Tischtennis
Euphorie im Grabfeld vor dem Spitzenspiel
Als Linkshänder für einen Doppeleinsatz prädestiniert ist Martin Allegro (links). Kilian Ort (rechts) als Partner könnte eine mögliche Variante sein, sollte es im Heimspiel des TSV Bad Königshofen gegen Ochsenhausen zum Schlussdoppel kommen.
Als Linkshänder für einen Doppeleinsatz prädestiniert ist Martin Allegro (links). Kilian Ort (rechts) als Partner könnte eine mögliche Variante sein, sollte es im Heimspiel des TSV Bad Königshofen gegen Ochsenhausen zum Schlussdoppel kommen.
Rudi Dümpert
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Bad Königshofen im Grabfeld – Nach dem Überraschungserfolg in Düsseldorf empfängt der Fünfte TSV Bad Königshofen vor großer Zuschauerkulisse den Dritten TTF Ochsenhausen.

Was gibt es Schöneres für Mannschaftssportler als Teil eines Spitzenspiels zu sein. Besonders deshalb, weil man dann selber als eine Spitzenmannschaft wahrgenommen wird. In der Tat ist die Wahrnehmung des TSV Bad Königshofen in seiner sechsten Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) eine etwas andere geworden als zuvor, wobei man sich selbst in Demut übt und aus der Vergangenheit gelernt hat. Da erlebte man nämlich immer dann einen Rüffel in Gestalt einer überraschenden Niederlage, wenn man von den Play-off-Plätzen zu träumen wagte.

Wobei die Spieler davon auszunehmen sind, die die reale Bodenhaftung nie verloren haben. Andererseits, wenn der eine oder andere Verantwortliche, Sponsor oder begeisterte Fan von Platz vier redet, wenn man in Tuchfühlung dahinter steht, dann ist das völlig legitim und fern jeder Überheblichkeit. Nun steht also mit dem Spiel des Tabellenfünften TSV Bad Königshofen, punktgleich mit dem Vierten Post SV Mühlhausen (je 16:10), so ein Spitzenspiel gegen den Dritten TTF Liebherr Ochsenhausen (3./18:8) bevor. Erster Ballwechsel in der Shakehands-Arena ist am Sonntag um 13 Uhr.

Gelegenheit zur Revanche

Der Gegner nimmt vom wirtschaftlichen Potenzial und der personellen Ausstattung her eine absolute Spitzenstellung in Deutschland ein, war bereits vier Mal Pokalsieger und 2019 deutscher Meister. Die Bedingungen in der Stadt 50 Kilometer nördlich des Bodensees mit einer eigenen Trainingsgruppe in der Liebherr-Tischtennis-Akademie sind optimal. Trainieren dort während der Woche doch selbst Spieler anderer Vereine.

Was die Königshöfer aber noch zur Spitzenmannschaft stempelt, ist ein Fakt in der Zwischenbilanz: Danach hat der TSV drei Auswärtsspiele bei den ersten Vier der Liga gewonnen: In Düsseldorf am vergangenen Sonntag, in Saarbrücken und in Mühlhausen, nur in Ochsenhausen ging das Hinspiel am zweiten Spieltag mit 1:3 verloren. Ihre erste Scharte dieser Saison konnten die „Ochsen“, wie sie sich selbst nennen, bereits auswetzen, als sie die Hinspiel-Heimniederlage gegen Mainz im Rückspiel mit einem 3:0-Sieg wettmachten.

Das Besondere daran: mit nur zwei Stammspielern, Can Akkuzu und Alvaro Robles, sowie Trainer Fu Yong als Spieler. Der US-Amerikaner Kanak Jha ist zurzeit gesperrt, weil er innerhalb eines Jahres drei Mal nicht zur Dopingkontrolle anzutreffen war. Shunsuke Togami weilt wie der TSVler Uda bei den Asien-Meisterschaften. Mit Simon Gauzy und Samuel Kulczycki muss allerdings am Sonntag gerechnet werden, weil man sich mit Blickrichtung Play-offs keinen Ausrutscher mehr erlauben will.

Die Königshöfer haben inzwischen aufgehört damit zu hadern, wo man stehen könnte, wenn die unglückliche Heimniederlage gegen Bremen und die unnötige gegen den Tabellenletzten Mainz vermieden worden wären. Der Blick nach hinten bringt nichts, der zu weit nach vorne ebenso wenig. Nur so war es möglich, von den letzten neun Spielen sieben zu gewinnen.

Keine guten Erinnerungen

Dies mit einer sagenhaften Moral in manchen Partien, in denen man jeweils zurück lag. Und mit einer Riesen-Doppelbilanz von 6:1 – in fünf verschiedenen Kombinationen. Die letzten zwei Beispiele: 3:2 in Mühlhausen und am vergangenen Sonntag beim Deutschen Rekord-Meister Borussia Düsseldorf. „Am Sonntag ist die Hütte voll“, freut sich TSV-Manager Andy Albert auf die zu erwartend euphorische Stimmung. Das Interesse an Tickets war unmittelbar nach dem Erfolg in Düsseldorf riesig. Ausverkauft ist die Shakehands-Arena.

So sehr Kilian Orts Körpersprache Teilgeheimnis seiner Erfolge gegen Kay Stumper und Timo Boll war, so bescheiden gab er sich nach den Matchbällen und ebenso vor diesem Spitzenspiel. „Bei uns ist zunächst einmal wichtig, dass wir drei fitte Spieler in die Box schicken können. Ochsenhausen wird mindestens vier aufbieten, die jeden schlagen können. Gauzy hat seit Jahren mit die besten Bilanzen in der Liga. Und gegen die anderen drei habe ich im letzten Halbjahr jeweils verloren. Daran erkennt man, dass das kein Zuckerschlecken wird, zumal sie mit Robles als Linkshänder noch einen super Doppelspieler haben.“

Von der Papierform her gehe man auch in dieses Spiel nicht als Favorit. „Ich denke aber, dass wir nicht chancenlos sind und dass wir es mit Hilfe der Zuschauer den Ochsen schwer machen können.“

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