Sie wollten den SC Sylvia Ebersdorf ärgern, der sich bis zum Sonntagnachmittag mit dem TSV Burgebrach ein Duell um die Meisterschaft in der Bezirksliga Oberfranken West geliefert hat. Und die jungen Vestekicker haben es getan, 4:1 war aus ihrer Sicht das Ergebnis. Die Leistung der Ebersdorfer war insgesamt sehr enttäuschend, nahezu kein Spieler hatte Normalform erreicht. Die Hausherren brachten sich durch diese Niederlage um die Chance, weiter im Meisterschaftsrennen zu bleiben und können sich nun auf die Relegationsspiele vorbereiten.
Den Titel perfekt hat gemacht Burgebrach auf dramatische Weise: Gegen den SC Kemmern gelang der 2:1-Siegtreffer erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Wäre es beim 1:1 geblieben, hätte Ebersdorf am letzten Spieltag noch eine kleine Titelchance gehabt. So aber nicht mehr.
Absteiger TSV Sonnefeld zeigte auswärts bei der SpVgg Rattelsdorf große Moral. Spielertrainer Patrick Schwesinger sorgte dafür, dass seine Elf nicht torlos vom Platz ging.
Bezirksliga Oberfranken West
SC Sylvia Ebersdorf – FC Coburg II 1:4 (0:1)
Die Platzherren gingen motiviert in die Begegnung und attackierten früh, doch die Gäste hielten dagegen. Nach einem Fehlanspiel der Platzherren im Mittelfeld kamen die Gäste zu ihrer ersten Gelegenheit. Cristian Fischer aus dem Coburger Landesligakader, der nach seiner Rotsperre diesmal in der zweiten Mannschaft aushelfen durfte, scheiterte jedoch an der Fußabwehr von Torwart Uwe Knauer. Nach einem weiteren Konter über Fischer, der an diesem Nachmittag den Unterschied machte, kam der Ball zu Florian Seiler, der aus 16 Metern abzog. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und schlug unhaltbar zum 0:1 im Kasten ein.
Sylvia-Spieler wie gelähmt
Dieser Wirkungstreffer hatte Folgen für den Rest der Partie. Die Platzherren wirkten fortan wie gelähmt. Plötzlich war keine Bewegung mehr im Spiel und die wenigen Angriffsversuche konnten die Gäste problemlos wegverteidigen. Die zweite Hälfte begann mit einem weiteren Fehlabspiel aufseiten der Gastgeber, doch Luca Oikonomides, der alleine durchgebrochen war, scheiterte an Uwe Knauer, der glänzend abwehrte. In der 53. Minute konnten zwei Gästespieler aus stark abseitsverdächtiger Position alleine auf das Tor der Gastgeber zulaufen, und Fischer erhöhte auf 0:2.
Die mögliche Vorentscheidung vergab Florian Seiler, als er alleine vor Knauer in die zweite Etage zielte. Von den Platzherren war in der zweiten Hälfte fast überhaupt nichts mehr zu sehen, ein Aufbäumen gegen die drohende Niederlage war kaum zu erkennen. Erst ein Foulelfmeter in der 79. Minute, der von Sven Wieczorek zum 1:2 verwandelt wurde, brachte die Sylvia noch einmal ins Spiel zurück. Doch nur drei Minuten später war es erneut Fischer, der nach einem Konter den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herstellte. Den Schlusspunkt zum 1:4 setzte dann Steuerwald zwei Minuten vor dem Ende. Mit dieser Niederlage war es um den möglichen Meister-Titel geschehen.
SpVgg Rattelsdorf – TSV Sonnefeld 2:1 (1:0)
Ohne seinen verletzten Toptorjäger Jeffry Stade fehlte den Hausherren gegen den längst abgestiegenen TSV zunächst die Offensivgefahr. Bezeichnend, dass die Zuschauer erst nach 39 Minuten eine ernsthafte Torannäherung verzeichnen konnten: Jonas Elflein zog aus der Distanz, fand aber im Sonnefelder Keeper Fabio Hoydem seinen Meister. Mit der letzten Aktion des ersten Durchgangs gelang Rattelsdorf aber noch das so wichtige Führungstor – und das auf sehenswerte Weise. Elflein unterband einen Konter und leitete mit dem Seitenwechsel den Gegenangriff ein.
Die folgende Flanke von Sebastian Ambros verlängerte Tobias Hennemann noch mit dem Kopf, ehe Markus Beiersdorfer zum Flugkopfball abhob und mit Hilfe des Innenpfostens das 1:0 markierte (46.). Als nur zwei Minuten später dann Luca Krieglstein auf Elflein-Flanke im Nachsetzen zum 2:0 (48.) erfolgreich war, schien Rattelsdorf einem doch noch souveränen Sieg entgegenzustreben. Aber die Gäste zeigten in ihrem letzten Auswärtsauftritt in der Bezirksliga große Moral, kamen durch Marc Werner zum 1:2-Anschlusstreffer (72.) und brachten den Sieg der SpVgg damit noch gehörig in Gefahr. red









