Der Song „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller sorgte für die richtige Bewertung der erbrachten Leistungen bei der Verabschiedung von über 100 angehenden Fachkräften an der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen.
Erfreulich an den kurzweiligen Grußreden war nicht nur die übliche Gratulation an die Prüflinge sowie der Dank an die Unterstützer in Familie, Betrieb und Berufsschule, sondern die Erkenntnis, dass man sich als Persönlichkeit in der zweieinhalb- oder dreieinhalbjährigen Ausbildung entwickelt habe: „Wir sind heute nicht mehr dieselben Menschen wie am ersten Ausbildungstag. Wir sind reifer, selbstbewusster und bereit für das, was kommt“, so Schülersprecherin Diana Resch in ihrer Dankesrede.
Komplexer Lernparcours
Begrüßt wurden Ehrengäste von der stellvertretenden Schulleiterin Dagmar Müller, die gegenüber den „ehemaligen Berufsschülerinnen und Berufsschülern“ den Wert der Ausbildung betonte: „Heute erhalten Sie ihr Abschlusszeugnis der Berufsschule, aber der Tag ist weitreichender: Er macht sichtbar, was sie in ihrer Ausbildungszeit gelernt, geleistet und nachgewiesen haben.“
Lernen sei dabei nicht immer geradlinig gewesen, sondern eher mit Höhen und Tiefen versehen und mit Hindernissen gespickt, die aus einem einfachen Lernweg einen komplexen Lernparcours formten. Dabei habe man sicherlich gemerkt, wie wertvoll eine gute Zusammenarbeit und eine stabile Gemeinschaft sei.
Ihr Dank galt den Unterstützern in Familie, Betrieb und Berufsschule. An die jungen Nachwuchskräfte richtete sie den Appell: „Heute endet Ihr Kapitel Berufsausbildung, die Entscheidung, wie es weitergeht, liegt nun ganz alleine bei Ihnen.“
Eine neue Generation startet in die Berufswelt
Als Vertreter des Landkreises, der als Sachaufwandsträger fungiere, gratulierte Emil Müller zur bestandenen Prüfung. Für den stellvertretenden Landrat ist es immer wieder erfreulich, „wenn eine neue Generation in die Berufswelt entlassen wird“. Damit werde einerseits der Fachkräftemangel als Sorge der Wirtschaft zumindest nicht größer, und andererseits habe man als junger Mensch das berufliche Fundament für ein eigenverantwortliches Leben gelegt.
„Bleiben Sie neugierig! Schlagen Sie auch mal einen anderen Weg ein!“, lautete sein Appell an die Nachwuchskräfte. Und er ergänzte: „Nutzen Sie das bisher Geleistete sowie das erworbene Selbstbewusstsein als solide Grundlage.“
Wo liegen die Herausforderungen?
Die Herausforderungen der Ausbildungszeit seien nicht nur das Aneignen von fachlichem Wissen, sondern auch das Erlernen von sogenannten „Sekundärtugenden“ wie Pünktlichkeit, Genauigkeit, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein oder Sorgfalt, so Thomas Leiner als Vorsitzender des Fördervereins der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen.
Alles zusammen münde in einer erfolgreich abgelegten Prüfung: „Und darauf können Sie zu Recht stolz sein.“ Als Förderverein unterstütze man Projekte, Anschaffungen und Aktivitäten, die über das Selbstverständliche hinausgehen, so Leiner, und wolle damit optimale Rahmenbedingungen für eine gute Ausbildung schaffen.
Nicht nur die Wirtschaft benötige engagierte Fachkräfte, sondern auch die Gesellschaft mit ihren sozialen Strukturen und vielfältigen Herausforderungen.
Von Ungewohntem zur Routine
„Plötzlich befanden wir uns in einer neuen Welt – im Berufsleben“, so Schülersprecherin Diana Resch in ihrer nachdenklichen Dankesrede, die aber trotzdem einen positiven Grundton hatte. Aus „Vieles war ungewohnt“ sei im Laufe der Zeit Routine geworden, aus Fragen wurden Antworten, aus anfänglichen Fehlern wurden wichtige Erfahrungen, so ihr Rückblick.
Stressigen Tagen mit langen Arbeitszeiten standen gemeinsame Pausen, Gespräche und gegenseitige Unterstützung gegenüber. „Heute endet ein Kapitel, aber kein Buch. Vor uns liegt ein neuer Abschnitt mit neuen Chancen“, so Diana Resch abschließend. Sie wünschte ihren Mitschülerinnen und Mitschülern: „Schaut mit Zuversicht nach vorne.“
Bevor die über 100 Absolventinnen und Absolventen aus den Fachbereichen Wirtschaft/Verwaltung, Nahrung/Gastronomie und Kfz-/Kunststofftechnik ihre Abschlusszeugnisse erhielten, wurden die besten Prüflinge ausgezeichnet.
Staatspreise und weitere Auszeichnungen
Die Staatspreise der Regierung von Unterfranken, dotiert mit einem Geldpräsent, gingen an Jonas Körner, der zum Kaufmann für Büromanagement bei Kohlhepp Logistik GmbH Bad Kissingen ausgebildet wurde und einen Notendurchschnitt von 1,0 erreichte, sowie an Mia Helen Mohr, die den Beruf Köchin bei Reich Consulting GmbH Münnerstadt erlernte und einen Notendurchschnitt von 1,3 erzielte.
Weitere Staatspreisurkunden erhielten: Anna-Maria Docter (Kauffrau für Bürokommunikation) und die Kaufleute im Gesundheitswesen, Stella Griebel, Anna-Maria Laura Scharf, Anna Kirchhoff und Tessa Maag.
Als Klassenbeste wurden Bankkaufmann Marlon Schmitt sowie Kfz-Mechatroniker Noah Köhn und Kfz-Mechatronikerin Samantha Dünkel geehrt.
Den musikalischen Rahmen gestaltete wie immer Mareike Eickhoff, der anschließende Stehempfang wurde von den Gastronomieklassen gestaltet.









