Der Auftritt der blutjungen Vestekicker am Freitagabend gegen die Freien Turner macht den relativ wenigen FCC-Fans Lust auf mehr. Zielstrebig, hochmotiviert, druckvoll. Das Angriffsspiel war über weite Strecken sehenswert. Während derzeit viel von „Heavy-Metal-Fußball” die Rede ist, so war es doch zumindest eine Art „Power-Fußball”, was die Youngster an der Wiesenstraße den Zuschauern boten.
Ihr großes Manko: Die Chancenverwertung – das erste Heimspiel hätte mindestens doppelt so hoch enden müssen. Am Ende siegten die Gastgeber nur mit 3:1. „Immerhin haben wir heute einmal drei Kisten gemacht. Nur das zählt”, bilanzierte ein erleichterter Innenverteidiger Maximilian Tranziska. Mit 30 Jahren ist der Innenverteidiger der „Oldie“ in der Truppe. Er hatte keine ernsthaften Probleme mit Schweinfurts „Lebensversicherung“, Torjäger Dominik Popp.
Dabei wurde er von seinem souverän agierenden Nebenmann Moritz-Luca Hopf hervorragend unterstützt. Das Landesliga-Debüt des erst 17-Jährigen war bemerkenswert. Auf die Entwicklung des ehemaligen Jugendspielers der SpVgg Greuther Fürth darf die Coburger Fußballszene gespannt sein. Seine nächste Bewährungsmöglichkeit bekommt der Youngster bereits heute ab 18.30 Uhr.
Landesliga Nordwest
TSV Burgebrach (15.) – FC Coburg (8.)
Während Hopf auf dieses Spiel brennt, müssen andere Coburger zuschauen. Zu den verletzten oder verhinderten Spielern zählt Fabian Carl, der einzige erfahrene Stürmer im Kader. Ausgerechnet im letzten Testspiel zog sich der dribbelstarke Flügelspieler einen Muskelfaserriss zu. „Ja, das ist bitter und verdammt ärgerlich”, sagt Carl, der seine Zwangspause selbst etwa auf vier Wochen einschätzt.
Deutlich länger fällt die Zwangspause für Stürmerkollegen Norik Höhn aus. Der schnelle, trickreiche Angreifer geht nach Amerika. Er hat aufgrund hervorragender schulischer Leistungen ein Stipendium erhalten und wurde beim Heimspielauftakt gebührend verabschiedet.
Die Kulisse passte am Freitag, denn für die rund 130 Jugendlichen aus dem Nachwuchsleistungszentrum war die Partie eine Pflichtveranstaltung. Dazu der Schweinfurter Manager Ernst Gehling, der unmittelbar nach der 1:3-Pleite selbst einen siebenwöchigen Urlaub in den USA antrat: „Da wird man neidisch. So viele Kinder mit FC-Coburg-T-Shirts. Respekt, was hier geleistet wird.“
Nur mit Carl-Philipp Schiebel focht er einen Strauß aus, als der nämlich vom Schiedsrichter nach einer Ampelkarte des Innenraumes im Dr.-Stocke-Stadion verwiesen wurde. Es kam zu einem emotionalen, kurzen Wortgefecht, wobei sich der Coburger Coach angeblich etwas abwertend über die Turner geäußert haben soll. Dafür maßregelte der „Oldie“ den Youngster energisch.
Schiebel war’s letztlich egal, denn er war megastolz auf die Leistung seiner Truppe. Und für den Gegner fand er dann auch noch lobende Worte: „Man muss die Schweinfurter erst einmal schlagen, die haben schließlich fünf Tore gegen TuS Leider geschossen.“
In Burgebrach darf Schiebel nicht coachen: Der Schiedsrichter, eventuell auch von Schiebels kurz aufeinanderfolgenden Einfach-Wechseln (72., 73. und 75. Minute) etwas genervt, zückte nach mehreren lautstarken Beschwerden zweimal Gelb – in Summe Gelb-Rot und somit ein Spiel Sperre für Schiebel. Er darf weder in die Kabine noch an die Seitenlinie.
„Halb so schlimm, ich habe mich nach der Partie bei den Unparteiischen entschuldigt“, sagt Schiebel, der gleich noch nachschiebt: „Die Jungs werden es in Burgebrach schon richten, außerdem haben wir mit David Reich einen ,alten, erfahrenen Hasen‘ an der Seite: Ich habe da absolutes Vertrauen. Wir spielen natürlich auf Sieg, schließlich haben wir eine der spielstärksten Mannschaften in der Landesliga überhaupt.“
Aufgebot des FC Coburg
Heland / ETW Schliebitz – Späth, Hopf, Tranziska, Wieczorek, Graß, Lanzendörfer, L. Oikonomides, R. Guhling, Geißendörfer, F. Biemann, König, Straub, Schott, Batrachenko, A. Guhling, Hesse, Miller, Ötter / Es fehlen: Höhn (Auslandsstipendium in den USA), Baur (Urlaub), Carl (Muskelfaserriss), Knie (verletzt), TW Krempel (Handbruch)
Trainer: Schiebel (für ein Spiel gesperrt) – Co-Trainerduo: David Reich und Fritz Kühnlenz










