Es war das Duell zwischen dem Tabellenführer und einem nach zwei Niederlagen äußerst verunsicherten Aufsteiger, und entsprechend gestaltete sich auch der Spielverlauf. Am Ende siegte der ASV Neumarkt gegen den FC Coburg souverän und deutlich mit 5:0 und darf sich damit als Herbstmeister feiern. Die Vestekicker dagegen hätten nach einem teilweise desaströsen Auftritt in der Defensive gut und gerne noch höher verlieren können.
Bayernliga Nord, 17. Spieltag
ASV Neumarkt - FC Coburg 5:0 (2:0)
Die Coburger präsentierten sich nach zwei deftigen Klatschen in Folge zunächst bemüht und gaben in Person von Aykut Civelek den ersten Schuss der Partie ab (1.). Schnell fielen sie jedoch in die zuletzt so vertraut gewordenen Muster zurück und agierten in der Defensive löchrig und unsicher. So gingen die Gastgeber aus Neumarkt mit dem ersten Angriff durch Maximilian Bergler in Führung (4.).
Die Vestekicker spielten unbeeindruckt vom frühen Rückstand weiter und waren in der 7. Minute gefährlich: Ein Eckball von rechts wurde zu René Knie in den Rückraum gespielt und dieser zog aus gut 20 Metern ab, doch der Ball klatschte vom rechten Pfosten zurück ins Feld. Kurz darauf war der ASV über die linke Seite durch, Leon Gümpelein zog und der Ball wurde von einem Coburger Bein unhaltbar ins kurze Eck abgefälscht – 2:0 für den Tabellenführer (9.).
Danach zogen sich die Neumarkter zurück und setzten auf einzelne Nadelstiche in die Offensive. Der FCC hatte dadurch zwar etwas mehr Ballbesitz, fand jedoch kein probates Mittel gegen die kompakt stehenden Neumarkter, die auch in der Folge die gefährlichere Mannschaft waren. Angriffe über Bergler (18.) und Morris Adelabu (20.) wurden zu einem Eckball geklärt, Selim Mjaki kam zudem frei zum Schuss, zielte jedoch deutlich über den Kasten (26.).
Früher Doppelschlag vom ASV Neumarkt
Richtig gefährlich wurde es dann nach etwas mehr als einer halben Stunde für die FCC-Defensive. Zunächst verpassten die Neumarkter Angreifer eine Freistoß-Flanke von Mjaki (33.), danach waren sie bei einer gefährlichen, flachen Hereingabe von links den berühmten Schritt zu spät (35.).
Offensiv kam vom FC Coburg im ersten Durchgang kaum noch etwas. Jonathan Baur kam nach einem Einwurf eher zufällig zum Abschluss und setzte ihn rechts am Tor vorbei (39.), und Sven Wieczorek versuchte es in der 43. Minute noch einmal aus großer Entfernung. So ging es mit einem in dieser Höhe auch verdienten 2:0 für den Tabellenführer aus Neumarkt zurück in die Kabinen.
Die Vestekicker kamen mit frischem Elan zurück und hatten in Person von Ricardo König die erste Gelegenheit des zweiten Abschnitts. Doch wie schon in Hälfte eins, schlugen auch diesmal die Gastgeber früh zu: Diesmal war es ein langer Ball auf den linken Flügel, der die FCC-Abwehr aushebelte. Torwart Krempel lief raus, wurde aber überspielt. In der Mitte musste Selim Mjaki den Ball nur noch über die Linie drücken (50.). Es war der Auftakt zu einer wilden Viertelstunde.
FC Coburg kommt in wilder Phase zu Chancen
Die Coburger reagierten auf den erneuten Gegentreffer mit wütenden Trotzangriffen und kamen durch Cankut Civelek (53.) und Knie (58.) durchaus zu Chancen. Trainer Calle Schiebel, der schon in der ersten Halbzeit Gelb sah und sich kurz darauf viel zu sehr über einen nicht gegebenen Handelfmeter echauffierte, sah von Schiedsrichter Maximilian Hafeneder den Roten Karton (58.).
In der 61. Minute hätte es dann hinten fast wieder geklingelt. Nach einer Coburger Ecke konterten die Neumarkter die Gäste aus, der Angriff wurde von der Hintermannschaft gerade noch gelöscht. Drei Minuten später brachte der ASV die Vestekicker erneut mit einem langen Ball in Verlegenheit. Sie schickten Bergler auf die Reise, und der wurde im Sechzehner unsanft von einem Coburger zu Fall gebracht. Den folgerichtigen Elfer verwandelte Jonas Marx zum 4:0.
Nach diesem Treffer war die Luft raus in diesem Spiel. Die Neumarkter waren dem fünften Treffer rund zehn Minuten vor Schluss ganz nah, als der eingewechselte Peter Grübl einen FCC-Rückpass zu Krempel erlief und den Torhüter umkurvte. Doch der Winkel wurde dann etwas zu spitz. In der 89. Minute machten die Neumarkter dann doch noch Bude Nummer fünf, als Grübl zum Dribbling ansetzte, hängen blieb, der Ball zu Mjaki gelangte und der trocken abschloss.
Die Statistik zum Spiel
ASV Neumarkt: Preil - Misetic, Braun, Mjaki, Meyer, Bergler (68. Grübl), Adelabu (86. Lang), Gümpelein (75. Schumm), Marx, Hausner (80. Walter), Zander (65. Dobra)
FC Coburg: Krempel - Tranziska, A. Civelek, Baur (78. Geißendörfer), Knie, König (83. Hopf), Fischer (65. Oikonomides), Wieczorek (72. Rom), C. Civelek, Kirchner, R. Guhling (55. Carl)
Schiedsrichter: Maximilian Hafeneder
Tore: 1:0 Bergler (5.), 2:0 Gümpelein (8.), 3:0 Mjaki (50.), 4:0 Marx (65., Foulelfmeter) 5:0 Mjaki (89.)
Zuschauer: 120










