„Bisher haben sich kaum Leute angemeldet“, sagt Thorsten Schubert, Tennistrainer des TSV Mönchröden. Er betreut am 19. Juli den Aktionstag Inklusion auf der Anlage. Aber noch ist ja Zeit – die Aktion laufe erst an. Bis zum 15. Juli müssen sich Interessierte bei ihm anmelden.
Das Problem sei eher, die Menschen zu erreichen, meint auch Robert Engel: „Verteiler wie Wohnheime, Diakonie, Lebenshilfe, Behindertenbeauftragte geben die Informationen weiter. Wir hoffen natürlich auf regen Zuspruch. Es ist aber schwer an behinderte Mitbürger, insbesondere Rollstuhlfahrer heranzukommen, da viele gar nicht organisiert sind.“ Er ist Mitglied der Tennisabteilung des TSV Mönchröden und Regionalvorstand Nordbayern für die Sportsektion des Bayerischen Tennis-Verbands (BTV).
BTV: Inklusion gezielt fördern
Inklusion ist dem BTV ein Anliegen. Julia Höhn, Leiterin der Vereinsberatung und Sportentwicklung, sagt: „Der BTV hat sich dem Thema seit vier Jahren intensiv angenommen. Seitdem haben wir 22 Inklusionsstützpunkte gewonnen.“
All diese Stützpunkte starteten demnach mit einem Aktionstag, wie ihn jetzt auch der TSV Mönchröden plant. Das langfristige Ziel ist laut Robert Engel: „Der Aufbau von Inklusionsgruppen Tennis in der Tennisabteilung zum gemeinsamen Tennisspiel für Behinderte und nicht Behinderte.“ Im Mai dieses Jahres gab es bereits einen ähnlichen Aktionstag beim TC Neugablonz im Allgäu.
Tennis ist ein Sport, der auch mit körperlicher oder geistiger Einschränkung leicht zugänglich ist. Individuelle Stärken und Schwächen zählen beim Tennis ohnehin als Chance. Demnach fördert der BTV nicht nur Rollstuhltennis, Blindentennis, Gehörlosentennis und Tennis für Menschen mit geistiger Behinderung. Auch das sogenannte Parastanding-Tennis, für alle, die körperliche Einschränkungen haben, aber nicht im Rollstuhl sitzen, wird vom DTB vorangetrieben.
TSV Mönchröden: Test des Sportrollstuhls
Zurück zur Anlage des TSV Mönchröden. Dort steht bereits ein Sportrollstuhl bereit, den der BTV dem Verein zur Verfügung gestellt hat. Es gilt, die Funktion auf dem Sandplatz zu testen. Zu tief sinkt er nicht ein, hinterlässt aber deutliche Spuren. Der Rollstuhl ist überraschend leicht und mit seinen angewinkelten Rädern für schnelle Drehung geeignet.
Sandplätze eignen sich laut Julia Höhn gut für Rollstuhltennis, jedoch nur „wenn sie nicht zu weich sind“. Ideal seien daher Plätze mit einer gebundenen, harten Tragschicht. Sogar Turniere im Paratennis würden auf Sandplätzen gespielt, sagt Engel: „In München bei den BMW Open gibt es auf Sand das Para-Turnier, an dem Weltklasse-Rollstuhlspieler antreten.“
Die Angebote für Inklusions-Tennis werden insgesamt gut aufgenommen, weiß Julia Höhn. „Sowohl die Teilnehmer sind begeistert als auch Sponsoren, Gemeinden etc. reagieren sehr positiv“, sagt sie. Wichtig sei jedoch auch, dass sich die Vereine durchgehend engagieren und mit weiteren Aktionen immer mehr dazu einladen, den Tennissport zu öffnen. Ein positives Beispiel sei der TC Puchheim mit dem Projekt „Tennis trotz(t) Handicap“.
Aktionstag: Bis zum 15. Juli anmelden!
Damit auch beim TSV Mönchröden ein erfolgreicher Inklusionsstützpunkt entstehen kann, braucht es zunächst viele Interessierte beim Aktionstag am 19. Juli. Dieser ist offen für alle Altersklassen, Könnenstufen und für Menschen mit und ohne Einschränkungen. Ganz im Sinne der bundesweiten Aktion des DTB und der Aktion Mensch: „Tennis für Alle“.
Los geht es am Samstag, 19. Juli, um 10 Uhr. Geplant sind Schnuppereinheiten für erste Berührungen mit Bällen und Schlägern, aber auch die Möglichkeit miteinander übers Netz zu spielen. Alle Interessierten müssen sich mit Kontaktdaten bis spätestens 15. Juli bei Thorsten Schubert melden. Entweder per Mail an bo-ts@t-online.de oder per Telefon unter der 0160 93742532.













