Das Theaterparkhaus in Bad Kissingen ist in die Jahre gekommen. An den Wänden und den Decken zeigen sich Risse, an einigen Stellen platzt der Beton ab, Rost greift um sich, die Parkbuchten sind nach heutigen Maßstäben zu eng und auf dem Parkdeck im Obergeschoss verformt sich der Asphalt.
Es ist klar: Auf lange Sicht braucht das Parkhaus eine umfassende Sanierung. „Wir wollen das Parkhaus schöner machen. Aktuell ist vom Oberbürgermeister eine Projektgruppe aus Stadtwerken und Stadt eingerichtet worden, die dies ausarbeitet“, teilt die Pressestelle der Stadt Bad Kissingen mit.
Theaterparkhaus Bad Kissingen: Akute Schäden wurden gesichert
Die Stadtwerke Bad Kissingen sind sowohl Eigentümer als auch Betreiber. Das Parkhaus am Theater wurde 1991 errichtet und verfügt über 127 Stellplätze im Untergeschoss, 111 Stellplätze im Erdgeschoss sowie 105 Stellplätze auf dem offenen Parkdeck.
Bei einem Teil der Mängel war die Lage bereits akut. „Im Zuge einer örtlichen Bauwerksbegehung wurden Schäden an tragenden Bauteilen festgestellt“, berichtet die Stadtwerke-Geschäftsführerin Anja Binder. Betroffen ist hauptsächlich die Abfahrtsrampe in das Untergeschoss.
Um die Standsicherheit und Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurde die Rampe mit einer Stahlkonstruktion abgesichert. Die Schäden am Beton sollen zeitnah ausgebessert werden. „Aktuell liegt eine Genehmigungsplanung für eine partielle Betonsanierung im Bereich der identifizierten Schäden vor“, sagt Binder. Mit diesen Arbeiten ist es möglich, das Parkhaus bis zur Generalsanierung weiterzunutzen.
Projektgruppe prüft die Aufstockung des Parkhauses
Stadt und Stadtwerke verfolgen ambitionierte Ziele, denn das Parkhaus soll im Idealfall mehr als eine reine Sanierung bekommen. Die Projektgruppe soll eine Aufstockung prüfen. Das Rathaus spricht in dem Zusammenhang vom „Liebeskindvillen“-Areal. „Um die Sanierungskosten zu stemmen und einen Mehrwert für die Innenstadt zu generieren, soll das Gebiet rund um die ehemaligen sogenannten ,Liebeskindvillen‘ entwickelt werden“, erläutert die Pressestelle des Rathauses.
Zum Hintergrund: Die Liebeskindvillen sind heute öffentlich in Vergessenheit geraten. Kein Wunder, denn es gibt sie seit 50 Jahren nicht mehr. Die beiden Anwesen wurden im 19. Jahrhundert errichtet und standen hinter dem Kaffeehaus Palais Erthal. Dort, wo heute das Parkhaus sowie die benachbarte Saaletal-Schule stehen. In den Villen waren zuletzt nach Angaben der Stadt 24 Mietparteien untergebracht. Die Gebäude wurden 1970 unter anderem wegen des schlechten baulichen Zustands abgerissen.
Wenn das Theaterparkhaus aufgestockt wird, sollen dort Wohnungen und gegebenenfalls ergänzendes Gewerbe entstehen. „Erste Abstimmungen mit Icomos (einem Expertengremium für das Unesco-Welterbe, Anm. d. Red.) und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege haben bereits ergeben, dass eine angemessene Nachverdichtung möglich ist“, so die Pressestelle des Rathauses.
Aufgabe der Projektgruppe ist es nun, zu untersuchen, was technisch für die Sanierung des Parkhauses nötig ist, und ob die Optionen Aufstockung, Wohnen und Gewerbe realisierbar sind. Angaben zu einem Zeitrahmen und zu Kosten seien gegenwärtig noch nicht möglich. Klar ist aufgrund der Dimension des Parkhauses und der zentralen Lage, dass es wohl ein Millionenprojekt wird.
Sobald erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen, wird erst im Aufsichtsrat der Stadtwerke und anschließend öffentlich informiert, so die Pressestelle weiter.
















