Die Erweiterung des Verkehrsverbundraums Mainfranken ist seit etlichen Jahren im Gespräch. Die von langer Hand geplanten Maßnahmen zur überregionalen Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der gesamten Region Mainfranken sollen nun ab Januar 2025 greifen.
Bislang waren in der Mainfranken GmbH (VVM) nämlich lediglich Stadt und Landkreis Würzburg sowie die Landkreise Kitzingen und Main-Spessart integriert. Ab Januar 2025 werden in der neuen Nahverkehr Mainfranken GmbH (NVM) nun auch Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die mainfränkischen Landkreise Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld als Partner hinzukommen.
Einheitliche Standards für Mainfranken schaffen
Im Kreisausschuss am 1. Juli stellte Juliana Chamberlain von der NVM GmbH die Kosten für den Landkreis Bad Kissingen und die neuen Tarife vor. Erklärtes Ziel dieser Gebietserweiterung ist es, wie es hieß, einheitliche Standards für eine größere Region zu schaffen, was Kundinnen und Kunden zu Gute kommen werde.
Denn die können nun mit einem einzigen Ticket alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Das heißt, wer beispielsweise mit der Bahn von Bad Kissingen nach Würzburg fährt, kann dort in die Straßenbahn umsteigen, ohne ein weiteres Ticket zu lösen. Wer mit dem Bus nach Schweinfurt will, weiß, dass er mit seinem Ticket ab 2025 dann auch in die dortigen Stadtbusse umsteigen kann.
Hoffnung auf eine Stärkung des Personennahverkehrs
Damit verbinden die Verantwortlichen die Hoffnung, so den ÖPNV zu stärken, weil nicht nur Pendlerinnen und Pendler das Auto zu Hause lassen und lieber Bus und Bahn fahren. Man wünscht sich auch, dass Personen, die nur gelegentlich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, diesem neuen Angebot künftig viel abgewinnen könnten.
Kostenlos gibt es das alles freilich nicht. Für den Landkreis Bad Kissingen fallen in den Jahren 2026 bis 2029 jeweils Kosten in Höhe von 347.692 Euro an, sagte Chamberlain am Montag. Im Startjahr 2025 sind zusätzlich Erstinvestitionen und bestimmte Einmalbeträge zu erlösen, so dass der Kreis mit Kosten in Höhe von 781.581 Euro rechnen muss. Der Freistaat Bayern hat diesbezüglich jedoch eine Förderung von bis zu 90 Prozent in Aussicht gestellt.
Die Grundlage der Preisgestaltung bilden nach wie vor die durchfahrenen Waben, von denen es im Landkreis Bad Kissingen zwölf gibt (zwölf Preisstufen). Die Kundinnen und Kunden müssen sich jedoch ab 2025 teilweise auf etwas höhere Preise einstallen.
Das Erwachsenen-Ticket kostet zum Beispiel in Wabe eins voraussichtlich 2,40 Euro, für zwölf Waben zahlt man 15,90 Euro, hieß es im Ausschuss. Zum Vergleich: In der bisherigen Verkehrsgemeinschaft KIM (Kissingen Mobil) kostete eine Wabe bislang 2,57 Euro, zwölf Waben waren allerdings bereits für 10,06 Euro zu haben. Kinderfahrkarten werden generell die Hälfte von Erwachsenentickets kosten.
Angebot an Zeitkarten soll deutlich verschlankt werden
Der Preis für die verbundweite Tageskarte beträgt 19 Euro, die verbundweite Gruppenkarte ist für 39 Euro zu haben, erläuterte Chamberlain. Es soll auch ein Einführungsangebot für die ersten neun Monate geben, mit einer Aktionstageskarte für neun und einer Aktionsgruppenkarte für 27 Euro.
Bei den Zeitkarten soll das Angebot deutlich verschlankt werden, da die Nachfrage, wie es hieß, durch das Deutschlandticket eingebrochen sei. Geplant sind künftig verbundweit, neben der Schülermonatskarte, die nicht übertragbare Abo-Monatskarte für Erwachsene sowie das ebenfalls nur persönlich geltende „9 Uhr-Abo“.
Letzteres ist insofern interessant, als man damit im ÖPNV ab 9 Uhr morgens unterwegs sein kann, also außerhalb der Berufsverkehr-Spitzen, sagt Nora Schwetje, im Landratsamt zuständig für Kreisentwicklung und ÖPNV, im Gespräch mit der Redaktion. Das macht Reisen dann gemütlicher. Zudem ist diese Abo-Karte günstiger als die normale Monatskarte.
Daneben gibt es freilich weiterhin das Deutschlandticket und das 365-Euro-Ticket. Der Kreisausschuss stimmte den neuen Tarifen, dem Fahrschein-Sortiment sowie den Kosten der Verbundraum-Erweiterung für den Landkreis Bad Kissingen zu.
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