Als kleines Kind begann Laura Luthardt zu turnen, doch schnell fand sie zu ihrer wahren Leidenschaft: dem Cheerleading. Beim FC Haarbrücken ist sie Teil der Leistungsgruppe. Bereits seit 2008 bietet der Verein im Neustadter Stadtteil Cheerleading an. Die Leistungsgruppe gründete Lauras Mutter Stefanie Luthardt im Jahr 2016. Rund 100 Cheerleader und Cheerleaderinnen im Alter von fünf bis 18 Jahren trainieren beim FC Haarbrücken.
Dass die eigene Mutter auch Trainerin ist, sei für Laura daher ganz normal: „Manche sagen, ich muss das trennen, zwischen Mutter und Trainerin. Aber das scheitert ja schon daran, dass ich natürlich Mama sage“, erklärt sie.
Im Juni bekam Laura neben ihrer Mutter weitere Coaches dazu: Seit der Aufnahme im Bundeskader des Cheerleadings trainiert sie neben ihren drei wöchentlichen Einheiten noch einmal im Monat für ein Wochenende im Team des Bundeskaders. „Es war erst einmal ein bisschen komisch. Menschen, die mir nicht so vertraut sind, als Trainer zu haben“, sagt Laura. Ihre Mutter sei ihre größte Unterstützerin und sie hätten ein enges Verhältnis.
Cheerleading-Vorurteile sind immer noch verbreitet
Cheerleading ist in Deutschland eine Randsportart und sei mit Vorurteilen belastet. Die meisten Menschen würden mit Cheerleading eher den Cheerdance bei Baseball- oder Footballspielen verbinden, sagt Laura. Das, was man aus amerikanischen Filmen kennt: Mädchen mit Pompons in knapper Kleidung, die eine Mannschaft anfeuern. „Da kommt man sich dann schon ein bisschen blöd vor, wenn man Hochleistungssport macht, der körperlich und auch psychisch total anstrengend ist und die Leute denken, dass man mit Puscheln an einem Spielfeldrand steht. Deshalb sage ich immer gleich, dass ich Allstar-Cheerleading mache“, erklärt Laura.
“Mein Traum ist es, irgendwann Weltmeisterin zu werden. Ich glaube, ich kann das schaffen, wenn ich dran bleibe.
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Worauf es bei Wettkämpfen im Cheerleading ankommt
Allstar-Cheerleading verbindet Elemente aus Turnen, Tanz und Akrobatik. Es gibt Hebe- und Wurfelemente, Elemente aus dem Bodenturnen, genannt „Tumbling“, und Sprünge. Alle Figuren sind in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeteilt und werden bei Wettkämpfen, ähnlich wie beim Turnen, mit Punkten bewertet. Dabei zählt nicht nur die korrekte Ausführung, sondern auch die Synchronität, Ausstrahlung und Schwierigkeit wird berücksichtigt.
Laura Luthardt als Fliegerin mit ihrem Team
Dass ihre Tochter einmal so erfolgreich im Cheerleading sein würde, ahnte Stefanie Luthardt zu Beginn nicht: „Ich habe das Cheerleading beim FC Haarbrücken mit aufgebaut. Aber am Anfang kannte ich mich mit vielem selbst nicht aus. Erst als ich 2017 dann den Trainerschein gemacht habe, wusste ich, worauf wir für Wettkämpfe achten müssen“, sagt sie.
Zu Hause Stufe eins, im Bundeskader in Stufe fünf
Das Niveau beim Cheerleading wird in sieben Stufen eingeteilt, die siebte Stufe ist dabei die höchste. Laura trainiert beim Bundeskader in der Stufe fünf. Mit ihrem Team zu Hause zeigt sie bei Wettkämpfen auch Figuren aus höheren Stufen. Doch um als Team antreten zu können, braucht es den kleinsten gemeinsamen Nenner. „Bei den Bundeskader-Wochenenden war ich anfangs schon etwas eingeschüchtert, weil dort auch Leute aus der Stufe sechs oder sieben dabei sind. Und mit meinem Team treten wir beim nächsten Wettkampf in der Stufe eins an“, erklärt Laura.
„Normalerweise starten wir im Level zwei oder drei“, sagt Stefanie Luthardt. Da es dieses Mal wenig Vorbereitungszeit und Neuzugänge in der Gruppe gebe, hätten sie entschieden, beim nächsten Wettkampf in Level eins zu starten, wie sie sagt. Stefanie Luthardt ist stolz auf Laura und „ihre Mädels“ des FC Haarbrücken. Trotzdem mache sie keinen Druck: „In erster Linie geht es mir darum, dass die Mädels Spaß haben“, erklärt sie.
Laura trainiert dreimal pro Woche in Haarbrücken und einmal im Monat für ein Wochenende im Bundeskader. Zusätzlich bekommt sie wöchentliche Hausaufgaben, die sie per Video an das Trainerteam schicken muss. „Ich habe schon gemerkt, dass das mit der Schule echt viel ist. Aber es ist auch ein Ausgleich. Ich brauche das Training zum Abschalten. Und die meisten meiner Freundinnen trainieren mit mir zusammen, deshalb sehe ich sie sowieso“, sagt sie.
Neben Training und Schule trifft sich Laura gerne mit Freundinnen, spielt Gitarre und verbringt Zeit mit ihrer Familie. Sie hat zwei jüngere Schwestern. Eine davon ist erst ein Jahr alt. Die andere ist acht Jahre und trainiert ebenso beim FC Haarbrücken im Cheerleading.
Laura Luthardt als Fliegerin mit ihrem Team
Teamarbeit und der Traum der Weltmeisterschaft
Laura sagt über sich selbst, dass sie sehr ehrgeizig sei: „Mein Traum ist es, irgendwann die Weltmeisterschaft im Frauenteam der International Cheer Union zu gewinnen. Ich glaube, ich kann das schaffen, wenn ich dranbleibe." Doch erst einmal will sie aufsteigen. Von Level fünf in das höchste Level, das Level sieben. Doch bis dahin würde sie wohl noch einige Jahre trainieren müssen.
Und auch mit ihrem Team in Haarbrücken hofft sie weiterzukommen: „Ich glaube, ich kann andere gut motivieren. Dadurch, dass ich schon ein bisschen mehr Erfahrung habe, stehe ich oft vorne und zähle das Team ein“, sagt Laura. Was sie am meisten am Cheerleading schätzt, sei die Teamarbeit: „Mir gefällt es sehr, gemeinsam als Team Ziele zu erreichen."














