Der Freistaat Bayern plant die nächste bedeutende Sanierung in Bad Kissingen: Der Regentenbau braucht ein neues Dach. Nach aktuellem Stand wird das Wahrzeichen der Stadt ab dem Jahr 2028 zur Großbaustelle. Darüber informierte Daniel Bahn, Geschäftsführer der Staatsbad GmbH, im Wirtschaftsausschuss. „Wir stehen am Anfang der Planung. Die Arbeiten werden in sehr großer Dimension stattfinden“, kündigte er an.
Die Außenhülle müsse altersbedingt saniert werden. Dazu müssten die Dachschindeln getauscht werden. Ob der Dachstuhl darunter erneuert werden muss, wird gegenwärtig vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt und vom Zentrum Staatsbäder in Bad Steben untersucht. Es deute sich aber an, dass auch hier Erneuerungsbedarf besteht.
Dachsanierung bei laufendem Betrieb
Der Regentenbau ist mit dem Max-Littmann-Saal das zentrale Konzerthaus in Bad Kissingen, wichtigste Spielstätte für den Kissinger Sommer und ein zentraler Bestandteil des Bad Kissinger Unesco-Welterbes. Laut Bahn sollen die Arbeiten bei laufendem Betrieb stattfinden, Konzerte und andere Veranstaltungen sollen also möglich sein. Für die Arbeiten werde das Gebäude voraussichtlich vollständig eingerüstet und mit einem Behelfsdach versehen.
Die Ankündigung sorgte für Unruhe unter den Stadträten. CSU-Fraktionssprecher Steffen Hörtler erinnerte an die Sanierung der Balkonbalustrade im vergangenen Jahr. Die Arbeiten hatten in Bad Kissingen für Verstimmung gesorgt, weil die Bauarbeiten kurz vor Beginn des Kissinger Sommers wenig Rücksicht auf das internationale Klassikfestival genommen hatten. Unter anderem wurde kritisiert, dass das Baugerüst nicht ansprechend verkleidet und der Haupteingang – anders als abgesprochen – verstellt war. Beides wurde allerdings kurzfristig behoben.
Hörtler forderte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) auf, auch 2028 im Vorfeld politisch darauf einzuwirken, dass ein ansprechendes Bild gewährleistet ist und der Kissinger Sommer so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.
Letzte Sanierung vor 20 Jahren
Bahn beschwichtigte. Es gebe zuverlässige und regelmäßige Absprachen zwischen dem Staatlichen Bauamt, dem Zentrum für Staatsbäder sowie der Staatsbad GmbH und der Stadt Bad Kissingen, auf denen diese Themen geklärt würden.
Diese Redaktion hat das Staatliche Bauamt um eine Stellungnahme mit weiterführenden Informationen angefragt. Eine Antwort stand bis Redaktionsschluss aus.
Der Regentenbau wurde zuletzt im Innern in den Jahren 2003 bis 2005 umfassend erneuert. Die Arbeiten waren Teil der Generalsanierung des Kurkomplexes, beginnend mit Kurgarten-Café und Wandelhalle für rund 35 Millionen Euro.












