Fußball: Bezirksliga West
Schwarzach und Siedler verlieren, Kleinrinderfelds Trainer Alexander Münz stellt sich nach dem 0:6 selbst in Frage
Lukas Götz vom TSV Eisingen (links) schirmt den Ball ab, Nino Scheidler (SC Schwarzach) müht sich vergebens.
Hans Will
Jakob Wehr (rechts) vom SSV Kitzingen verfolgt Sven Bolze vom TuS Leider. Die Siedler verloren ihr Heimspiel gegen die Aschaffenburger, die nach sechs Spieltagen nun die Bezirksliga-Tabelle anführen.
Hans Will
Hat seinen Rücktritt angeboten: Trainer Alexander Münz vom TSV Kleinrinderfeld
Hans Will
Fußball: Bezirksliga West – Der SC Schwarzach hat zwar über weite Strecken mehr Spielanteile, kann die Abwehr des TSV Eisingen aber kaum einmal in Bedrängnis bringen. Die Siedler unterliegen dem Spitzenreiter.

Fußball: Bezirksliga West, Männer

SC Schwarzach – TSV Eisingen 1:3 (0:1)

Im Duell der beiden Aufsteiger behielt Eisingen mit 3:1 die Oberhand. "Unterm Strich ist das Ergebnis in Ordnung", befand TSV-Spielertrainer Philipp Christ. Die Gäste begannen nach Angaben von Christ sehr gut und drängten die Hausherren in den ersten zehn Minuten komplett in deren Strafraum zurück. Nachdem Eisingen eine hochkarätige Chance ausgelassen hatte, verloren die Gäste völlig den Faden.

In der Folge nahm Schwarzach das Geschehen in die Hand, jedoch ohne zwingende Chance. Nach einer guten halben Stunde fing sich der TSV wieder und markierte mit dem ersten sehenswerten Angriff das 0:1. Das zweite Tor - erneut durch Fabio Volderauer unmittelbar nach dem Seitenwechsel - spielte den Gästen in die Karten. Die Hausherren hatten zwar im weiteren Verlauf die größeren Spielanteile, doch ließ die TSV-Hintermannschaft kaum ein Durchkommen für Schwarzach zu.

So bedurfte es eines Foulelfmeters, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch bereits kurze Zeit später stellte Mario Christ den alten Abstand wieder her. Ernsthaft in Gefahr brachte der SC die Gäste nicht mehr, lediglich in der Nachspielzeit hatten die Jungs von SC-Spielertrainer Tim Reiner noch die Chance zur Ergebniskosmetik.

Tore: 0:1, 0:2 Fabio Volderauer (36., 47.), 1:2 Tim Reiner (57., Foulelfmeter), 1:3 Mario Christ (65.).

TSV Lohr – TSV Pflaumheim 0:0.

Mit einem torlosen Unentschieden musste sich der TSV Lohr gegen Aufsteiger Pflaumheim begnügen. "Das war ein sehr, sehr gutes Spiel", urteilte Lohrs Spielertrainer Christian Schmitt und bescheinigte beiden Mannschaften ein gutes Niveau. Sein Team habe zwar Vorteile und auch die klareren Chancen besessen, schaffte es aber nicht, den Siegtreffer zu landen. Denn Pflaumheims Keeper Nicholas Gunkel habe mehrfach glänzend pariert und den Gästen dadurch den Punkt gerettet. "Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen – sie hat alles probiert und sowohl kämpferisch wie spielerisch alles gegeben", stellte Schmitt, der im anschließenden Kreisklassen-Derby zwischen der Reserve des TSV Lohr und der des TSV Neuhütten-Wiesthal einen Treffer zum 6:2-Sieg beisteuerte, fest.

SSV Kitzingen – TuS Leider 0:2 (0:1).

