Die Zuschauer in Burgebrach staunten: „Diese Coburger Mannschaft ist sehr stark. Die spielen mit Sicherheit um den Bayernliga-Aufstieg mit“, sagte ein Beobachter des 4:1-Auswärtssieges. Auch Carl-Philipp Schiebel war begeistert vom Auftritt seiner Jungs. Doch der FCC-Trainer hält nach eigenen Worten wenig bis gar nichts von derartigen Lobeshymnen.
„Am Ende des Tages interessiert es uns nicht, ob wir Platz 5 oder Platz 9 machen. Das Wichtigste ist, das betone ich sehr gerne immer und immer wieder, dass wir eine Mannschaft entwickeln, die in zwei Jahren wieder um die vorderen Plätze in der Landesliga mitspielen kann.“
Was sich ein wenig wie Tiefstapelei anhört, ist Schiebels feste Überzeugung. Er will jeden Spieler ein wenig besser machen. Und sollten seine Jungs am Samstag (14 Uhr) noch ein bisschen besser spielen, als unter der Woche in Burgebrach, dann steht dem dritten Dreier in Folge nichts im Weg. Zu Gast im Dr.-Stocke-Stadion ist der noch sieglose SV Alemannia Haibach.
Landesliga Nordwest
FC Coburg (6.) – SV Alem. Haibach (17.)
Schiebel erklärt anhand der Torwart-Position, wie er und sein Trainerteam jeden einzelnen besser machen wollen. Die FCC-Trainer setzten in jedem der drei Landesligaspiele einen anderen Torhüter ein. Nach Krempel (Handbruch in Ebersdorf) stand Youngster Heland gegen Schweinfurt zwischen den Pfosten.
Am Mittwoch bekam Neuzugang Schliebitz das Vertrauen. „Calle“ zum Torwartthema: „Das ist bei uns ganz einfach. Wir sind in dieser Saison eine Entwicklungsmannschaft und da gehört es jetzt einfach dazu, dass wir auch beide Torhüter entwickeln. Wir besprechen jeden Dienstag gemeinsam mit unserem Torwarttrainer Oleks Churilov und den Torhütern die anstehende Aufgabe. Für das Spiel in Burgebrach war unser Gedanke – da der Gegner sehr viel über Standards kommt und einige Zwei-Meter-Türme in seinen Reihen hat – , dass wir mit Schliebitz einfach den Torhüter bringen, der in der Luft sehr gut ist.“ Es spiele also immer der Torhüter, der zur Idee am Wochenende am besten passe. Jeder hätte seine Stärken und Vorteile. „Und wenn wir mal daneben liegen, ist es eben so“, sagt Schiebel.
Ein Manko, das die Trainer beschäftigt und an dem während der Übungseinheiten fleißig gearbeitet wird: die Zweikampf-Härte. „Wenn unsere Youngster in den Infight müssen, bekommen wir noch Probleme. Da müssen wir sicher noch ganz viel lernen“, sagt Schiebel. Die Englische Woche will der Trainer sehr gerne mit einer weiteren Top-Leistung – sowohl in kämpferischer, als auch in spielerischer Hinsicht – und einem Sieg am Samstag vergolden. Dem schlechten Tabellenplatz der Haibacher misst Schiebel keine allzu große Bedeutung bei: „Wir kennen deren Stärken und Schwächen“, macht er deutlich. Niemand wird die Mainfranken, die vor den Toren Aschaffenburgs zu Hause sind, also beim FCC unterschätzen.
Rundum zufrieden sind die Vestekicker derzeit aber trotz der guten Kritiken nicht: „Personell schaut es vereinsintern derzeit grausam aus“, sagt Schiebel und ärgert sich über die vielen Ausfälle. Gerade die Bezirksliga-Truppe, die in den ersten Punktspielen zur „Schießbude der Liga“ gedemütigt wurde, pfeift sprichwörtlich aus dem letzten Loch: Drei Spiele – 17 Gegentore, null Punkte, Tabellenplatz 16 und damit Schlusslicht.
Der Grund für diese Misere: Aus dem großen Landesligakader kann kaum jemand aushelfen. Zehn Spieler stehen momentan nicht zur Verfügung oder sind nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. „Aber wenn erst einmal unsere erfahrenen Spieler wieder alle zurückkommen und sich das Lazarett lichtet, dann haben unsere beiden Teams sicher noch einmal eine ganz andere Qualität auf dem Platz,“ ist der junge „Entwicklungshelfer“ fest überzeugt.
Das Aufgebot
FC Coburg: Schliebitz/Heland – Späth, Hopf, Tranziska, Wieczorek, Graß (?), Lanzendörfer, L. Oikonomides, Geißendörfer, König, Schott, A. Guhling, Hesse, Miller, Ötter / Es fehlen: Batrachenko (Knieprobleme), Baur (Urlaub), Biemann (Wadenverletzung), Carl (Muskelfaseriss), Höhn (USA-Aufenthalt), Knie (Probleme mit dem Hüftbeuger), TW Krempel (Mittelhandbruch), R. Guhling, Straub (beide krank), Graß (fraglich, umgeknickt) / Trainer: Schiebel / Co-Trainer: Kühnlenz und Reich











