Der neue Edelstahlboden und die Edelstahlwände des 50 Meter langen Sportbeckens im Terrassenbad Bad Kissingen sind grünlich eingefärbt. Ein Reinigungstrupp ist damit beschäftigt, die Farbe abzustrahlen und wegzuschrubben, um das Becken pünktlich zur Eröffnung am 15. Mai fertig zu bekommen. Die Bauarbeiten in einem der größten Freibäder der Region liegen auf der Zielgeraden. „Hier läuft gerade die Endreinigung für die Abnahme“, erklärt Stephan Scharf, Leiter des städtischen Hochbaureferats.
Die Stadt Bad Kissingen hat die Anlage von 2017 bis 2019 und von 2024 bis 2026 für rund zehn Millionen Euro rundum erneuert. Scharf hat gute Nachrichten für alle Badegäste: „Es können ab 15. Mai alle Becken voll genutzt werden. Nur an den Wegen hinter dem Sportbecken werden wir noch Restarbeiten haben“, sagt er. Während der jeweiligen Bauphasen hatte nur ein Teil des Bades geöffnet, in diesem Sommer stehen zum ersten Mal alle Becken frisch saniert zur Verfügung.
Becken sind betriebsbereit, Eingangsgebäude mit historischem Aussehen
Aktuell herrscht noch an mehreren Stellen rund um das Sport- und das Sprungbecken sowie am historischen Eingangsgebäude reger Baubetrieb. Wege werden gepflastert und die Beete entlang der Wege neu bepflanzt. Ein neues, digitales Kassensystem wird eingerichtet, das Dach über dem Kassenbereich wird abgedichtet und zu einer Sonnenterrasse gestaltet, Fenster werden aufgearbeitet, sämtliche Umkleidekabinen ausgebessert, die Fassade erhält einen neuen Anstrich und die Damendusche wird saniert. „Ansonsten müssen wir jetzt vor allem alles reinigen. Es geht aufs Ende zu“, meint Scharf.
Das Terrassenschwimmbad steht unter Denkmalschutz. Insbesondere beim Eingangsgebäude mussten die Arbeiten entsprechend darauf abgestimmt werden. „Wir haben die Farben untersuchen lassen, was ursprünglich verwendet wurde“, berichtet er. Die Fassade und auch das Innere der Umkleiden schauen nach der Sanierung wieder genauso aus wie zur Eröffnung vor 72 Jahren.
Aus technischer Sicht haben die Arbeiten in den vergangenen Tagen eine wichtige Hürde genommen. Die sanierten Sprung- und Sportbecken funktionieren und sind betriebsbereit, das hat der sogenannte Färbetest gezeigt. Die Becken wurden gefüllt und anschließend wurde gelbe Farbe über die Düsen hinzugegeben. „So wird der spätere Chloreintrag ins Wasser simuliert. So können wir sehen, ob das Chlor jeden Bereich des Beckens erreicht. Das ist wichtig für die Hygiene und wird vom Gesundheitsamt abgenommen“, sagt Scharf. Ergebnis: Die Verwirbelung funktioniert, der Eröffnung steht an dieser Stelle nicht im Weg.
Nach der Sanierung des Terrassenbads: Das ist alles neu
Mehr als zwei Jahre hat der zweite Sanierungsabschnitt gedauert. In dieser Zeit ist viel passiert. Der Zugangsbereich vor der Kasse wird neu gepflastert und erhält Sitzbänke zum Ausruhen. Innen sind die Wege barrierefrei und blindengerecht gestaltet. „Zu den unteren Becken wird es einen separaten Zugang für Rollstuhlfahrer geben, damit sie ohne Steigung an die Becken kommen. Am Sportbecken gibt es auch eine neue, behindertengerechte Toilettenanlage“, sagt der Hochbau-Chef.
Das neue Kassensystem wird es ermöglichen, im Internet Tickets zu buchen. Die Beachvolleyballplätze wurden ebenfalls erneuert. Statt über den bisherigen Naturpfad sind sie künftig über einen gepflasterten Weg mit Treppenanlage erschlossen. Das Dach über dem Eingang stand schon als Sonnenterrasse zur Verfügung, wurde aber wenig genutzt. Neue Liegestühle und Sonnenschirme sollen für mehr Attraktivität sorgen. Drei große Schirme sorgen zwischen Sprung- und Sportbecken für zusätzliche Schattenplätze.
Der Zehn-Meter-Sprungturm wurde statisch und optisch ertüchtigt, außerdem hat das Sprungbecken eine neue Attraktion: den Skyclimber, eine Kletterwand, an der Schwimmer vom Wasser aus hochklettern und dann wieder ins Becken springen können.
Wärmepumpen und Photovoltaik sorgen für warmes Wasser
Der größte Teil der Kosten ist in die technische Sanierung geflossen. Die maroden Beckenköpfe wurden abgeschnitten, die alten Fliesen abgeschlagen und die Becken mit einer Edelstahlwanne ausgekleidet. Leitungen, Pumpen und Filteranlagen sind getauscht. Ab sofort beheizen drei Wärmepumpen das Wasser in allen Wasserbecken und in den Duschen. Der Strom dafür kommt aus einer PV-Anlage auf dem Dach des Eingangsgebäudes. „Wir hoffen, damit die Energiekosten für den Betrieb zu senken“, erläutert Scharf.
Gute acht Wochen sind es noch bis zur Eröffnung. Zwei Wochen dauert es allein, bis die Becken mit Wasser vollgelaufen sind. Noch haben Scharf und das Bauteam alle Hände voll zu tun. „Wenn es fertig ist, wird unser Bad richtig schön. Ich hoffe, dass die Bad Kissinger ihr Bad wieder mit Freude in Beschlag nehmen.“



















