Wie umgehen mit Schülerinnen und Schülern, die besondere Bedürfnisse haben, die vielleicht eine Behinderung haben oder aufgrund von Problemen zu Hause Schwierigkeiten in der Schule haben? Antworten für Lehrkräfte soll der Inklusionstag für die Schulamtsbezirke Bad Kissingen, Schweinfurt, Haßberge und Rhön-Grabfeld bieten.
Er findet am Samstag, 17. Mai 2025, von 9 bis 14.30 Uhr findet an der Anton-Kliegl-Mittelschule in Bad Kissingen statt. Das Thema: „Die Hilflosigkeit überwinden – Die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit hohen psychosozialen Belastungen und psychischen Erkrankungen“ widmet sich die Veranstaltung einem der drängendsten Themen im Schulalltag: der Inklusion.
Herausforderung für Schulen und Lehrkräfte
Wie Birgit Herré, Leiterin des Staatlichen Schulamts Bad Kissingen, im Gespräch mit der Redaktion betont, stehen Lehrkräfte zunehmend vor der Aufgabe, Schülerinnen und Schüler mit gravierenden psychosozialen Problemen und psychischen Erkrankungen zu betreuen. „Die Probleme sind tiefgreifend, die Belastung für die Schulen ist enorm“, so Herré. Als Beispiele für Herausforderungen im Bereich Inklusion nennt sie den Aufbau einer inklusiven Grundhaltung, die Notwendigkeit der Öffnung von Schulen, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern, den Ausbau von Netzwerken, die Arbeit in multiprofessionellen Teams und die weitergehende Qualifizierung der Lehrkräfte.
Der Inklusionstag richtet sich explizit an Lehrkräfte
Beim Inklusionstag tauschen sich Lehrkräfte aus den Schulbezirken aus und erhalten neue Impulse für den Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Praxisnahe Workshops und Austausch
Nach Grußworten und einem Impulsvortrag von Young Carer Coach Petra Schmieder-Runschke stehen praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt des Tages. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können bei Workshops zu Themen wie Umgang mit Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten oder Unterstützungsangeboten für Familien mitmachen.
Was sind Young Carer? Dabei handelt es sich um pflegende Kinder und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und regelmäßig für einen oder mehrere Angehörige sorgen, ihnen helfen und sie pflegen.
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung ist es, den oft empfundenen Gefühlen der Hilflosigkeit entgegenzuwirken. „Wir müssen an das Thema ran, auch wenn es unbequem ist“, sagt Herré. Besonders wichtig sei der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit externen Fachleuten, um voneinander zu lernen und neue Wege zu finden.
Vielschichtige Probleme – individuelle Lösungen gefragt
Die Herausforderungen sind vielfältig: Neben psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen spielen auch familiäre Belastungen, fehlende soziale Kompetenzen und schulische Überforderung eine Rolle. Häufig sind die Probleme komplex und benötigen individuelle Lösungen. Herré berichtet von Fällen, in denen Kinder über Monate nicht am Unterricht teilnehmen können oder Eltern mit der Situation überfordert sind. Hier seien Kreativität, Geduld und ein langer Atem gefragt.
Hoffnung auf neue Impulse
Die Schulamtsdirektorin erhofft sich vom Inklusionstag nicht nur neue Impulse, sondern auch konkrete Lösungsansätze für den Alltag. „Wir wollen Lehrkräfte stärken und ihnen Mut machen, sich den Herausforderungen zu stellen“, so Herré. Ziel sei es, die Schulen als sichere Orte für alle Kinder und Jugendlichen zu erhalten – auch für diejenigen, die besondere Unterstützung benötigen.
Das Staatliche Schulamt Bad Kissingen, so Herré weiter, biete den Schulen bereits viele Impulse zur Schulentwicklung an. „Die Schulen können sich aussuchen, was zu ihnen passt“, so die Schulamtsleiterin.
Es geht nicht ausschließlich um Behinderungen
Herré betont außerdem, was Inklusion alles beinhaltet: „Inklusion muss nicht immer mit Behinderung zu tun haben. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrem Alter, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer körperlichen oder seelischen Gesundheit oder anderen Merkmalen, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben und ihre Rechte wahrnehmen können. Dabei spielt der Bereich Schule, auch im Sinne der Bildungsgerechtigkeit, eine zentrale Rolle.“
Rahmenprogramm und Organisation
Der Inklusionstag beginnt um 9 Uhr mit einer offenen Ankunft und endet um 14.30 Uhr. Neben den Workshops gibt es eine Mittagspause und ausreichend Gelegenheit zum Austausch. „Es gibt insgesamt 200 Plätze. Die Anmeldezahlen sind bereits sehr gut. Nach aktuellem Stand sind wir bei 180 Teilnehmenden, das ist wirklich toll“, sagt Herré.
Workshops für Lehrkräfte am Inklusionstag
Im Zentrum des Inklusionstags stehen praxisorientierte Workshops, die gezielt auf die aktuellen Herausforderungen im Schulalltag eingehen.
Kontakt und Informationen
Telefon: 0971/8017074
E-Mail: schulamt@landkreis-badkissingen.de
Internet: www.schulamt-badkissingen.de


















