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Der erste Schultag
Vier Bad Kissinger erinnern sich an ihre Einschulung
Erinnern sich an ihren ersten Schultag, von links: Uschi Kriener, Tom Köllmer, Martina Greubel, Timo Baier.
Erinnern sich an ihren ersten Schultag, von links: Uschi Kriener, Tom Köllmer, Martina Greubel, Timo Baier. // Benedikt Borst, Dawn Hänsch, Simon Snaschel
Signet des Fränkischen Tags von Benedikt Borst
Bad Kissingen – Vier Menschen aus Bad Kissingen erzählen von ihrer Einschulung: von Süßigkeiten, Freundschaften und Gefühlen. Doch nicht für alle war der Tag ein Grund zur Freude.

Der erste Schultag ist für die meisten Menschen ein ganz besonderes Ereignis, an das sie sich auch Jahre später noch lebhaft erinnern: die brandneue Schultüte, der große Schulranzen und das Kribbeln im Bauch, wenn man zum ersten Mal im Klassenzimmer sitzt und die Lehrerin „Guten Morgen“ sagt. An dem Tag mischen sich Aufregung, Neugier, Stolz und vielleicht auch ein bisschen Angst, weil auch schon als Kind zu spüren ist: Heute beginnt etwas Wichtiges – ein neuer Lebensabschnitt. Das Wissen, das wir erlernen, die Erfahrungen, Erinnerungen und Freundschaften aus der Schulzeit, begleiten einen schließlich ein Leben lang.

Zum Start ins neue Schuljahr 2025/2026 teilen vier Bad Kissingerinnen und Bad Kissinger ihre Erinnerungen daran, wie sie ihren ersten Schultag erlebt haben.

Uschi Kriener ist 1967 in der Anton Kliegl-Grundschule eingeschult worden.
Uschi Kriener ist 1967 in der Anton Kliegl-Grundschule eingeschult worden. // Benedikt Borst

Uschi Kriener, Wirtin

„Ich hatte zu meiner Einschulung ein Kostüm von meiner Tante genäht bekommen und von meiner Patin die Schultasche und das Mäppchen. Das schönste war die Schultüte mit den ganzen Süßigkeiten. Wir mussten im Klassenzimmer die Schultüte auf den Tisch legen und dann auf den Bänken Platz nehmen. Meine Mutter war dabei und dann ist die Lehrerin ins Zimmer gekommen. Sie war ein Fräulein vom alten Schlag und ein bisschen respekteinflößend. Ich war froh, dass ich von meinen Klassenkameraden schon viele aus dem Kindergarten gekannt hatte.“

Tom Köllmer ist 1992 geboren und erinnert sich gern an den ersten Schultag zurück.
Tom Köllmer ist 1992 geboren und erinnert sich gern an den ersten Schultag zurück. // Benedikt Borst

Tom Köllmer, Optikermeister

„Den ersten Schultag fand ich schon cool. Auf meine Schultüte war ich ganz stolz, da hatte ich einen Astronauten als Motiv darauf. Die Schultüte haben wir damals im Kindergarten selber gebastelt. Ich war an der Anton Kliegl-Grundschule und hatte eine super Lehrerin. Bis zur vierten Klasse bin ich immer gern zur Schule gegangen. Den ersten Schultag haben wir mit der Familie groß gefeiert, das war etwas ganz Besonderes. Daran habe ich nur gute Erinnerungen.“

Martina Greubel ist ab 1977 in Garitz zur Schule gegangen.
Martina Greubel ist ab 1977 in Garitz zur Schule gegangen. // Dawn Hänsch

Martina Greubel, Stadträtin

„Ich hatte kurz vor meinem ersten Schultag eine Brille bekommen und fand das ziemlich doof. Ich bin 1977 eingeschult worden und das Loslassen von Zuhause ist mir sehr schwergefallen. Meine Mama hat mich am ersten Schultag begleitet und meine beste Freundin aus dem Kindergarten war zum Glück auch in meiner Klasse. Es war sehr spannend. An meine Lehrerin kann ich mich noch sehr gut erinnern. Viele Kinder waren aus dem gleichen Kindergarten und wir haben damals nicht so danach geschaut, wer die größte Schultüte hatte. Mir war es wichtiger, dass die beste Freundin da war, das hat ein gutes Gefühl gegeben. Über die Süßigkeiten habe ich mich wahnsinnig gefreut.“

Timo Baier ist nie gern zur Schule gegangen. An den ersten Schultag 1971 erinnert er sich aber trotzdem noch genau.
Timo Baier ist nie gern zur Schule gegangen. An den ersten Schultag 1971 erinnert er sich aber trotzdem noch genau. // Simon Snaschel

Timo Baier, Frisör und Rakoczy-Darsteller

„Ich bin in Garitz zur Schule gegangen. Ich wollte eigentlich nicht in die Schule gehen und das hat sich die ganze Zeit über nicht geändert. Was ich bis heute noch weiß, ist, dass ich am ersten Schultag ins Klassenzimmer gekommen bin und mir da sofort die Bilder aufgefallen sind, die an der Wand hingen. Die hatten andere Schüler gemalt und die fand ich gar nicht schön. Wir mussten im Klassenzimmer Hausschuhe tragen und dann mit den Hausschuhen raus in den Pausenhof gehen. Da sind wir dann fotografiert worden. Ich hatte eine ganz einfache Büchertasche, so eine ähnliche hatte damals fast jeder gehabt. Ich bin vom ersten bis zum letzten Tag nicht gern in die Schule gegangen. Das Stillsitzen war eine Katastrophe. Ich kann jedes Kind verstehen, dem das schwerfällt.“

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