0
Rekordjagd im Bayerischen Wald
Daniel Götz beginnt Saison mit drei Siegen und einem Rekord
Er kennt weder Strecke noch Gegner, aber Daniel Götz läuft beim Soul-Trail in Deggendorf nach 27 Kilometern und 1070 Höhenmetern als Erster ins Ziel.
Er kennt weder Strecke noch Gegner, aber Daniel Götz läuft beim Soul-Trail in Deggendorf nach 27 Kilometern und 1070 Höhenmetern als Erster ins Ziel. // Sportograf.com
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Neustadt bei Coburg – Drei Rennen, drei Siege, ein Rekord: Daniel Götz vom SV Bergdorf-Höhn gewinnt Wolfsfährte-Trail, Soul-Trail Deggendorf und den Dreiburgenland-Lauf mit neuem Streckenrekord.
Artikel anhören

Kein Wochenende vergeht ohne eine Erfolgsmeldung des SV Bergdorf-Höhn zu den Leistungen seines Athleten Daniel Götz. Nachdem der 37-Jährige aus dem Neustadter Stadtteil Wildenheid sowohl beim Wolfsfährte-Trail im Ilzer Land nahe Passau als auch beim größten Trail-Event Niederbayerns, dem Soul-Trail in Deggendorf mit 1300 Teilnehmern, gewonnen hatte, setzte er am vergangenen Wochenende noch einen drauf. Götz siegte beim 25. Dreiburgenland-Marathon im Luftkurort Thurmansbang im unteren Bayerischen Wald.

Beim Wolfsfährte-Trail schickte sich Götz an, seinen Erfolg von 2024 zu wiederholen. Mit dem jungen Triathleten Luca Bauer hatte er dabei große Konkurrenz. Bauer war 2025 bis auf wenige Sekunden an Götz’ Streckenrekord herangekommen. Die 10,2 Kilometer lange Strecke mit 240 Höhenmetern versprach Spannung pur. Von Beginn an setzten sich die Favoriten Götz und Bauer vom Rest des 240 Teilnehmer starken Feldes ab und liefen ihr eigenes Rennen. Nach flotten zwei Kilometern in unter sechs Minuten Laufzeit lagen die beiden bereits weit vor dem restlichen Feld. Bei Kilometer sechs drang Götz früh auf eine Entscheidung. Er konnte sich von Bauer absetzen und ungefährdet seinen dritten Sieg bei dieser Veranstaltung erringen. Mit 35:26 Minuten lag er dabei nur 13 Sekunden hinter seinem eigenen Streckenrekord, aber fast eine Minute vor dem Zweitplatzierten.

1300 Teilnehmer gehen an den Start

Beim Soul-Trail in Deggendorf mit 1300 Teilnehmern gab es gleich fünf Strecken zur Auswahl: 14, 27, 38, 55 und 74 Kilometer durch die Ausläufer des Bayerischen Waldes. Götz entschied sich erst eine Stunde vor dem Start für die 27 Kilometer und 1070 Höhenmeter. „Ich kannte weder Strecke noch Gegner, aber manchmal muss man einfach ins kalte Wasser springen“, erklärte Götz seinen spontanen Entschluss.

Von Beginn an bestimmte er das Tempo. Bereits im ersten leichten Anstieg nach vier Kilometer merkte er, dass er sich vom Rest des Feldes lösen konnte. Ohne genaue Orts- und Streckenkenntnis galt es umso mehr, die Streckenmarkierungen richtig zu deuten. Ein Verlaufen hätte fatale Folgen gehabt. Bei frühlingshaften Temperaturen gelang Götz eine meisterhafte erste Rennstunde, wohl wissend, dass „das dicke Ende“ erst noch kommt. Bei Kilometer 17 wartete ein etwa 1,5 Kilometer steiler Anstieg. Von den Zuschauern im dichten Wald angefeuert, gelang es Götz gerade noch so, den „Scharfrichter“ Dreitannensteig zu bewältigen. Den Verpflegungsstand bei Kilometer 19 nutzte er dann ausgiebig.

Mit Cola und Haribo lief er fortan dem Ziel entgegen, ehe ein Schreckmoment beinahe das gesamte Rennen auf den Kopf stellte. Götz übersah eine Abzweigung, merkte dies allerdings noch und musste so „nur“ 800 Extrameter laufen.

Die restlichen vier Kilometer ins Ziel glichen dann einem Schaulaufen. Bergab und im kontrollierten Tempo gelang es dem Höhner, das Zielgelände in Deggendorf/Rusel zu erreichen. Unter dem feierlichen Applaus der Zuschauer durchlief er freudestrahlend das Ziel. Mit seiner Zeit von 2:10:13 Stunden sorgte er vor Ort für Stauen, denn er lag mehr als vier Minuten vor dem als haushoher Favorit gehandelten Trail-Spezialisten Markus Mingo. „Vielleicht wird ja doch noch ein Langstreckler aus mir“, entfuhr es Götz augenzwinkernd im Ziel. Normalerweise fühlt sich der Wildenheider eher auf den kürzeren Strecken zu Hause.

Historischer Streckenrekord

Beim jüngsten Renntag siegte der Höhner Ausnahmeläufer erneut und verbesserte damit sogar 25 Jahre alten Streckenrekord. Der 37-jährige Ausdauerathlet stand diesmal beim 25. Dreiburgenland-Marathon an der Startlinie. Im Luftkurort Thurmansbang im unteren Bayerischen Wald gab es vier Strecken zur Auswahl: fünf, zwölf, 12,5, 21 und die klassischen 42,195 Kilometer. Götz entschied sich diesmal für die 12,45 Kilometer und 250 Höhenmeter durchs malerische Dreiburgenland – durch Wald, Flur und auf Straßenabschnitten. Zum 25. Jubiläum der Veranstaltung hatte Hotelier und Organisator Ludwig Schürger ein buntes Programm auf die Beine gestellt.

Götz läuft allen davon

Für das i-Tüpfelchen sorgte dann freilich Daniel Götz. Der Höhner rannte von Beginn an dem Rest des Feldes davon. Immer im Hinterkopf: der 25 Jahre alte Streckenrekord von 42:07 Minuten. Bei idealen äußeren Bedingungen gelang dem Neustadter dann eine Wahnsinnsleistung. Er brauchte im Schnitt 3:17 Minuten pro Kilometer für die wellige Strecke. Schließlich pulverisierte Götz den Rekord auf nunmehr 40:55 Minuten.

Beim Dreiburgenland-Marathon stellte Götz einen 25 Jahre alten Rekord ein.
Beim Dreiburgenland-Marathon stellte Götz einen 25 Jahre alten Rekord ein. // Ralf Stejskal

„Ich hoffe, der hält dann auch wieder 25 Jahre“, lautete der erste Kommentar des Höhners, als er vom Moderator auf seine großartige Leistung angesprochen wurde. „Dann komme ich in jedem Fall zur 50. Ausgabe.“

 

Inhalt teilen
  • kopiert!