"Wir haben heute nicht das auf den Platz gebracht, was wir können", fasste SSV-Trainer Thomas Beer nach der 0:2-Niederlage gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer Leider zusammen. Dabei legten die Hausherren einen glänzenden Start hin und lieferten zunächst eine souveräne spielerische Leistung ab. Doch Mitte der ersten Halbzeit verlor Kitzingen den Faden, kam meist einen Schritt zu spät und geriet durch ein unglückliches Eigentor in Rückstand. "In der zweiten Halbzeit wollten wir an die Leistung vom Beginn anknüpfen, sind aber nicht mehr so richtig reingekommen", urteilte Beer und bescheinigte dem Gast dann eine äußerst souveräne Vorstellung. So sei der Tabellenführer in der Defensive sehr kompakt gestanden und habe in der Offensive immer wieder Nadelstiche gesetzt. Während die Gäste nach einer guten Stunde auf 2:0 erhöht hatten, dauerte es bis zur 90. Minute, ehe Kitzingens Eric Köhler erstmals für Gefahr sorgte, das gegnerische Tor jedoch knapp verfehlte.

Tore: 0:1 Sandro Köberlein (38., Eigentor), 0:2 Philipp Zschirpe (61.).

FC Viktoria Mömlingen – TSV Kleinrinderfeld 6:0 (3:0).

Mömlingen fertigt Kleinrinderfeld mit 6:0 ab und freut sich über den zweiten Dreier dieser Saison. „"Mit einem Sieg hätten wir heute vier Plätze gutmachen können", zeigte sich Alexander Münz, der Coach des Tabellenletzten Kleinrinderfeld, enttäuscht. Doch seine Mannschaft, die erneut mit nur zwei Auswechselspielern angereist war, ließ teilweise die nötige Einstellung und das Zweikampfverhalten vermissen. "Ich hätte erwartet, dass man in unserer Situation zumindest läuft und kämpft", machte er seinem Unmut über den Auftritt seiner Jungs Luft und ergänzte, dass er nach dem Spiel die "Trainer-Frage" gestellt habe. "Ich hinterfrage mich auch und überlege, ob die Mannschaft einen Impuls in Form eines neuen Trainers benötigt", erklärte Münz, der einem möglichen Neuanfang nicht im Wege stehen möchte. An diesem Dienstag nach dem Training werde man sich nun zusammensetzen und diskutieren, wie es weitergehen soll. "Der Verein und die Spieler liegen mir sehr am Herzen", betonte der TSV-Coach, gab aber auch zu, dass er andere Ansprüche, gerade hinsichtlich der Trainingsbeteiligung, habe.

Tore: 1:0 Kiriakos Tologlou (8.), 2:0, 3:0 Detlev Greger (12., 45.), 4:0 Tologlou (49.), 5:0 Bastian Koch (59., Foulelfmeter), 6:0 Luca Kupski (66.).

DJK Hain – TSV Neuhütten-Wiesthal 5:0 (3:0).

Mit 0:5 musste sich der stark ersatzgeschwächte TSV dem Tabellenzweiten Hain beugen. "Bei uns haben in der ersten und zweiten Mannschaft zwölf Leute gefehlt", erklärte Neuhütten-Wiesthals Coach Alexander Schubert, der mit seinen 48 Jahren bis kurz vor Schluss selbst aktiv mitspielte. Seine Jungs hätten sich gegen den Meisterschaftsfavoriten dennoch recht gut verkauft. Doch bereits in der ersten Halbzeit machte sich immer wieder die individuelle Klasse des DJK-Toptorjägers Daniel Meßner bemerkbar. "Der macht einfach aus vier Chancen drei Tore", stellte Schubert angesichts der Kaltschnäuzigkeit Meßners anerkennend fest. "Da muss man sich nicht grämen, sondern daraus lernen", meinte der TSV-Trainer, für dessen Team nächste Woche das Derby gegen den TSV Lohr ansteht. Dann wird die personelle Situation nach Angaben Schuberts jedoch wieder besser sein.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Daniel Meßner (9., 32., 41.), 4:0 Patrick Badowski (52.), 5:0 Agon Jashari (88.).