis 2025 im Aufsichtsrat, wurden mit fotografischen Erinnerungen gewürdigt und mit einer Urkunde geehrt.

Bei der schriftlichen Abstimmung wurden für die nächsten drei Jahre mehrheitlich gewählt: Monika Fella, Frank Dittrich, Christian Keul, Helga Markart, Antje Rink und Maria Seitz. Die gesetzten Mitglieder – Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (Vertreterin der evangelischen Kirche), Sebastian Krause (Elternbeiratsvorsitzender), Claudia Beck (Vertreterin Heimbeirat) und Horst Schottky (Mitarbeiter-Vertreter) – vervollständigen den zehnköpfigen Aufsichtsrat, der bei seiner ersten Sitzung den oder die Vorsitzende/n wählen wird.

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