Trotz starker Hitze machten sich auch in diesem Jahr wieder viele Besucher aus Bad Kissingen und dem Umland zur Bad Kissinger Kläranlage auf, um sich dort von den Fachleuten des städtischen Abwasserbetriebs und des Tiefbauamts über den Wandel „vom Energiefresser zum Energieerzeuger“ informieren zu lassen. Der knapp 19 Millionen teure, davon mit etwa 7,5 Millionen staatlich geförderte Umbau zur vollständig dekarbonisierten, also von fossilen Brennstoffen unabhängigen und klimaneutralen Anlage, soll Ende 2027 abgeschlossen sein. Die erste Bauphase ist fertig.
Mit kleinen Gruppen auf dem Gelände
Vielleicht waren die meisten Kissinger, die sich über die Abläufe in der Kläranlage und deren Modernisierung informieren lassen wollten, schon im vergangenen Jahr beim „Tag der Kläranlage“ dabei oder es lag diesmal an der enormen Hitze, dass am Sonntag wohl weniger Besucher als 2025 gekommen waren. Doch das Interesse war groß, so dass die Fachleute der Stadt fast pausenlos mit kleinen Gruppen auf dem Gelände rund um die Klärbecken unterwegs waren. An mehreren Informationsständen, die auch für Kinder manches Interessante boten, gaben sie Auskunft zu bestimmten Arbeitsabläufen der Anlage und den dort jeweils geplanten Neuerungen.
Manches ist schon fertig
Sie wiesen auf bereits abgeschlossene Bauarbeiten hin und machten auf kommende Neubauten aufmerksam. So war die große betriebsbereite Photovoltaikanlage schon zu sehen, die Ende des Jahres ihren Dienst aufnehmen und etwa 1600 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen soll. In den kommenden Monaten folgen der Bau der neuen Wärmepumpe, des Wärmetauschers und des Biogasspeichers sowie eines leistungsstarken Batteriespeichers, deren Baustelleneinrichtung beim Gästerundgang schon zu sehen waren.
Nach Abschluss aller Baumaßnahmen wird die Kläranlage nicht nur etwa ein Drittel der jetzt noch benötigten Energie einsparen, sondern die verbleibenden 2200 Megawattstunden fast vollständig selbst und absolut Co2-neutral erzeugen. Die Betriebskosten werden um etwa 300.000 Euro niedriger sein und das städtische Stromnetz wird entlastet.
Der komplette Umbau wird unter Beibehaltung der bestehenden Klärtechnik schrittweise während des laufenden Betriebs vorgenommen. Auch davon konnten sich die Besucher vor Ort überzeugen: Da das alte Rechengebäude, in dem der gröbste Schmutz dem Abwasser entnommen wird, gerade im Umbau ist, wird aktuell das Abwasser um das Gebäude herumgeleitet und in einer provisorischen Anlage direkt daneben aufbereitet.
Schatten und Musik in der Halle
Trotz umfassenden Informationsbedarfs hatten die Verantwortlichen des städtischen Tiefbauamts und des Abwasserbetriebs natürlich auch an Unterhaltung und das leibliche Wohl ihrer Gäste gedacht. Die Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen verkaufte nicht nur Gegrilltes und Getränke, sondern auch deren Blaskapelle sorgte in der schattigen Halle für gute Stimmung.
Kinder durften ihre Eltern – passend zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft – beim Tischfußball herausfordern. So konnte auch die schweißtreibende Sonne den Besucherinnen und Besuchern nicht die gute Laune nehmen, wenn auch diesmal aus verständlichen Gründen alles etwas ruhiger und langsamer als im vergangenen Jahr abzulaufen schien.




















