Rund 39.300 Posten sind bei den Kommunalwahlen in Bayern am Sonntag laut Landtagspräsidentin Ilse Aigner zu besetzen. Um Parteifreunde und -freundinnen im Wahlkampf zu unterstützen, ist die CSU-Politikerin in diesen Tagen im Freistaat unterwegs. Am Samstag machte sie Station in Ebern, wo sie im Alten Rathaus von der geballten CSU-Prominenz des Landkreises empfangen wurde.
Das Lied „Ich bin ein Dorfkind“ der Gebrüder Thomann aus dem Steigerwald, das die „Original Preppachtaler“ zur Begrüßung einspielten, war für Aigner eine Steilvorlage. „Ich bin auch ein Dorfkind“, ließ sie das Publikum wissen. Sie lebe immer noch da, wo sie geboren sei. In ihrem Heimatort war sie auch im Gemeinderat, scheiterte aber knapp bei der Bürgermeisterwahl – vor allem wegen ihrer „ungeklärten Familienverhältnisse“, wie ihr damals vorgeworfen wurde.
Engagement von Frauen
Will heißen: Sie war nicht verheiratet und ist es immer noch nicht, sagte die 61-Jährige. Dennoch habe sie es bis zur Landtagspräsidentin geschafft, betonte sie, auch um Frauen Mut zu machen, sich politisch zu engagieren. Frauen hätten in puncto Kinderbetreuung, Altenpflege oder auch Finanzen einen anderen Blickwinkel als Männer.
Alle politisch Engagierten bräuchten Unterstützung, da der Druck auf demokratische Strukturen zunehme. Die Meinungsfreiheit sehe sie jedoch nicht als gefährdet an. Sie ende erst da, „wo das Strafrecht beginnt“, so Aigner. „Wir leben nicht in Russland, wo man vergiftet wird, wenn man die Machthaber kritisiert.“ Im Hinblick auf die Machtverhältnisse in Ebern sei es „gut, wenn es Veränderungen gibt“, sagte Aigner und unterstützte damit ihre Parteifreundin und Bürgermeisterkandidatin Isabell Zimmer. „Das müssen Sie jetzt aushalten“, adressierte sie augenzwinkernd an den amtierenden Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).
Neue Bürgermeisterinnen
Isabell Zimmer hatte zuvor darauf verwiesen, dass neben ihr drei weitere Frauen für ein Bürgermeisteramt im Landkreis kandidieren. Der Wahltag, der 8. März, sei auch der Internationale Weltfrauentag. „Dann soll es vier Bürgermeisterinnen mehr geben“, wünschte sie sich.
Bundesministerin Dorothee Bär lobte Aigner für ihre „großartige Arbeit als Kapitänin“ im Landtag, wo manche Abgeordnete sich nur Gedanken machen, „wie sie mit Provokation auffallen können“. Man dürfe das Feld nicht Extremisten von links und rechts überlassen. Nach ihrer Rede in Ebern zog Aigner weiter nach Coburg und Landsberg am Lech, wo sie weitere Wahlkampftermine wahrnahm.










