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Frankens Profis
Marius Wolf verliert wohl 1,4 Millionen Euro
Der Einberger Fußballprofi Marius Wolf ist abseits des Rasens einem Betrüger auf den Leim gegangen. Das wird ihn wohl 1,4 Millionen Euro kosten.
Der Einberger Fußballprofi Marius Wolf ist abseits des Rasens einem Betrüger auf den Leim gegangen. Das wird ihn wohl 1,4 Millionen Euro kosten. // Archiv/Bernd Thissen, dpa
Frankens Profis
Bamberg/Coburg – Der Coburger Marius Wolf in Dortmunder Diensten ging einem Betrüger auf den Leim. Bei der Leverkusener Meisterparty mischte auch ein Bamberger mit. Und ein Stadtsteinacher triumphierte auf Schalke.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der wöchentlichen Rubrik „Frankens Profis“ nehmen wir die besten Kicker der Region unter die Lupe.

Stefan Kießling mittendrin

Als die Leverkusener Fußballer am Sonntag die erste Deutsche Meisterschaft feierten und dem vereinseigenen Bayer-TV im VIP-Raum Interviews gaben, war auch ein Bamberger mittendrin: Der frühere Torjäger Stefan Kießling. Der Bayer-Ehrenspielführer war nach seinem Karriereende 2018 erst als Koordinator der Lizenz-Abteilung tätig, seit 2023 ist er als Repräsentant  in den Bereichen Marketing, Sponsoring, Internationalisierung und Fans unterwegs. 

Stefan Kießling (zweite Reihe von oben, Zweiter von links)am Sonntagnachmittag auf der Tribüne neben DFB-Sportdirektor Rudi Völler und Leverkusens Vorstandschef Fernando Carro.
Stefan Kießling (zweite Reihe von oben, Zweiter von links)am Sonntagnachmittag auf der Tribüne neben DFB-Sportdirektor Rudi Völler und Leverkusens Vorstandschef Fernando Carro. // Rolf Vennenbernd, dpa

Mit dem Triumph haben die Leverkusener die elf Jahre anhaltende Dominanz des FC Bayern gebrochen, die Stefan Kießling vor einigen Jahren als „grausam“ bezeichnet hatte.  Die Überlegenheit der Münchner sei nicht gut für die Bundesliga, sagte der Bamberger.  "An die Bayern kommt im Moment niemand ran. Das ist grausam für die Liga, aber ich befürchte, dass das erst mal auch so bleiben wird", so Kießling 2021 im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Drei Jahre später hat Bayer Leverkusen, mit dem er selbst einmal Vize-Meister und zweimal Dritter geworden ist, sein Trauma vom ewigen Zweiten überwunden.

Seine erfolgreiche Karriere, die von sechs A-Länderspielen gekrönt wurde, startete Kießling 1988 beim TSV Eintracht Bamberg und wechselte als 17-Jähriger zum 1. FC Nürnberg. 2006 verpflichtete ihn dann Bayer Leverkusen. Für die Werkself erzielte er in zwölf Jahren 444 Pflichtspiele und schoss 162 Treffer.  2013 war Stefan Kießling mit 25 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. 

Franke Matthäus schwärmt von Bayer

Ein anderer Franke, Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus aus Herzogenaurach, schwärmte beim TV-Sender Sky in höchsten Tönen vom Fußball der Werkself. „Mich erinnert das von der Spielweise her ein bisschen an das Barcelona mit Messi, Iniesta und Xavi: Hoher Ballbesitz, schnelle Ballpassagen, One-Touch-Fußball sind auch die Stärken von Bayer 04.“

1990 gemeinsam Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft: Lothar Matthäus (links) und Rudi Völler
1990 gemeinsam Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft: Lothar Matthäus (links) und Rudi Völler // Martina Hellmann, dpa

Den 63-Jährigen begeistert die Art und Weise, mit welcher Überlegenheit, Qualität, Überzeugung und Selbstverständlichkeit die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso auftritt. „Eine Saison wie diese habe ich bisher selten von einer Mannschaft erlebt. Solch eine absolute Dominanz, nicht nur von den Ergebnissen her, hat es bisher nur vom FC Bayern unter Pep Guardiola gegeben“, schwärmte Matthäus.

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Marius Wolf um 1,4 Millionen Euro geprellt

Der Einberger Marius Wolf kehrte beim 2:1-Erfolg von Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach in die Startelf zurück. Der 28-Jährige bot als rechtes Mitglied der Vierer-Abwehrkette eine solide Leistung, ließ aber in der 87. Minute eine Großchance aus, sodass die Dortmunder noch einige zittrige Minuten der Nachspielzeit zu überstehen hatten.

Fetter waren aber die Schlagzeilen, die der Ex-Nationalspieler als Beteiligter eines Straf-Prozesses vor dem Bielefelder Landgericht lieferte. Der Oberfranke soll einem Betrüger auf den Leim gegangen sein und so 1,4 Millionen Euro verloren haben. 

Lutz Klose (links) und Mario Prigge, die Verteidiger des Angeklagten, sitzen neben ihrem Mandanten in einem Saal vom Landgericht. In dem Prozess um Betrug mit dem Fußball-Profi Marius Wolf ist ein 41-Jähriger aus Bad Oeynhausen angeklagt. Er soll den heutigen Spieler von Borussia Dortmund um 1,4 Millionen Euro betrogen haben.
Lutz Klose (links) und Mario Prigge, die Verteidiger des Angeklagten, sitzen neben ihrem Mandanten in einem Saal vom Landgericht. In dem Prozess um Betrug mit dem Fußball-Profi Marius Wolf ist ein 41-Jähriger aus Bad Oeynhausen angeklagt. Er soll den heutigen Spieler von Borussia Dortmund um 1,4 Millionen Euro betrogen haben. // Friso Gentsch, dpa

Angeklagt wegen besonders schweren Betrugs in 17 Fällen ist ein 41-Jähriger aus Bad Oeynhausen. An dessen Lebensgefährtin hatte Marius Wolf zwischen 2017 und 2019 17 Mal Summen zwischen 13.000 und 200.000 Euro als Beteiligung an einer türkischen Marketingfirma versprochen haben, die es gar nicht gab. Auch die versprochene Werbekampagne mit dem früheren brasilianischen Star Ronaldinho kam nie zustande.

