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Kreistag des BFV
Thomas Kirchner übernimmt den Vorsitz im Fußballkreis Rhön
Kreistag im Fußballkreis Rhön
Der neue Kreis-Vorsitzende Thomas Kirchner (links) verabschiedet seinen Vorgänger Rainer Lochmüller. // Fabian Frühwirth/BFV
Signet des Fränkischen Tags von Fabian Frühwirth (BFV)
Wollbach/NES – Rainer Lochmüller macht in anderer Funktion weiter. Andre Nagelsmann bleibt Kreisspielleiter, Kreisjugendleiter wird Michael Moritz. Und Janine Schoch rückt an die Stelle von Ruth Müller.
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Unterfrankens Vereine haben im Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) die Weichen für die kommenden vier Jahre in alle Kreisen gestellt: Nach Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt ging jetzt der Kreistag Rhön in der Mehrzweckhalle in Wollbach/NES als vierter und letzter im Bezirk über die Bühne.

In der Rhön haben die 129 Delegierten den bisherigen Kreis-Jugendleiter Thomas Kirchner einstimmig als Nachfolger von Rainer Lochmüller zum neuen Kreis-Vorsitzenden gewählt. Insgesamt stehen im Wahljahr 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. Für die gewählten Delegierten aus den vier Kreisen geht es am 7. März 2026 in Veitshöchheim mit dem Bezirkstag weiter.

Im Fokus des Kreistags stand vor allem die Wahl der neuen Führungsmannschaft im Norden Unterfrankens. In Wollbach ist der bisherige Kreis-Jugendleiter Thomas Kirchner aus Oberthulba (45) einstimmig zum neuen Kreis-Vorsitzenden gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Rainer Lochmüller an, der nach zehn Jahren an der Kreis-Spitze nicht mehr angetreten war, dem Kreis-Ausschuss aber als neuer Kreis-Ehrenamtsbeauftragter erhalten bleiben soll. Lochmüller wird dem BFV-Präsidium zusammen mit dem ebenfalls neuen Kreis-Sportgerichtsvorsitzenden Norbert Kessler im Nachgang zur Berufung vorgeschlagen.

Kreistag im Fußballkreis Rhön
Thomas Kirchner ist in Wollbach zum neuen neuen Kreis-Vorsitzenden Rhön gewählt worden. // Fabian Frühwirth/BFV

Kirchners Platz als Kreis-Jugendleiter übernimmt künftig Michael Moritz. Ebenfalls neu in den Kreis-Ausschuss gewählt wurde Janine Schoch. Sie tritt als Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball die Nachfolge von Ruth Müller an. Einzig André Nagelsmann wird dem neuen Kreis-Ausschuss in bekannter Funktion angehören. Der 49 Jahre alte Kreis-Spielleiter aus Bad Brückenau übt das Amt bereits seit 2016 aus und ist zum dritten Mal in dieser Funktion vom Kreistag Rhön bestätigt worden.

Zudem ist Harald Schreiber erneut von den Schiedsrichtergruppen zum Kreis-Schiedsrichterobmann gewählt worden und wurde jetzt auch von den Delegierten des Kreistags Rhön bestätigt.

BFV-Präsident Kern: Schulische Ganztagsbetreuung als Chance für den Amateurfußball in Bayern 

Beim Kreistag in Wollbach war – wie schon an den Tagen zuvor bei den drei vorangegangenen unterfränkischen Kreistagen – auch BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in seiner Rede unter anderem den Stellenwert des Ehrenamts und das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs hervorhob, den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus resultierende Kinderfußball-Allianz thematisierte, aber auch auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einging.

Kreistag im Fußballkreis Rhön
Die Mehrzweckhalle in Wollbach/NES war Schauplatz des Fußball-Kreistags Rhön. 129 Delegierte waren mit dabei. // Fabian Frühwrth/BFV

„Die flächendeckende Einführung der ‚Ganztagsschule‘ wird uns in den nächsten Jahren mehr denn je beschäftigen, in den Ballungszentren besonders, aber auch im ländlichen Bereich. Wir glauben dabei sehr an die Chance, nicht ans Scheitern. Unsere AG Grundsatzfragen, in der Vereine und Verband gemeinsam schwierige Aufgabenstellungen zusammen angehen, hat dieses Thema aufgegriffen. Die klare Botschaft ist: Unser Fußball muss mit auf den Stundenplan der Ganztagsbetreuung, denn so sichern wir unsere Zukunft. Wenn der Fußball in der Schule Spaß bereitet, ist der Weg in den Verein, in euren Verein geebnet!“

Erste Impulse zur anstehenden Kreis-Reform 

Bezirks-Vorsitzender und Vizepräsident Jürgen Pfau kündigte zudem für die kommenden vier Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell vier unterfränkischen Fußball-Kreise an. „Kriterium ist die Zahl der Vereine mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen“, sagte Pfau. Mindestens 100 Klubs sieht die Satzung vor, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Während in Würzburg (132) und Schweinfurt (125) die Zahlen stabil sind, hat der Kreis Rhön die 100er-Marke bereits unterschritten (89), in Aschaffenburg sind es aktuell 101 Vereine.

Kreistag im Fußballkreis Rhön
Auf dem Kreistag in Wollbach wurde mit Ruth Müller die Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball verabschiedet: Unser Bild zeigt (von links) BFV-Vizepräsident und Bezirks-Vorsitzender Jürgen Pfau, Ruth Müller, BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und BFV-Präsident Christoph Kern. // Fabian Frühwirth/BFV

„Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung brauchen, ob nun mit zwei oder drei Kreisen. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen. Wir werden das nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch, den Vertreterinnen und Vertretern unserer Vereine. Eure Beteiligung ist wichtig und nötig. Deshalb heute die erste Information, die Ihr mitnehmen und in Euren Vereinen erörtern sollt“, sagte Pfau, der den Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028 zunächst ein Außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin gemeinsam erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll. Mit einer Umsetzung wird ab der Saison 2030/31 geplant.

Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:

So konnten die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll. 96 Prozent stimmten für eine Beibehaltung der Verlängerung, nur vier Prozent votierten für eine Abschaffung.

Kreistag im Fußballkreis Rhön
Der von den Delegierten in Wollbach neu gewählte Kreis-Ausschuss Rhön: (von links) BFV-Vizepräsident und Bezirks-Vorsitzender Jürgen Pfau, Rainer Lochmüller (Kreis-Ehrenamtsbeauftragter), Harald Schreiber (Kreis-Schiedsrichterobmann), Manfred Schneider (Kreis-Sportgerichtsvorsitzender), Janine Schoch (Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball), Michael Moritz (Kreis-Jugendleiter), Thomas Kirchner (Kreis-Vorsitzender), André Nagelsmann (Kreis-Spielleiter) sowie BFV-Präsident Christoph Kern. // Fabian Frühwirth/BFV

Zudem wurde abgefragt, inwieweit eine Gelb-Rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine Gelb-Rote Karte keine Folge für das darauffolgende Spiel. 84 Prozent lehnten die Einführung einer Sperre ab, 16 Prozent sprachen sich dafür aus.

Schließlich ist ein Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt worden – die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen (Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der erklärungsbedürftigen Handhabung beibehalten?“ Hier sprachen sich 49 Prozent dafür aus, 51 Prozent stimmten dagegen.

Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.

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