Am Freitag, 25. April 2025, um 10 Uhr, werden Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (SPD) und der Leiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt, Andreas Hecke, offiziell das Band zur Verkehrsfreigabe des Nordrings durchschneiden. Alle Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch Kinder und Jugendliche sind herzlich eingeladen, als Erste über den neuen Nordring zu rollen – egal ob mit Fahrrad, Inlineskates, Roller oder Skateboard. Treffpunkt ist an der Einmündung Friedrich-List-Straße.
Für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer kann die Straße freigegeben werden, sobald die letzten Schilder und Verkehrssperrungen entfernt wurden. „Bis Freitagnachmittag sollte alles fertig sein. Spätestens am Wochenende wird der Nordring komplett befahrbar sein“, teilt Bauleiter Marcel Zimmermann (Stadt Bad Kissingen) auf Nachfrage dieser Redaktion mit.
Ein Meilenstein für Bad Kissingen
Die Stadt Bad Kissingen und das Staatliche Bauamt Schweinfurt haben mit der Sanierung des Nordrings eines der umfangreichsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre angestoßen. Die Arbeiten, die von Oktober 2023 bis April 2025 andauerten, umfassen die vollständige Erneuerung der 1,4 Kilometer langen Strecke zwischen der ehemaligen Kaserne und der Salinenstraße. Mit der Erneuerung des Nordrings ist jetzt ein weiterer Teil der Sanierung der Ringstraßen um Bad Kissingen vollendet.
Fokus auf Verkehrssicherheit und Radwege
Mit einem Budget von 4,4 Millionen Euro wurden nicht nur die Fahrbahn und die Versorgungsleitungen modernisiert, sondern ein besonderer Schwerpunkt auf den Ausbau der Radwege gelegt, um die Verkehrssicherheit und die Attraktivität des Radverkehrs nachhaltig zu verbessern.
Trotz kleinerer Kostenmehrungen während der Bauphase – etwa durch notwendige Anpassungen wie die Deckensanierung bis in die Salinenstraße – blieb das Budget mit einer Abweichung von unter fünf Prozent im Rahmen, betont Zimmermann. Die Schlussrechnung stehe allerdings noch aus.
Der Radwegausbau ist ein zentraler Bestandteil der Maßnahme und zielte darauf ab, eine moderne und sichere Infrastruktur für Radfahrer zu schaffen:
- Vom Kino bis zur Einmündung Am Steingraben wurden beidseitige Rad- und Gehwege angelegt.
- Bis zur Einmündung in die Salinenstraße wurde der Radweg neu angelegt und über eine Rampe und Querungshilfe an das bestehende Radwegenetz entlang der Fränkischen Saale angebunden.
Dadurch entstand eine nahtlose Verbindung zwischen dem Stadtgebiet und den überregionalen Radwegen, was sowohl für Pendler als auch für den touristischen Radverkehr von großer Bedeutung sei.
Mehr Sicherheit für Schüler und Pendler
Besonders hervorzuheben sei die Bedeutung des Projekts für die Sicherheit von Schülern, die den Nordring täglich auf dem Weg zur Schule nutzen. Der neue Radweg biete ihnen nun eine geschützte und deutlich sicherere Möglichkeit, zur Schule zu gelangen.
Gleichzeitig wurde der Radweg so konzipiert, dass er auch von Pendlern aus den umliegenden Ortsteilen wie Hausen, Kleinbrach und Großenbrach genutzt werden könne. Für diese Zielgruppen wurde eine durchgehende Radverkehrsverbindung geschaffen, die es ermögliche, bequem und sicher mit dem Fahrrad in die Innenstadt oder zu Arbeitsplätzen zu gelangen.
Neben der baulichen Umsetzung wurde auch auf Barrierefreiheit geachtet. Alle Übergänge wurden mit abgesenkten Bordsteinen und Leitsystemen für sehbehinderte Menschen ausgestattet. Dies mache die Wege nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fußgänger und Personen mit Mobilitätseinschränkungen komfortabel und sicher.
Herausforderungen während der Bauzeit
Die Bauarbeiten erfolgten in mehreren Phasen, die mit temporären Sperrungen und Umleitungen einhergingen. Während der Sommerferien 2024 und im Frühjahr 2025 waren Vollsperrungen notwendig, um die Fahrbahnoberfläche vollständig zu erneuern.
Eine der größten Herausforderungen während der Bauzeit war die Verkehrsführung. Bauleiter Marcel Zimmermann erklärt: „Wir haben sehr lange versucht, für Anlieger und den Stadtverkehr den Nordring aufrechtzuerhalten. Für die Baufirma wäre eine Komplettsperrung über Monate deutlich leichter gewesen. Aber das hätte bei einer Lebensader wie dem Nordring nicht funktioniert.“
Auch der Untergrund stellte teilweise eine Herausforderung dar. „Der Boden war an einigen Stellen nicht so tragfähig wie erwartet, und es musste tiefer ausgehoben werden als ursprünglich geplant“, so Zimmermann weiter. Dennoch verliefen die Arbeiten insgesamt ohne außergewöhnliche Schwierigkeiten. „Es war alles typisch für eine Baustelle.“
Kritik und Öffentlichkeitsarbeit
Einige kritische Stimmen gebe es dennoch, insbesondere in Bezug auf die Parkplatz- und Radwegführung bei der Friedrich-List-Straße. Diese Ecke stelle eine besondere Herausforderung dar, da es sich um eine Sackgasse handelt. Dank intensiver Öffentlichkeitsarbeit – darunter Bürgerversammlungen und Infoflyer – konnte jedoch ein Großteil der Anwohner informiert und einbezogen werden. „Natürlich konnten wir nicht alle zufriedenstellen“, räumt Zimmermann ein.
Auch die neuen Markierungen standen in der Kritik, da sie angeblich zu hoch seien und beim Überfahren Lärm verursachen würden. Bauleiter Marcel Zimmermann gibt jedoch Entwarnung: „Ja, die Markierungen fallen auf, aber sie sind nicht zu hoch. Mit der Zeit werden sie sich abnutzen.“
Blick in die Zukunft
Mit Abschluss dieser Maßnahme blickt die Stadt bereits auf kommende Projekte: Aktuell laufen Arbeiten in der Münnerstädter Straße in Winkels im Rahmen der neuen Wasserleitung der Rhön-Maintal-Gruppe. Weitere Vorhaben wie die Deckensanierung des Ostrings, die Umgestaltung der Schlachthofkreuzung, die Sanierung Südbrücke und der Würzburger Straße stehen ebenfalls in der Pipeline, auch wenn hierfür noch keine genauen Zeitpläne vorliegen.
















