Insgesamt 6,27 Millionen Euro, finanziert mit Fördermitteln in Höhe von 5,64 Millionen aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ und einem Eigenanteil von 630 000 Euro, investiert die Stadt Bad Kissingen in die zweite Phase ihrer Aktion „Wir machen's uns grüner 2.0“. Eines der zentralen Vorhaben ist die Umgestaltung und Verschönerung des Geländes um den Garitzer See mit Kosten von knapp einer halben Million Euro.
Nach der Zustimmung des Bauausschusses zu ersten Plänen wurde das Projekt am Dienstag vor Ort präsentiert. Auch wurden weitere Verbesserungsvorschläge aus der Bürgerschaft angenommen und diskutiert.
Bereits im vorigen Sommer hatte der Stadtrat in einer Projektklausur die Umgestaltung des Geländes rund um den See als mögliche Kernmaßnahme der zweiten Aktionsphase festgelegt. Da dies den vorgegebenen Zielsetzungen des Bundesförderprogramms entspricht, sodass der Großteil aller angedachten Maßnahmen förderfähig ist, wurden seitens der Verwaltung mit Unterstützung des Planungsbüros Glanz in Leutershausen (Rhön-Grabfeld) erste Ideen – viele schon aus dem Kreis der Garitzer Einwohnerschaft – ausgearbeitet. Noch konnten nicht alle Einzelfragen geklärt werden, informierte Bauamtsleiterin Christine Schwind die über 50 Einwohner, die zur Bürgerbeteiligung erschienen waren.
Landschaftsplanerin Miriam Glanz erläuterte anhand von Plänen und beispielhaften Fotos die wichtigsten Maßnahmen.
Das in die Jahre gekommene Umfeld des einst als Feuerlöschteich angelegten und bis zu fünf Meter tiefen Sees soll aufgehübscht sowie befestigte Flächen wie der Parkplatz entsiegelt und naturnah aufbereitet werden. Dies verbessert laut Glanz nicht nur die Optik, sondern ermöglicht die Versickerung bei Starkregen. Neue Grünflächen sollen geschaffen und Bäume gepflanzt werden. Die Uferseite am Parkplatz soll abgeflacht werden, sodass man an heißen Sommertagen auch mal die Füße ins Wasser halten kann.
Eine Abflachung aller vier Uferseiten sei nicht möglich, argumentierte die Landschaftsplanerin, da an den Straßenseiten kaum Platz dafür sei. Außerdem sollen Bäume und Büsche sowie die Umzäunung erhalten werden. Nur stellenweise sei es an den anderen drei Uferseiten möglich, zusätzliche Grünzonen mit klimaresistenten Pflanzen als Rückzugsgebiete für Insekten und Kleinsttiere zu schaffen. Glanz: „So können wir in heute wenig ökologischen Zonen neue Lebensräume schaffen.“
Steine statt Bänke und weniger Parkplätze
Statt Bänken sollen neue Sitzsteine bis ans Wasser heran aufgestellt werden. Manche alte Weide sei erkrankt und nicht mehr verkehrssicher, weshalb sie durch neue und größere Bäume ersetzt werden sollen. Mit einigen Bäumen soll auch der Parkplatz geschmückt werden. Dessen Stellplätze entsprechen in ihren Maßen nicht mehr heutigen Vorgaben und müssen verbreitert werden. Dadurch gehen allerdings zwei oder drei Stellplätze verloren.
Optisch verbessert werden soll auch das weitere Umfeld, ergänzte Bauamtsleiterin Christine Schwind. So soll zum Beispiel die Vielzahl der an der Bushaltestelle stehenden Schautafeln, Informationskästen und Briefkästen konzentriert werden. Weitere Verbesserungsvorschläge seien noch willkommen, forderte Schwind die Anwesenden auf, die Informationen weiterzutragen.
Spontan kam die Frage nach einem Standort für Christ- und Maibaum auf. Dieser Punkt wurde ebenso wie andere Vorschläge an einer Pinnwand notiert und in die Planung aufgenommen. Die Bänke an der Tiergartenstraße sollten so bleiben wie bisher, war aus dem Teilnehmerkreis zu hören. Die geringe Verminderung der Stellplatzzahl sei kein Problem, sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) auf Nachfrage. „Ich habe hier bisher immer einen freien Platz bekommen.“ Mit Nachdruck lehnte er den Vorschlag zur Errichtung einer Toilette ab. „Die Unterhaltskosten sind viel zu hoch.“
Die Planung müsse nun zügig vorangehen, informierte Vogel über das weitere Vorgehen. Noch könnten zwar Ideen beim Bauamt eingereicht werden. Doch der Zeitrahmen sei knapp bemessen: Um die Fördermittel zu bekommen, muss die Baumaßnahme bis Sommer 2027 abgeschlossen sein. Daher müssten die Arbeiten in diesem Frühjahr vergeben werden.
Mit ihrer Aktion „Wir machen's uns grüner 2.0“ schafft die Stadt mehr Grün, besseren Wasserrückhalt und erhöht die Lebensqualität in allen Stadtteilen, verwies Vogel auf bereits abgeschlossene und geplante Maßnahmen in anderen Stadtteilen. „Bad Kissingen setzt damit ein sichtbares Zeichen für Klimaschutz vor Ort“, so der Rathauschef.

