Ebensowenig erhielt Wolf einen versprochenen Range Rover, für den er 97.000 Euro anzahlte. Dass der Einberger noch jemals etwas von seinem Geld sehen wird, scheint fraglich. Denn nach Einschätzung des Gerichts sei es schwierig zu beweisen, wo das Geld wirklich gelandet ist. Deshalb schlug der Richter eine Einstellung des Verfahrens vor – sollte sich die Staatsanwaltschaft darauf einlassen, käme der 41-Jährige mit einer Geldauflage von 30.000 Euro davon. 

Bei Finanzgeschäften hat sich Marius Wolf nicht zum ersten Mal die Finger verbrannt. So musste er 2023 180.000 Euro an die Deutsche Bank zahlen, weil er für einen Freund gebürgt hatte. Doch bei einem Jahressalär in Höhe von fünf Millionen Euro muss man sich keine Sorgen um die Frühstücksbrötchen des Einbergers machen.

Niklas Dorsch fehlt dem FC Augsburg weiter verletzungsbedingt.
Niklas Dorsch fehlt dem FC Augsburg weiter verletzungsbedingt. // Tom Weller, dpa

Dorsch fehlt weiter

Auch ohne Niklas Dorsch darf der FC Augsburg weiter von Europa träumen. Das 2:0 gegen Union Berlin war bereits der fünfte Sieg aus den jüngsten sieben Spielen. Doch der 26-Jährige aus dem Altenkunstadter Ortsteil Baiersdorf fehlte abermals im Kader der Fuggerstädter. Niklas Dorsch plagt sich mit ständigen Fußproblemen herum. Erst zwickte die Fußsohle, nun ist es die Ferse. Dieses Bulletin gab jedenfalls FCA-Trainer Joss Thorup vor der Partie gegen Union zu Protokoll. Dorschs letzter Auftritt im Augsburger Trikot liegt nun schon eineinhalb Monate zurück. Beim 6:0 in Darmstadt wurde der frühere U21-Europameister, dessen Marktwert auf fünf Millionen Euro taxiert wird, eingewechselt.

Auch auf Instagram hört man von Niklas Dorsch aktuell nichts. Seine 96.000 Follower lasen zum letzten Mal am 31. Dezember einen Eintrag von ihm. „Ein Jahr, das mich geprägt hat - mit Höhenflügen und schwierigen Momenten. Dankbar für jede Erfahrung, die mich vorangebracht hat. Jetzt bin ich hungrig auf all das, was das kommende Jahr für mich bereithält.“

Doch in dieser Saison überwiegen die schwierigen Momente. Von 29 möglichen Spielen bestritt er nur 17: Das schlug sich auch auf seinen Marktwert bei transfermarkt.de nieder. Ende 2022 war der Baiersdorfer satte zehn Millionen Euro wert, Mitte Dezember 2023 immerhin noch sieben. Diese Summe überwies der FC Augsburg auch bei seiner Verpflichtung 2021 an den KAA Gent. Doch nun wird Niklas Dorsch, der beim FC Augsburg noch bis Sommer 2026 unter Vertrag steht, von den Experten nur noch auf fünf Millionen Euro taxiert. 

Die Traditionsmannschaften des FC Schalke 04 und 1. FC Nürnberg standen sich am Nachmittag vor dem Zweitliga-Duell der Profis in der Glückaufkampfbahn gegenüber.
Die Traditionsmannschaften des FC Schalke 04 und 1. FC Nürnberg standen sich am Nachmittag in der Glückaufkampfbahn gegenüber. // privat

Jörg Dittwar auf Schalke

Ein oberfränkischer Ex-Profi war am Samstag in offizieller Mission auf Schalke im Einsatz. Der aus Stadtsteinach stammende und seit langem in Dietersdorf bei Coburg beheimatete Jörg Dittwar coachte die Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg im Duell mit den Schalker Legenden.

Das Spiel fand vor 3000 Zuschauern in der altehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn statt. „Eine super Sache, die Fans haben uns alten Recken gefeiert wie früher“, erzählt der 60-Jährige, dessen Team um Philipp Wollscheid, Thomas Ziemer, Carlo Werner sowie den ehemaligen Bayreuther Trainer Timo Rost mit 3:1 gewann. Im Schalker Team standen Olaf Thon, Martin Max und Matthias Herget, Betreuer waren die Vereinslegenden Betreuer der Schalker, Klaus Fichtel und Rüdiger Abramczik. 

Ex-Club-Profi Jörg Dittwar betreute die Legendenelf der Nürnberger.
Ex-Club-Profi Jörg Dittwar betreute die Legendenelf der Nürnberger. // privat

Der in Lauf bei Nürnberg beheimatete Timo Rost ist seit Herbst 2022 ohne Trainerjob, nachdem er beim Drittligisten FC Erzgebirge Aue nach nur drei Monaten wieder entlassen wurde.  

Im Zweitliga-Duell der beiden Alt-Meister am Abend hatten dann aber die Schalker vorne und sicherten sich mit dem 2:0 drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Dittwar und die anderen Altstars waren Ehrengäste und ließen hinterher im VIP-Raum die guten alten Zeiten aufleben.

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