„Neue Bräuche sind ins alte Dorf gekommen.“ So lautet eine Textzeile im türkischen Ohrwurm „Simarek“. Der junge Sänger Tarkan – im Videoclip geschniegelt vom Scheitel bis zur Sohle – erzählt in seinem Lied vom härtesten Mann, von Schlangen, die aus den Löchern kriechen und von ganz, ganz viel Liebe. Der Refrain: „Kuss, Kuss!“ Untermalt wird das Ganze von einem typisch türkischen Rhythmus, der Lust auf mehr macht.
Gleich zweimal legte der Stadionsprecher den Hit am Mittwoch in Mönchröden für die knapp 300 Zuschauer auf. Grund: Immer wenn Aykut Civelek knipst, gibt es „türkische Küsse“ im „Wildpark“. Sicher nicht Jedermanns Geschmack, doch „Simarek“ macht vor allem den „Mönchen“ Lust auf mehr. Lust auf mehr Tore ihres neuen Ausnahmestürmers.
Mit seinem ersten Doppelpack für den Landesligisten sicherte Civelek den ersten Dreier: 3:1 gegen Aubstadt II. „Das war verdammt wichtig für ihn und natürlich auch für uns“, bilanzierte Trainer Achim Engel erleichtert nach dem Spiel. Und Manager Holzmann: „Jetzt ist der Knoten geplatzt. Auch bei Aykut, denn es lastete schon ein großer Druck auf seinen Schultern.“Ob der Knoten tatsächlich schon geplatzt ist, der Druck weg ist und Civelek jetzt regelmäßig „tanzt“, wird sich bereits diesen Sonntag zeigen.
Landesliga Nordwest
DJK Schwebenried (16.) – TSV Mönchröden (9.)
„Wir fahren mit breiter Brust nach Schwebenried“, sagt Holzmann. Und auch Engel ist zuversichtlich, weil er eine „sehr gute“ und vor allem Dingen „absolut geschlossene Mannschaftsleistung“ gegen Aubstadt erkannt hat. Seine Spieler hätten die taktischen Vorgaben vor allem in der ersten Halbzeit beherzigt. Der hart erarbeitete Sieg sei absolut verdient gewesen.
Die mit ein paar Regionalligaspielern gespickte Aubstadter Reserve ist sicher keine Laufkundschaft – gerade unter der Woche, wenn die Erste spielfrei ist. Mit Tim Hüttl und Maxi Eckstein standen auch zwei Akteure in Reihen des Gegners, deren Väter große Spuren im „Wildpark“ hinterließen: Vor allem Thomas Hüttl als langjähriger Erfolgstrainer, aber auch Mittelstürmer Daniel Eckstein, der die Zuschauer mit wichtigen und außergewöhnlichen Toren begeisterte. Beim zweiten Auswärtsspiel der Saison soll wieder ein Rädchen ins andere greifen.
Die Basis ist für Engel zweifelsohne die Kompaktheit. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen müssen stimmen.
Die Einheit muss wieder funktionieren – sowohl kämpferisch als auch taktisch. Akribisch wird der Gestungshäuser seine Jungs wie immer an der Taktiktafel auf Stärken und Schwächen des derzeit noch sieglosen Kontrahenten vorbereiten. Und er wird sie warnen: Der Gastgeber hat nach drei Partien erst einen Zähler auf dem Konto, hat sich also sicher was vorgenommen.
„Die DJK will mit aller Macht den Turnaround schaffen und ihren Fans etwas bieten.“ Kurzum: „Wut im Bauch“ gegen „breite Brust“ – die Zuschauer freuen sich auf ein emotionales Spiel, in dem die „Mönche“ nach den Worten ihres Sportlichen Leiters Holzmann „alles auf dem Platz lassen werden, um zu gewinnen“.
Schließlich haben ja alle Lust auf mehr und spätestens seit Mittwochabend „Simarek“ im Ohr: „Kuss, Kuss!“ Gibt’s also wieder Glücksgefühle im Bauch oder schleichen die TSV-Jungs, wie zuletzt in Abtswind, noch einmal wie begossene Pudel vom Rasen?
Das Aufgebot
TSV Mönchröden: J. Köhn / ETW Neumann – Scheler, Berwind, Schreiber, Brückner, Puff, Beichel, Schuster, Wittmann, Späth, Pflaum, L. Köhn, Kolb, Civelek, Büchner, Dinc, Wagner, Jungkunz, Zagoridis. - Es fehlen: Gümeci (verletzt), Irrenfried, Geißel, Njie (alle in der Reserve) / Trainer: Achim Engel










