Das Rakoczy-Reitturnier in Bad Kissingen hat eine lange Tradition und ist bis über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Jährlich lockt der Wettbewerb mit seinem malerisch gelegenen Gelände in den Auen nahe der Saale tausende Besucher in die Welterbestadt. Es ist das Wimbledon des Reitsports in Bad Kissingen, schließlich wird am ersten August-Wochenende auf Rasen geritten.
Seit den 60er Jahren findet die Veranstaltung traditionell am ersten August-Wochenende statt. Sogar das Turniergebäude wurde 1922 eigens für Reit- und Fahrturniere erbaut. Und doch hat das Bad Kissinger Reitturnier in der Vergangenheit an Glanz verloren.
Reitturnier in Bad Kissingen zurück zu alter Größe
Nachdem das Rakoczy-Reitturnier einige Jahre ausgefallen ist, wurde es unter der Vorstandschaft von Ulrike Waldhofen wiederbelebt. "Wir sind dabei, das Turnier wieder so attraktiv zu gestalten, wie es mal war", erzählt Horst Waldner, Vorsitzender des Reitvereins Bad Kissingen, der für die Organisation verantwortlich ist.
Der 64-Jährige weiß: "So ein Wiederaufbau ist ein steiniger und langer Weg. Man muss also klein anfangen." Denn: Wer neu in den Turnier-Kalender einsteigt, müsse sich seinen Stellenwert erstmal wieder erarbeiten.
Endlich wieder Springen in der S-Klasse
Dass der Reiterverein Bad Kissingen trotz aller Widrigkeiten auf einem guten Weg zu alter Größe ist, zeigt sich an den Spring-Ausschreibungen in diesem Jahr: "Wir können zum ersten Mal wieder ein S-Springen anbieten. Das ist bereits ein super Qualitätsmerkmal. Wer in einem S-Springen startet, der ist schon richtig gut", freut sich der Vorsitzende.
Das macht den Parcours anspruchsvoller
Auch Diana Gleißner, die schon häufig mit ihren Pferden am Rakoczy-Reitturnier teilgenommen hat, freut sich sehr, dass in diesem Jahr wieder S-Springen angeboten werden. "Wir haben das Turnier über die letzten Jahre wieder toll aufgebaut und die perfekten Voraussetzungen dafür geschaffen", sagt sie.
Leicht sei der Sprung von einem M- zu einem S-Springen, obwohl es sich nur um ein paar Zentimeter Höhenunterschied handle, ihrer Meinung nach nicht. "Der Parcours verlangt Pferd und Reiter viel mehr ab."
Heißt: Die Oxer werden breiter, es seien mehr Sprünge und häufig mindestens eine Dreifach-Kombination, manchmal sogar noch eine Zweifach-Kombination enthalten. "Außerdem wird der ganze Parcours von der Linienführung her viel, viel anspruchsvoller", weiß sie aus Erfahrung.
Teilnehmen kann Gleißner aufgrund familiärer Verpflichtung in diesem Jahr nicht. "Ich plane aber auf jeden Fall im nächsten Jahr dabei zu sein und freue mich darauf auch schon sehr."
Die Highlights des Rakoczy-Reitturniers
Neu ist in diesem Jahr aber nicht nur die schwere Springklasse: "Wir werden wieder etwas mehr Springen anbieten als im letzten Jahr und auch die Anzahl der Spring-Wettkämpfe in den niedrigeren Klassen wurde nochmals vergrößert."
Interessanter gestaltet werden soll ebenfalls das "Außenrum" für die Zuschauer. So soll es erstmals zum Beispiel ein Hufeisenwerfen geben. "Wir hoffen, dass so für jede Altersgruppe etwas dabei ist und es nicht nur rein um den Pferdesport geht", sagt Waldner.
Keine Dressur auf dem Rakoczy-Reitturnier
Und warum keine Dressur-Prüfungen? "Auch da müssen wir uns erstmal wieder hinarbeiten", meint der Vorsitzende. Der Dressursport sei eine ganz andere Welt, mit anderen Reitern. "Aber auch das steht auf unserer To-do-Liste für das Rakoczy-Reitturnier. Wir wollen den Wettbewerb wirklich wieder zu der Größe bringen, wie wir ihn vor vielen Jahren mal hatten und da gehört natürlich der Dressursport mit dazu."
Ein kleines Manko in diesem Jahr: die aktuell an der Tribüne in der Au laufenden Sanierungsarbeiten. "Die Bauarbeiten werden während des Turniers gestoppt." Von der Stadt werde ein Bauzaun gestellt, sodass niemand die Baustelle betreten könne. "Damit müssen wir in diesem Jahr einfach leben. Wir wissen aber, dass wir dann in den nächsten Jahren eine traumhafte Kulisse haben werden", verdeutlicht Waldner.
Das passiert mit dem Gewinn des Turniers
Der Aufwand sei durch die Bauarbeiten also nicht wesentlich größer. Zu erledigen gebe es trotzdem einiges. Von den Parkplätzen über die Reitflächen bis hin zu den Toiletten müsse alles organisiert werden. "Wir sprechen schon Ende des Jahres mit den Sponsoren, die Turniervorbereitungen beginnen dann Anfang des Jahres", erzählt der Vorsitzende.
Kommentieren wird den Wettbewerb - wie in den vergangenen Jahren - Marcus Lipsius. Gerechnet wird mit ungefähr 200 Nennungen (Starts). Eintritt kostet die Veranstaltung nicht.
Und was passiert mit dem Gewinn? Den investiert der Reiterverein Bad Kissingen direkt in die Jugendarbeit und in die eigene Reitanlage. "Wir haben hier Instandhaltungskosten, die wir regelmäßig durchführen müssen."
Es gebe einige Reparaturen, die laufend anfallen und für die der Reiterverein das Rakoczy-Turnier brauche. "Wir haben neben der Pacht und den Mitgliedsbeiträgen ja keine anderen Einnahmen", betont Waldner.
Lesen Sie hier, was im letzten Jahr geboten war:













