Die Gemeinde Dörfles-Esbach hat die Vorarbeit erledigt: Der Kanal in der Ortsdurchfahrt, der Neustadter Straße, ist saniert. Aber der Landkreis verschiebt aus Geldmangel die Erneuerung der Straßendecke um ein Jahr. Die Gemeinde will diese Zeit jedoch nicht untätig verstreichen lassen und zieht daher ein anderes Infrastrukturprojekt vor: die ursprünglich erst für 2027 geplante Kanalsanierung in der Eduard-Sommer-Straße.
Kanalanschlüsse
Andreas Schmitz (AS Ingenieure) informierte den Gemeinderat über den Stand der Planungen für dieses vorgezogene Projekt. Für eine Überraschung sorgte dabei eine Kamerabefahrung des Kanalsystems. Laut den vorhandenen Planunterlagen hätte es in der Eduard-Sommer-Straße lediglich 16 Hausanschlüsse geben sollen – tatsächlich wurden jedoch 31 entdeckt. Nun gilt es, Gespräche mit den Grundstückseigentümern zu führen, um zu klären, ob überhaupt mehr als ein Anschluss an den Kanal benötigt wird – schließlich würde jeder weitere Anschluss für den Eigentümer entsprechende Kosten nach sich ziehen.
Allein die Sanierung der Abwasserkanäle sowie die Herstellung der Hausanschlüsse würden nach aktuellen Berechnungen rund 360.000 Euro kosten. Da sich auch der Fahrbahnbelag der Straße und der Gehweg in einem schlechten Zustand befinden, fasste der Gemeinderat einstimmig einen weitergehenden Beschluss: Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten soll die Straße komplett erneuert werden.
Geplant ist, den Straßenkörper samt Unterbau über die gesamte Breite neu aufzubauen. Auch die Gehwege sollen im Zuge der Baumaßnahme vollständig neu hergestellt werden. Für das Gesamtprojekt will die Gemeinde rund 600.000 Euro in den kommenden Haushalt einstellen. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte die Durchfahrt bis Ende des Jahres wieder freigegeben werden.
Auf Wunsch der Anlieger war in der engen Wohnstraße bereits eine Einbahnregelung eingeführt worden. Diese habe sich nach Einschätzung der Beteiligten bewährt und soll auch künftig beibehalten werden.
Nicht ganz so zügig kann es hingegen bei den Bushaltestellen weitergehen, die barrierefrei gemacht werden sollen. Eigentlich war angedacht, als Nächstes die beiden Einstiege am Wendeplatz im Bereich „Alte Brücke“ in Angriff zu nehmen, was auch eine Sanierung der Wendeschleife nötig gemacht hätte.
Aber: Diese Pläne stammen aus dem Jahr 2019. Mit der Anbindung des geplanten neuen Klinikums könnten sich neue Linienführungen für die Stadtbusse ergeben. Zunächst muss nun also mit den SÜC geklärt werden, ob der Wendeplatz in dieser Form künftig überhaupt noch benötigt wird. Die Umgestaltung beider Haltestellen würde nach den Berechnungen von Andreas Schmitz etwa 60.000 Euro kosten und müssten von der Gemeinde komplett getragen werden.
Bis zur Klärung aller Fragen wird dieses Projekt zurückgestellt. Stattdessen soll nun erst einmal mit dem Umbau der Haltestelle in der Jenaer Straße fortgefahren werden. Darüber hinaus wird geprüft, an welchen Haltestellen im Gemeindegebiet Überdachungen möglich und sinnvoll wären.
Mit den Finanzen beschäftigte sich der Gemeinderat ebenfalls. Carola Scheler, Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, stellte die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2024 vor. Nachdem es durch den Ausschuss keinerlei Beanstandungen gab, wurde die Jahresrechnung beschlossen und dem Bürgermeister und der Verwaltung Entlastung erteilt.











