0
Stimmen zum Landesliga-Spiel
Tim Herterich: "Das war eine desolate Leistung"
Florian Seiler verpasst hier gegen Max Albert und David Okyere das 2:0 für seine Ebersdorfer.
Florian Seiler verpasst hier gegen Max Albert und David Okyere das 2:0 für seine Ebersdorfer. // Hagen Lehmann
Ebersdorf – Trainer Tim Herterich geht nach dem 0:6 seines FC 06 Bad Kissingen in Ebersdorf hart ins Gericht, sieht aber zumindest noch einen Hoffnungsschimmer. Bei der Sylvia macht man sich Sorgen um Sertan Sener.

Wunden lecken ist beim FC 06 Bad Kissingen angesagt nach der deutlichen 0:6-Pleite bei Landesliga-Aufsteiger SC Sylvia Ebersdorf. Im Finori-Stadion am Hügelsee war die Mannschaft von Trainer Tim Herterich praktisch von der ersten Minute an unterlegen, und schon nach neun Minuten lag sie durch einen Doppelschlag von Florian Seiler und Boris Nana Tonzi mit 0:2 hinten.

Auch in der Folge entwickelten die Bad Kissinger praktisch keine Gefahr nach vorn, ihre Bemühungen prallten stets an der stabilen Ebersdorfer Defensive ab. Herterich fällt ein gnadenloses Urteil: „Das war eine desolate Leistung, eigentlich ab Minute 5 bis 90. Wir haben den Gegner so oft zum Toreschießen eingeladen, und das war jetzt das dritte Spiel in der Form. Gegen Schweinfurt war es schon so und gegen Burgebrach auch.“ Da verlor der FC 06 mit 0:5 respektive 1:6.

„Und wenn wir uns auf diesem Level präsentieren, dann ist das nicht landesligatauglich“, hält Herterich weiter fest. Er hofft jetzt auf eine positive Reaktion seiner Mannschaft, ähnlich wie bei den genannten Rückschlägen. Nach der Klatsche in Schweinfurt holten die Bad Kissinger ein 2:2 beim TuS Leider und nach der Pleite gegen Burgebrach verlor man bei Alemannia Haibach nur knapp mit 1:2. 

Die personelle Situation hilft Herterich auch nicht weiter, nach Ebersdorf reiste er mit lediglich 15 Spielern. „Das spielt natürlich auch mit rein, die Lage ist schon seit dem ersten Spieltag richtig bescheiden. Ab nächste Woche wird es besser, und dann schauen wir mal, für was es reicht“, sagt der 35-Jährige. Zu hoffen ist es, dann acht Punkte aus 13 Spielen ist eine äußerst dürftige Zwischenbilanz.

Engelmann: Eigentlich müssten wir noch ein, zwei Tore mehr machen

Ganz anders ist die Situation dagegen bei den Ebersdorfern, die mit dem Kantersieg am Sonntag den zweiten Tabellenplatz in der Landesliga Nordwest festigen und jetzt 26 Punkte auf dem Konto haben. Doch erst mit diesem Spiel scheint der Knoten im Spiel der Sylvia so richtig aufgegangen zu sein.

Abklatschen: Das Ebersdorfer Trainerduo Ertan Sener und Jakob Engelmann war hochzufrieden mit der Leistung gegen Bad Kissingen.
Abklatschen: Das Ebersdorfer Trainerduo Ertan Sener und Jakob Engelmann war hochzufrieden mit der Leistung gegen Bad Kissingen. // Hagen Lehmann

„Wenn wir ehrlich sind, war das das erste Spiel in dieser Saison, in dem wir wirklich 90 Minuten lang richtig scharf waren, gegen den Ball als Kollektiv gearbeitet haben, mit Plan und Disziplin gearbeitet haben, und nach vorne wirklich sauber unsere Chancen herausgespielt haben. Natürlich gehört da auch immer ein Gegner dazu. Aber wir wussten, wo wir die Räume kriegen“, sagt Co-Trainer Ertan Sener.

Und diese Räume nutzte der Aufsteiger aus, wenn auch nicht gnadenlos. Denn „am Schluss müsstest du ja fast noch ein, zwei Tore mehr schießen“, findet Seners Chef Jakob Engelmann. Vor allem der eingewechselte Delian Bückreiß scheiterte in der Endphase mehrfach an FC-06-Keeper David Okyere.

Wie geht es Sertan Sener?

Aber auch Engelmann freut sich darüber, „dass wir über 90 Minuten richtig scharf waren, in den Zweikämpfen waren. Wir haben es geschafft, den Gegner mit unserem Dreier-Aufbau sehr gut im Griff zu haben.“ Und die Sylvia hat es geschafft, die Gäste schon früh im Spielaufbau unter Druck zu setzen und damit immer wieder gefährliche Ballverluste zu erzeugen. So fiel etwa das 1:0.

Einziger Wermutstropfen ist wieder einmal der gesundheitliche Zustand von Sertan Sener, der schon nach 55 Minuten durch Felix Lausch ausgetauscht wurde. Bruder Ertan sagt: „Er hat schon in der Halbzeit angedeutet, dass er irgendwo in ein Loch getreten ist und am Wadenbeinkopf Probleme hat.“

Dazu bekam er gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Schlag ab, machte aber zunächst noch weiter. „Wir haben ja genug Qualität auf der Bank“, weiß der Ebersdorfer Co-Trainer. Und er spricht ein Lob aus: „Wenn das heute wieder sieht: Egal wer von der Bank kommt, er ist sofort bereit, alles für die Mannschaft reinzuwerfen. Das macht uns einfach aus als Verein.“

Inhalt teilen
  • kopiert!