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Sternwarte Sonneberg
100 Jahre Blick ins All - große Feier zum Jubiläum
Knifflig ging es am Stand von Somso zu, dort musste ein Biologiemodell zusammengebaut werden.
Knifflig ging es am Stand von Somso zu, dort musste ein Biologiemodell zusammengebaut werden. // 
Signet des Fränkischen Tags von Michael Stelzner
Sonneberg – Die Sternwarte Sonneberg feiert ein Jahrhundert Himmelsbeobachtung – mit Raketen und Überraschungen.

Astronomie ist keinesfalls langweilig. Die Weiten des Weltraums zu erforschen und Neues zu entdecken, ist sehr interessant. Seit 100 Jahren wird dies in der Sternwarte in Sonneberg auf dem 638 Meter hohen Erbisbühl in Neufang, einem Ortsteil von Sonneberg, betrieben.

Dabei wird der Sternenhimmel auf Glasplatten abfotografiert und so dokumentiert. In der Sternwarte lagern über 300.000 Glasplatten, worauf der Geschäftsführer Peter Kroll sehr stolz ist. Es ist damit das zweitgrößte Archiv von belichteten Glasplatten mit Himmelskörpern weltweit.

Der Start der Raketen stieß bei den Besuchern auf besonderes Interesse.
Der Start der Raketen stieß bei den Besuchern auf besonderes Interesse. // Michael Stelzner

Unter den Kuppeln der Sternwarte befinden sich sieben Teleskope. Um einen Stern am Nachthimmel zu finden, wurde ein Koordinatensystem erarbeitet. So fand zum Jubiläum ein Tag der offenen Tür statt. Diesem Aufruf folgten zahlreiche Besucher, nicht nur aus Sonneberg, sogar aus Garmisch-Patenkirchen sowie aus Berlin und Hamburg kamen die sehr interessierten Besucher in die Spielzeugstadt. Dabei hatte jeder Besucher die Gelegenheit, einmal selbst durch ein Teleskop zu blicken. So sieht man die Sonne als roten Punkt im Okular. Peter Kroll führte zahlreiche Besucher durch die Sternwarte. „Früher haben dort 35 Menschen, vom Ingenieur über den Fahrer bis hin zur Köchin, im Institut, wie es genannt wurde, gearbeitet.“ Leider wurde die Forschung nach der Wende nicht mehr von staatlicher Seite gefördert.

So habe sich ein Zweckverband aus Stadt und Landkreis Sonneberg gegründet, der die Sternwarte in Erbpacht an eine Firma übergeben hat, die versucht, die nötigen Mittel aufzutreiben. Außerdem kümmert sich ein Verein, der rund 60 Mitglieder hat, um das Astronomie-Museum, das außer am Montag täglich geöffnet hat. „Wir können heute noch nicht sagen, wie es in einem Jahr weitergehen wird“, betont Kroll bei der Führung. Zur Zeit wird eine Kuppel repariert. 

Viele nutzten die einmalige Gelegenheit, einmal durch das Teleskop im AstronomieMuseum zu blicken und die Sonne anzuschauen
Viele nutzten die einmalige Gelegenheit, einmal durch das Teleskop im AstronomieMuseum zu blicken und die Sonne anzuschauen // 

Zum Jubiläum wurden 100 Raketen in den Himmel geschossen. Es war der Höhepunkt des Festes. Kinder, aber auch Erwachsene, konnten sich auf der Webseite der Sternwarte dafür bewerben. Wurde man ausgelost, durfte man sich einen Bausatz für eine Rakete abholen. Das Zusammenbauen der Rakete war gar nicht so leicht, stellten viele „abmontierte Raketenbauer“ fest. Manche Raketen, einige waren mit viel Glitzer, waren regelrechte Kunstwerke. Viel zu schade, um in den Himmel geschossen zu werden. Vor Ort wurden dann die Treibladungen angebracht und auf den vier besonderen Startrampen aufgesteckt und von den Mitgliedern des Vereins angezündet.

Auch der Europa- und Vizeweltmeister im Raketenfliegen, Andreas Klima, war vor Ort, er gab so manchen Tipp weiter, reparierte auch so manche Rakete, die Startschwierigkeiten hatte, und zündete ebenso die Treibladungen. Wie bei einer richtigen Rakete wurde der Kopf abgesprengt und es kam in einer bestimmten Höhe der Fallschirm zutage und die Rakete glitt wieder zu Boden. Die meisten landeten in einer Wiese. Dass kein Brand ausbrach, dafür sorgte die Feuerwehr Neufang.

Charlotte Röder, (von links), Henriette Röder, Iam Herwagen und Björn Herwagen sind stolz auf ihre Raketen.
Charlotte Röder, (von links), Henriette Röder, Iam Herwagen und Björn Herwagen sind stolz auf ihre Raketen. // 

Beim Tag der offenen Tür ging es aber nicht nur um Astronomie. Es war viel auf dem großen Gelände geboten. So informierten die Funker, die auch in einem Gebäude der Sternwarte untergebracht sind, über ihr Hobby. Bei der Firma Somso musste ein Biologiemodell zusammengebaut werden. Außerdem konnte auch gedrechselt werden. Des Weiteren kam der Spaß durch einen Zauberer ebenfalls nicht zu kurz.

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