Die Hypovereinsbank will sich nach Informationen dieser Redaktion von ihren beiden Immobilien in der Martin-Luther-Straße trennen. Zum Verkauf angeboten werden die Anwesen mit der Hausnummer 7, seit 1973 Sitz der Bank, sowie das benachbarte Anwesen Martin-Luther-Straße 9, besser bekannt als Haus Hemmerich.
Die Bank selbst gibt auf Nachfrage zwar keine Stellungnahme ab, dementiert den Verkauf allerdings auch nicht. Eine Bestätigung des Sachverhalts hat unsere Redaktion aus verschiedenen Quellen informell erhalten.
Historische Verbindung zur Martin-Luther-Straße
Die Geschichte der heutigen Hypovereinsbank in Bad Kissingen ist historisch eng mit dem Standort in der Martin-Luther-Straße verbunden. Nach Informationen aus dem Stadtarchiv Bad Kissingen war ab 1909 in dem Haus Hemmerich (Anwesen Nummer 9) eine Bank untergebracht.
Zu dieser Zeit wurde das Gebäude vor allem noch als Kurhotel genutzt und gehörte zum Kaiserhof Viktoria. 1936 erwarb dann die Bayerische Vereinsbank das Haus Hemmerich und nutzte es bis in die 1970er-Jahre als Bankgebäude. Die Immobilie gehört der Bank bis heute.
Victoriabasar und Vereinsbankgebäude
Dort, wo jetzt das Anwesen Martin-Luther-Straße 7 steht, befand sich früher laut Stadtarchiv eine Basarzeile. Dieser sogenannte „Victoriabasar“ wurde 1904 errichtet und bestand bis 1973. Über Fotos davon verfügt das Stadtarchiv nicht. 1973 wurde der Victoriabasar schließlich abgerissen und durch das heutige Vereinsbankgebäude ersetzt. Dem Vernehmen nach soll die Immobilie zwar veräußert, die Bankfiliale zur Miete allerdings erhalten bleiben.
Die Geschichte des Hauses Hemmerich reicht noch weiter zurück. Es entstand um 1835 als Kurhotel und Postamt. Der Bau geht auf den königlich-bayerischen Posthalter Georg Eduard Hemmerich aus Münnerstadt zurück. Das Gebäude wurde im klassizistischen Stil mit ursprünglich drei Geschossen errichtet und orientiert sich optisch am benachbarten Nobelhotel Kaiserhof Victoria.
1877 übernahm Kommerzienrat und Hotelier Philipp Hailmann das Anwesen und führte die Geschäfte weiter. Um 1900 wurde das Haus Hemmerich an den benachbarten Kaiserhof Victoria verkauft und in den dortigen Hotelbetrieb eingegliedert.
Umbauten und spätere Nutzung
In der Mitte der 1920er Jahre investierte der Kaiserhof viel Geld in das Haus Hemmerich: Es wurde um ein Geschoss aufgestockt und dem Erscheinungsbild des Kaiserhofs angeglichen.
Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Hotelbetrieb wurde das Gebäude 1936 erneut verkauft. Der neue Eigentümer, die Bayerische Vereinsbank, nutzte es als Bank- und Verwaltungs- sowie auch als Wohngebäude. Um 1970 erwarb die Bank das Nachbargrundstück, entfernte die Basarzeile und baute dort ihre Geschäftsstelle neu.














